Gipfel ohne Aussicht

Heute wollte ich mal wieder eine Wanderung mit einem Bergführer vom Tourismusverband Nauders machen. Das ist eine echt super Sache. Gäste von Nauders können kostenfrei an geführten Bergwanderungen in die Umgebung von Nauders teilnehmen. Lediglich bei notwendigen Transporten wird ein kleiner Obolus fällig. Ein toller Service am Gast!

Der Plan für heute war eine Wanderung zum Schmalzkopf, der eine Gipfelhöhe von 2.728 m hat.

Anders als vor zwei Tagen, als ich mit den Nauderer Höhenweg gewandert bin, hatte der Wettergott heute morgen keine so richtig gute Laune. Beim Blick aus dem Fenster meiner Ferienwohnung bot mir der Himmel ein graues und bedecktes Bild. Und es war echt kühl. 😮

Um 9 Uhr war Treff und weil die Wettervorhersage ab dem Nachmittag ordentlich Regen prognostizierte, sind wir mit einem Wandertaxi erstmal bis zur Labaunalm hoch gefahren, weil uns der Aufstieg bis dorthin sonst zu viel Zeit gekostet hätte.

Dort angekommen, musste ich mir erstmal meine erste zusätzliche Klamottenschicht anziehen. Zum Glück hatte ich noch ein bisschen Reservere in den Rucksack gepackt. Hier oben auf knapp 2.000 m war es noch mal um einiges kühler als unten in Nauders im Tal. 600 Hm machen da schon einen ordentlichen Unterschied. Klar weiß ich, dass mir beim Laufen schnell viel wärmer wird, aber erstmal musste das sein!

Kalt – da braucht es zusätzliche Stofflagen 😉

Und dann ging es los. Die erste „Herausforderung“ waren Kühe. Gerade als wir auf der Alm ankamen, war es für die Kühe der Labaunalm Zeit, sich auf Futtersuche zu begeben. Ich gebe zu, dass es für mich schon ein etwas komisches Gefühl war, so mitten zwischen diesen großen Viechern zu stehen … egal wie treuherzige Augen die haben. Da halte ich dann doch lieber etwas mehr Abstand 😉

Gewusel …

Der Weg war erst einmal ein richtig breiter Forstweg und zum warm werden super. Aber nach gut einem Kilometer haben wir den breiten Weg verlassen und ab hier ging es auf einem schmalen Pfad den Berg hinauf.

1,5 Stunden zum Gipfel

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Inzwischen war es nach 10 Uhr, aber die Pflanzen trugen immer noch eine Raureifschicht. Und auch mir war – trotz des Aufstiegs – kalt. Leider hatte ich keine Handschuhe mit … wer denkt schon Ende Juni daran, Handschuhe in den Wanderrucksack zu packen? 😮 Ich jedenfalls nicht … passiert mir nicht noch mal! 😉

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Stück für Stück stiegen wir immer höher und leider wurde mit jedem Höhenmeter der Nebel immer dichter. Nur ganz selten bot sich uns eine wenigstens klitzekleine Aussicht.

Ein bisschen Aussicht

Den größten Teil des Weges haben wir einfach gar nichts gesehen.

Nichts zu sehen

Da hatten wir Glück, dass wir nicht am Gipfelkreuz vom Schmalzkopf vorbeigelaufen sind 😉

Wir kommen dem Gipfel näher.

Inzwischen hatte ich jede Lage an mir, die in meinem Rucksack drin war. Sogar die beiden Regenjacken, weil „Plastik“ ja auch irgendwie die Körperwärme drin hält. Ich war froh, dass mir unsere Wanderführerin mal für ein paar Minuten ihre Handschuhe geliehen hat.

So richtig konnte ich die Gipfelerklimmung nicht genießen, aber auf jeden Fall war ich oben und das ist ja auch schon mal was. Wenn ich wieder nach Nauders komme, werde ich den Schmalzkopf ganz sicher noch mal bei „Licht“ besuchen 😉

Auf dem Schmalzkopf (2.728 m) … aber leider ohne Aussicht

Sehr lange haben wir uns oben nicht aufgehalten. Dafür war es einfach zu kalt. Das Wetter wurde auch immer schlechter und niemand hatte wirklich Lust, den Abstieg ins Tal auch noch bei Regen machen zu müssen. Immerhin mussten jetzt 1.400 Hm Abstieg geschafft werden. Zurück gab es nämlich kein Wandertaxi …

Schnell wieder zurück ins Tal

Je näher wir nach Nauders kamen und so lichter wurde der Himmel. So hatten wir wenigstens im Tal noch so etwas wie einen schönen Ausblick, auch wenn uns der auf über 1.000 m höher verwehrt blieb.

Im Tal ist es heller…

Trotz allem war es eine schöne Wanderung – auch wenn die Umstände nicht optimal waren, Es ist schön, sich den Berg Meter für Meter zu erobern und am Ende oben auf dem Gipfel zu stehen.

Allerdings ist mir heute auf der Tour auch wieder einmal bewusst geworden, dass man nie leichtfertig auch auf kurze Touren gehen sollte. Zumindest in größeren Höhen. Das Wetter kann schnell umschlagen und einem schon zu schaffen machen. Insbesondere Mütze, Handschuhe und immer noch einen warmen Pullover sollte man dabei haben … auch wenn man all das vielleicht umsonst mit sich rumträgt. Wenn das Wetter umschlägt, ist man froh, alles dabei zu haben.

Und das war die ganze Nebeltour auf den Schmalzkopf.

Download

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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