Wilde Wildnis – endlich mal wieder!

Na ja, ganz so wild ist die Sächsische Schweiz, wo ich endlich mal wieder wandern war, heute nun doch nicht 😉  Aber ein Spruch an den Mauern vom Gasthof Zur Mühle in Schmilka brachte mich mit dieser Einschätzung zum Schmunzeln und ich entschied mich, dies zur Überschrift meiner heutigen Tourgeschichte zu machen.

Wandspruch Hotel Zur Mühle

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Meine heutige Tour sollte in Schmilka beginnen. Schon lange wollte ich einmal von Schmilka aus in die Kernzone der Sächsischen Schweiz eintauchen und als erstes die Kipphornaussicht ansteuern. Ich war dort schon einmal Mitte 2016 und ich hatte Lust mal wieder diesen weiten Blick über das Elbtal zu genießen.

Also ging es recht früh aus den Federn und mit der S-Bahn nach Schmilka und schnell noch mit der Fähre über die Elbe…

In Schmilka mit der Fähre über die Elbe

…bevor mein Aufstieg begann. Leider war das Wetter noch nicht so strahlend. Es hatte in der Nacht heftig geregnet und die Wolken hatten sich noch nicht verzogen. Ich konnte auch sehen, wie sich an der einen oder anderen Stelle Nebel zwischen den Bäumen hielt. Aber meine immer freundliche Wetter-App prophezeite Sonne und das wollte ich gern glauben 😉

Wählt man diese Route über den Bergsteig, geht es ziemlich schnell ziemlich steil aufwärts. Ich gebe zu, dass mein Puls ganz schnell am Rasen war. Da merkte ich sehr heftig das fehlende Training … 🙁

Und doch war der Weg hinauf einfach schön. Die Sonne ab und an hervor und der Bergsteig und der Wald boten mir immer wieder Fotomotive, damit ich mich etwas erholen konnte 😉

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Bei meinen Wanderungen bin ich immer wieder fasziniert, wie sich die Bäume ihren Lebensraum erobern und auch erhalten. Besonders auffällig sind die Wurzeln, die sich mit aller Macht an oder um die Felsen klammern, um sich ihren Stand zu erhalten. Echt beeindruckend…

Lebenskünstler…

Irgendwann war ich oben in der Nähe vom Winterberg angekommen und ein Wegweiser verkündete mir, dass mein erstes Highlight am heutigen Tag, die Kipphornaussicht, nur noch 10 Minuten entfernt ist. Also nichts wie hin!

Kipphornaussicht – erstes Tagesziel gleich geschafft

Allerdings hatte ich so langsam das Gefühl, dass das mit der tollen Aussicht auf der Kipphornplattform evtl. nichts werden könnte. Der Nebel um mich herum wurde immer dichter… SO war das ganz sicher nicht geplant! :-8

Nebel war heute eigentlich nicht auf dem Plan 🙁

Und wie befürchtet, war es auch. Ich kam um 10 Uhr an der Kipphornaussicht an und … sah rein gar nichts! 🙁

Kipphornaussicht – ohne Aussicht

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Diese Nebelstimmung und die schon herbstlich anmutenden Farben haben mir wirklich das Gefühl gegeben, ich bin nicht im Hochsommer, sondern mitten drin im Herbst… Schade. 🙁

Na ja, aber es half ja nichts. Ich hatte noch ein ganzes Stückchen Weg vor mir und ich hoffte auf andere Aussichten. Also habe ich mich nach einer kleinen Pause auf den Weg gemacht und siehe da! Ich war keine 20 Minuten auf dem Müllerwiesenweg und dem Roßsteig in Richtung Zeughaus unterwegs, brach die Sonne endgültig durch die Wolken. Herrlich!

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Auf relativ ebenem oder abwärts führenden Weg genoss ich die Stille und die Geräusche des Waldes, bis ich meine nächste Chance für einen Fernblick erhielt … die Goldsteinaussicht

Auf zur Goldsteinaussicht

Und ich hatte Glück. Es war zwar noch ziemlich diesig, aber diesmal konnte ich über die Weite der Sächsischen Schweiz Richtung Osten sehen. Einfach schön … Und ja, dieser Blick über die dichte Waldfläche hatte etwas von Wildnis … so wie es in Schmilka an der Mühle stand.

Blick vom Goldstein

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Und so sieht der Goldstein von unten aus:

Goldstein von unten

Bis zum Alten Zeughaus ging es nur noch bergab … sehr steil bergab! Mir kamen Wanderer entgegen, die mein tiefstes Mitgefühl hatten, denn sie mussten ganz ordentlich nach oben. Allerdings war mir auch klar, dass in nicht all zu ferner Zukunft ich genau so wieder den Berg hinauf musste, denn meine Tour führte mich über den Winterberg wieder zurück nach Schmilka.

Am Zeughaus verzichtete ich auf eine Einkehr, Schickte einen Gruß zum Teichstein hinauf, an den ich auch schöne Erinnerungen in Sachen Fernblick habe..

Blick vom Zeughaus auf den Teichstein

… und machte mich auf den Rückweg. Der Weg zu den Richterschlüchten (die mich zum Winterberg zurück bringen sollten) führte mich erst einmal auf breitem Forstweg mitten durch den Großen Zschand auf dem gleichnamigen Wanderweg. Und auch der Abzweig hinein in die Richterschlüchte sah gar nicht so steil aus. Ein relativ breiten Weg, der rechts und links von großen Felsformationen flankiert wurden … eine Schlucht eben.

entspannter Teil der Richterschlüchte

Aber es bliebt natürlich nicht so, denn irgendwie musste ich ja die rund 300 Hm, die zwischen dem Zeughaus und dem Winterberg liegen wieder hinaufkraxeln 😉 Der Weg wurde steiler, enger und um einiges steiniger.

Die Richterschlüchte steiler und steiniger

Und dann war ich – mit einiger Schnappatmung zwischendrin – wieder oben am Katzenstein auf dem Winterberg (da war ich ja vor einigen Stunden schon einmal) und blickte mal wieder auf einen Wegweiser zur Kipphornaussicht! Inzwischen schien die Sonne ohne Unterlass. Man musste jetzt am Kipphorn eine grandiose Aussicht haben! Ich musste einfach noch mal hin. Ja, ich würde dafür 4 km mehr laufen müssen, aber das war es mir wert! Ich wollte zur Aussicht.

Also machte ich mich auf den Weg und JA! Es hat sich gelohnt!

Kipphornaussicht

Dort wo heute morgen noch dicker undurchdringlicher Nebel wabberte konnte ich nun über das Elbtal, die Schrammsteine und die Sächsisch-Böhmisch-Schweiz sehen. Ein so schöner Blick, der für den Umweg auf jeden Fall entschädigt.

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So konnte die Wanderung nun zu Ende gehen.

Über die Weiberfähre (wer denkt sich nur solche Namen aus? 😉 ) und den Wurzelweg, der eigentlich überhaupt nicht wirklich wurzelig, sondern ein recht breiter Forstweg war, ging es dann zurück nach Schmilka, dem Ausgangs- und Zielpunkt meiner Wanderung

Und das war meine Tour …

Download

 

Nach relativ langer Zeit war ich endlich mal wieder wandern und in der Sächsischen Schweiz unterwegs. Ein wunderbarer stiller Tag, denn ich war heute bis auf ganz wenige Momente auf meinem Weg immer allein. Nur die Geräusche des Waldes waren zu hören. Ich habe dann immer ein bisschen das Gefühl, als würde mich der Wald umhüllen … mit seiner „wilden Wildnis“ 😉

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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