Drei an einem Tag…

Ich weiß; eigentlich heißt es „Sieben auf einen Streich“ aus dem Märchen „Das tapfere Schneiderlein“ … aber irgendwie passt es heute ganz gut als Überschrift für unsere Herbstwanderung durch die Sächsische Schweiz.

Meine Wanderungen führen überwiegend durch das rechtselbische Gebiet der Sächsischen Schweiz und doch gibt es auch auf der linken Seite tolle Strecken. Insbesondere befindet sich dort der höchste Berg der Sächsischen Schweiz: der Große Zschirnstein mit seinen 561 m. Und auf den sollte es heute gehen. Und wenn wir schon mal unterwegs sind, wollen wir die Kaiserkrone und auch den Kleinen Zschirnstein besuchen.

Ich starte solche Wandertage sehr gern früh, da dann noch nicht so viele andere Wanderer unterwegs sind und der Tag noch etwas Unschuldiges hat. Unsere Wanderung beginnt in Schmilka. Auf unserer morgendlichen Fahrt nach Schmilka ging es durch richtig dicke Nebelschwaden und wir hofften, dass sich der Nebel bald verzieht, damit wir mehr als nur die Hand vor dem Gesicht sehen würden.

Wir hatten Glück! Als wir um 9 Uhr in Schmilka mit der Fähre auf die andere Elbseite übersetzten, war der Nebel schon weitgehend weg und blauer Himmel zeigte sich.

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Direkt hinter der Fährstelle führte unser Weg hinauf in Richtung Kaiserkrone. Statt einen sanften Start in die Tour zu bekommen, ging es sofort über viele Stufen ziemlich steil bergauf. Das brachte unseren Puls gleich mal ordentlich in die Höhe 😉

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Aber wie immer, ist auch der steilste Anstieg irgendwann geschafft und wir konnten einen ersten Blick auf unseren ersten Gipfel des Tages werfen… die Kaiserkrone. Rechts oben in der Ecke ist die „Krone“ zu erkennen. Dort wollen wir hin.

Kaiserkrone

Auf breiten Wegen ging es in Richtung Schöna, wo wir rechts hinauf zur Kaiserkrone abbogen. Der Weg, den wir nutzten, wird gleichzeitig auch Caspar-David-Friedrich-Weg genannt.

Auf diesem Weg befinden sich diverse Standpunkte, die man von romantischen Landschaftsbildern des Malers kennt. Das Grundmotiv für sein Bild „Der Wander über dem Nebelmeer“ befindet sich auf dem Weg hinauf zur Kaiserkrone. Natürlich ist es keine getreue Abbildung des Standortes (der inzwischen auch ordentlich zugewachsen ist) … aber ich konnte der Versuchung nicht widerstehen, selbst auf den Stein zu krabbeln 😉

Am Fuß der Kaiserkrone

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Der Weg hinauf führt vorbei an markanten Felsen, die es so oft in der Sächsischen Schweiz gibt.

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Und dann hatten wir den ersten Gipfel für heute erreicht… die Kaiserkrone. Insgesamt gibt es da oben drei Gipfelbereiche, auf denen man eine phantastische Aussicht auf die Schrammsteine bzw. in die hintere Sächsische und Böhmische Schweiz hat.

Auf der Kaiserkrone

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Und ganz im Hintergrund sieht man den Großen Zschirnstein (links) und den Kleinen Zschirnstein (rechts)… unser nächstes Ziel. Ist noch ein Weg! 😉

Blick von der Kaiserkrone auf den Großen und Kleinen Zschirnstein

Aber der Weg ist sehr bequem, führt über breite Forstwege durch den Wald und gewährt ab und an einen wunderbaren Fernblick in die Böhmische Schweiz. Das sind zwar normalerweise nicht die Wege, die ich gern laufe, aber heute gab es keine anderen Wege zur Auswahl 😉

Herrliche Fernsicht in die Böhmische Schweiz

 

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Der Anstieg hinauf zum Großen Zschirnstein verläuft von der Kaiserkrone an eigentlich permanent und sanft, so dass die Höhenmeter wirklich kein Problem darstellen.

Und dann waren wir auf dem höchsten Berg der Sächsischen Schweiz … dem Großen Zschirnstein mit seinen 561m.

Auf dem Großen Zschirnstein

Wir hatten eine fantastische Fernsicht, Allerdings war es da oben ziemlich wuselig. Ich vermute mal, das liegt vor allem daran, dass die Wege so breit und bequem sind … da kommt man relativ schnell und einfach hinauf. 😉

Auf dem Großen Zschirnstein

Aber was soll’s?! Die Aussicht war es allemal wert! 😉

WIR auf dem großen Zschirnstein 😉

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All zu lange sind wir allerdings nicht auf dem Plateau geblieben und haben die Tour in Richtung Kleiner Zschirnstein fortgesetzt. Viel gibt es über diesen Weg nicht zu berichten. Breit. Tolle herbstliche Farben. Weniger Menschen 😉 Es geht zwar vom Großen Zschirnstein ein klein wenig abwärts, aber nicht wieder ganz hinab. Das Höhenniveau des Weges ist also wirklich einfach.

Und dann kamen wir an eine Stelle, bei der ich quasi ein Deja Vu hatte. Ich erinnerte mich plötzlich daran, dass ich vor reichlich zwei Jahren schon einmal auf der linken Elbseite in der Sächsische Schweiz unterwegs war um Gipfel zu erobern … mit dem Mountainbike. Damals wollte ich auch auf den Großen Zschirnstein … habs aber nicht „geschafft“ 😉 Statt den breiten Forstweg zu nehmen, war ich damals der Meinung, ich käme auch irgendwie auf einem kleinen abenteuerlichen Pfad hinauf. Gelandet bin ich dann im Dickicht und nicht oben auf dem Gipfel! 😉 Das habe ich dann dieses Jahr wenigsten zu Fuß nachgeholt! 😉 Und bei beiden Touren kam ich – nachdem ich den Großen Zschirnstein passiert bzw. umfahren hatte – hier an diesem Wildbretkeller vorbei.

Wildbretkeller

Hierbei handelt es sich um eine Höhle, welche bis in das 18. Jahrhundert bei königlich-sächsischen Hofjagden als Zwischenlager für das erlegte Wild genutzt wurde. Aber die Zeiten der großen Jagden ist längst vorbei und heute erinnert nur eine Infotafel die Wanderer an die frühere Funktion der Höhle.

Unser Weg führte nach wie vor auf breiten Forstwegen, aber dafür bei herrlichem Sonnenschein durch den Wald. Das war so richtig zum Genießen. Und dann waren wir auf dem Kleinen Zschirnstein. Allein! Da war kein Mensch! Herrlich. 😉 Genau wie die Aussicht!

Der Kleine Zschirnstein hat aber nicht nur einen Gipfel. Bevor man auf das Hauptplateau gelangt, kommt man zu einem kleinen „Vorgipfel“, auf dem man sich quasi einen Vorgeschmack holen kann, auf das was noch kommt. 😉

Blick vom Kleinen Zschirnstein

 

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Von hier aus konnte man das Hauptplateau sehen, zu dem es nur noch ein paar Meter waren. Schnell hatten wir den Kleinen Zschirnstein bzw. seinen Hauptgipfel erreicht.

Hauptplateau des Kleinen Zschirnsteins

Inzwischen hatte sich der Himmel leider etwas zugezogen und es wehte ein ziemlich kalter Wind.

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Trotzdem haben wir uns ein bisschen Zeit genommen und die Kletterer zugesehen, die an einem der umliegenden Gipfel ihrem Hobby nachgingen. Ich bin zwar Anfang Oktober auch am Felsen rumgekrabbelt, aber das war auf einem Klettersteig und mit Tritthilfen. Zu sehen, wie man so mehr oder weniger frei die Felsen hoch klettert, fasziniert mich, aber selbst hätte ich dafür viel zu viel „Schiss“ 😉

Kletterer am Kleinen Zschirnstein

Damit hatten wir den dritten Gipfel der heutigen Tour geschafft und machten uns auf den Rückweg in Richtung Rheinhardtsdorf-Schöna und zur Fährstelle Schmilka. Während es heute ohnehin schon die ganze Tour auf breiten Forstwegen durch die Sächsische Schweiz ging, wurde der Weg nach etwa der Hälfte des Rückwegs noch ausgebauter: aspahltiert! 😮 Ich werde nie verstehen, warum man mitten im Wald einen Weg asphaltieren muss!

Nicht sonderlich schön … asphaltierter Wanderweg

Das Interessanteste auf dem Rückweg war auch nur noch  dieser witzig gestaltete Baum in Rheinhardtsdorf-Schöna. Da hat jemand wirklich viel Liebe fürs Detail bewiesen … und erfreut die Wanderer.

Künstlerische Grundstücksgestaltung in Rheinhardtsdorf-Schöna

 

Tourende an der Fähre in Schmilka

 

In der Schmilkaer-Mühle haben wir uns zur Belohnung noch einen leckerem Kuchen und Kaffee gegönnt, bevor wir – um die herbstlichen Farben noch etwas im Abendlicht genießen zu können – die Rückfahrt ausgedehnt und einen „Umweg“ durch das Kirnitzschtal und über Neutstadt genommen haben. Mit diesem tollen Sonnenuntergang durften wir dann den wunderbar langsamen Tag ausklingen lassen…

Sonnenuntergang zum Tagesabschluss

Und das war die ganze Tour … zwar auch 20 km, aber auf Grund der breiten Wege völlig entspannt zu gehen. Man kann auch sagen familienfreundlich 😉

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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