Hüttentour

Nein, ich will nicht über mehrere Tage in den Bergen von einer Hütte zur nächsten wandern. Das ist zwar etwas, über das ich auch schon nachgedacht habe, aber heute geht es erstmal „nur“ auf eine Tageswanderung 😉

Heute, an meinem letzten Tag hier Ramsau, wollte ich noch einmal eine schöne ausgedehnte Wanderung am Fuß des Dachsteins unternehmen und als Planungsbasis habe ich mir den 5-Hütten-Wanderweg ausgesucht. Dieser Wanderweg führt mindestens an fünf mehr oder weniger einsamen Hütten und Almen vorbei. Aber dafür hat man – wenn man erstmal ein paar Höhenmeter erwandert hat – auf diesem Weg praktisch die ganze Zeit einen herrlichen Blick auf das Dachsteinmassiv.

Ich hoffte, dass das Wetter heute noch einmal richtig durchstartet, damit ich wenigstens ein paar Sonnenstrahlen abbekomme. Allerdings sah es früh am Morgen noch nicht wirklich danach aus.

grauer Tourstart

Die ersten Tourkilometer bis zur Edelbrunn-Hütte kannte ich schon, denn das war der gleiche Weg, wie bei unserer Jungfernsteig-Tour vergangenen Freitag. Die Edelbrunn-Hütte war dann auch schon die erste „Hütte“ des Tages, die ich aber einfach mal „links liegen gelassen“ habe. Für eine Pause war es eindeutig zu früh 😉 … Wobei der Begriff Hütte eher nicht passt … offiziell heißt es ja auch Gasthaus Edelbrunn.

Führen der Jungfernsteig und der Rosseger-Steig zunächst noch ein kleines Stück zusammen aufwärts, trennen sich die Wege bald und ich tauchte ein in den heute morgen sehr geheimnisvoll wirkenden Wald.

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Und dann, wirklich völlig unvermittelt, riss der Himmel auf. Dieser Moment war so überraschend, dass ich tatsächlich mit offenem Munde im Wald stand und den Himmel angestaunt habe … ok, eigentlich trifft es „…ich habe gegrinst wie ein Honigkuchenpferd“ besser 😉 . … Zum Glück hab ich mich wieder gefangen und das Handy für ein Foto gezückt.

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Zu dieser Zeit war ich völlig allein auf diesem Pfad unterwegs. Auch etwas, was ich immer sehr genieße … besonders in solchen etwas mystischen Momenten. Inzwischen hatte ich die Hälfte der heute anstehenden Höhenmeter geschafft. Ich muss bis auf 1.890 m hoch. Ramsau liegt auf 1.170m … also ca. 700 Hm. Hatte ich am Anfang noch so einige Fröstelmomente, war dies schon längst nicht mehr der Fall … mein Kreislauf war mittlerweile ordentlich in Schwung.

Der Wald wurde immer lichter und daher wusste ich, dass ich bald oben am obersten Aussichtspunkt des Rossegersteigs war. Noch ein paar (mehr) Stufen galt es zu erklimmen … und dann erwartete mich diese spektakuläre Aussicht auf das Tal. Ramsau liegt unter einer dicken Wolkenschicht und mein Blick war völlig frei auf die umliegenden Gipfel.

Spektkuläre Aussicht auf dem Rosseger-Steig

Ich stand da oben und habe so einige komische Staunegeräusche von mir gegeben. Zum Glück war ich – bis auf zwei weitere Wanderer – allein. So haben das nicht soooo viele gehört 😉 Ich konnte mich einfach nicht satt sehen. Und nicht nur der Blick über das Tal Richtung Ramsau war grandios. Auch in Richtung Dachsteinmassiv strahlte der blaue Himmel mit den Felsen um die Wette.

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Leider musste ich irgendwann weiter, denn es lag noch eine ziemlich ordentliche Strecke vor mir. Erst hab ich mich ein bisschen verlaufen … zum Glück irgendwann bemerkt (na ja, es ging einfach nicht weiter 😉 ) und ich bin zurück auf den richtigen Weg in Richtung Austria-Hütte.

Austria-Hütte – im Nebel

Auch hier habe ich mich nicht weiter aufgehalten. Ich war ja vor ein paar Tagen auf der Jungfernsteig-Tour hier. Die immer wieder aufsteigenden Nebelschwaden begleiteten mich nach wie vor treu auf meinem Weg.

Nebel und Wolken hält sich in den Senken

Die nächste Station, oder besser Hütte, sollte die Türlwandhütte am Fuße der Dachsteinbahn sein. Gut ausgeschildert und inzwischen auf breitem Weg. Der Weg hielt keine Herausforderungen bereit. Aber die brauchte es eigentlich auch nicht. War doch im wahrsten Sinne des Wortes „der Weg das Ziel“. Ich gewöhnte mich zwar so langsam an den Ausblick und blieb nicht mehr alle 5 Meter stehen um zu staunen, aber so ganz ohne Staunepausen ging es einfach nicht. Daher brauchte ich für die Tour wohl auch etwas länger 😉

Panorama auf dem 5-Hütten-Weg (Blick auf das Dachsteinmassiv)

Viele Stellen in diesem Streckenteil kannte ich schon von der Jungfernsteigtour, aber das war nicht tragisch. Wer sieht so etwas Schönes nicht gern auch noch ein weiteres Mal?

Türlwandhütte

An der Türlwandhütte bin ich ebenfalls schnell vorbei gelaufen. Die Hütte befindet sich in unmitellbarer Nähe der Dachsteinbahn und dorthin kann man auch mit dem Auto gelangen, was nicht wenige gemacht haben. Dementsprechend viel Gewusel gab es rund um die Talstation. Mir ist das immer zu viel Zivilisation…

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Außerdem lockte auch die vierte Hütte meiner Tour: die Dachstein-Südwandhütte. Die Hütte würde den höchsten Punkt meiner heutigen Rundwanderung bilden. Und dort wollte ich dann auch etwas länger bleiben und Pause machen. Geöffnet ist sie ja …

 

Der Weg hinauf schlängelte sich ganz eng an den Felsen entlang. Bäume gab es inzwischen keine mehr. Beim Wandern wird mir das oft gar nicht so richtig bewusst, aber bei der Nachschau der Fotos ist das wirklich auffällig. Oft liegen (bei mir 😉 ) nur ein paar Minuten zwischen den Bildern … und aus Waldfotos werden Fels- und Geröllbilder.

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Schon der Weg hinauf zur Dachstein-Südwandhütte versprach eine tolle Aussicht, wenn ich erstmal oben bin. Es ist wirklich kein Wunder, dass hier viele Drehorte für TV Heimatserien sind. 😉

Dachstein Südwandhütte

Und dann hatte ich den höchsten Punkte meiner heutigen Wanderung erreicht. Und JA … von da oben war der Ausblick einfach großartig… Ich weiß, ich schmeiße heute bei der Tourbeschreibung ordentlich mit Superlativen um mich 😉 Aber dieser strahlend blaue Himmel, die weißen schneebedeckten Gipfel und der weite Blick verlangen einfach danach! Auch heute, einige Wochen später beim Schreiben des Tourberichtes ist diese Gefühl wieder da!

Blick von der Dachstein Südwandhütte

Natürlich habe ich mir hier oben mehr Zeit genommen … eine Pause mit einem super leckeren Blaubeerkuchen und selbstgemachte Buttermilch von der Alm!

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Damit hatte ich also den höchsten Punkt meiner heutigen Wanderung erreicht und es galt den Rückweg anzutreten. Mit einem Dauergrinsen im Gesicht machte ich mich auf den Weg … über schöne schmale Pfade

… begleitet von strahlenden Herbstfarben

 

… und immer schönen Ausblicken.

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Um dem Tournamen alle Ehre zu machen, gab es auf dem Rückweg natürlich noch ein paar Hütten, die ich passierte. Zum einen war da die Walcheralm, in deren Käserei ich mich mit würzigem Käse eindeckte..

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… sowie die Brandalm und das Dachsteinhaus.

 

Nach reichlich 20 km war meine heutige herbstliche Hüttentour geschafft und ich fühlte mich einfach glücklich, dass ich diesen Tag so erleben durfte. Bin ich am Morgen noch bei grauem trübem Wetter gestartet, begrüßte mich Ramsau bei meiner Rückkehr mit blauem Himmel. … Herrlich!

 

 

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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