Der Wettergott hat schlechte Laune

Heute morgen brauchte ich etwas länger, um in die Gänge zu kommen. War von gestern doch noch etwas durchgeschüttelt 😉 Beim Blick aus dem Fenster war klar, dass der Wettergott heute nicht so toller Laune war. Es regnete und meine ansonsten immer sehr freundliche Wetter-App meinte, dass es heute auch nicht wirklich besser wird.

Also haben wir alle unsere Regenklamotten hervorgekramt und uns auf einen kühlen nassen Radeltag eingestellt. 🙁 Und das ausgerechnet heute, wo es doch nach Sankt Goar zur Loreley geht!

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Vom Hotel führte unser Weg erstmal in die Innenstadt, wo es für einige von uns so etwas wie ein Deja Vu gab. In Mainz fließt der Main in den Rhein und 2009 führte die Himmelfahrtstour den Main entlang. Und genau hier, am Zufluss des Mains in den Rhein, war 2009 die Main-Tour zu Ende. Hoffentlich war damals das Wetter besser als heute…

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Danach haben wir Mainz als Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz über die Theodor-Heuss-Brücke verlassen, was nicht ohne Tragepassage ging 😉 , …

 

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… die Rheinseite gewechselt und waren ganz fix in Wiesbaden (Stadtteil Mainz-Kastel), der hessischen Landeshauptstadt.

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Der Radweg auf der rechten Rheinseite ab Wiesbaden war super angelegt, auch wenn wir das heute bei dem trüben Wetter gar nicht richtig genießen konnten. Er führte uns u.a. vorbei am Schloss Biebrich

Schloss Biebrich in Wiesbaden

… durch die Rheinwiesen

Rheinwiesen (Wiesbaden)

… und vorbei am Schiersteiner Hafen.

Schiersteiner Hafen (Wiesbaden)

So radelten wir einen Kilometer nach dem anderen durch den kalten grauen Vormittag, bis mich der Pechteufel ereilte und ich meinen ersten Platten hatte, seit ich 2011 bei der Tour mitfahre. War wohl mal an der Zeit. 😉 … Eigentlich ist das kein so großes Problem. Mit etwas Zeit und Ruhe bekomme ich den Schlauch auch selbst gewechselt, aber zu allem Überfluss fing es gerade jetzt auch wieder richtig ordentlich an zu regnen 🙁 Ich war ziemlich froh, dass ich auf helfende Hände zurückgreifen konnte. 😉 Danke!

ritterliche Hilfe im Regen

Heute ist ja nicht nur der fünfte Tourtag, sondern gleichzeitig auch Christi Himmelfahrt / Vatertag und das ist traditionell der Tag, an dem wir noch mehr als sonst nach netten Biergärten oder Lokalitäten suchen, um einzukehren und möglichst ein bisschen zu feiern.

Aber heute war bei diesem Regen nicht viel zu finden. Vermutlich war es allen irgendwie zu nass und zu kalt (so wie übrigens auch mir 😉 … ich hatte inzwischen jede Stofflage angelegt, die mein Rucksack hergab!) In Hattenheim (kurz hinter Eltville) hatten wir Glück und sind auf eine geöffnete Wirtschaft getroffen. Ich habe mir erstmal einen heißen Tee gegönnt! (für 3 Euro!!!! Zum Vergleich: das Bier kostete 2,90 Euro … was sagt man denn dazu?!)

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Nachdem wir uns gestärkt und halbwegs aufgewärmt hatten, ging es nur ein kleines Stückchen weiter bis Mittelheim, um erneut die Rheinseite zu wechseln … diesmal aber mit der Fähre. Und es regnet und regnet und regnet … was war heute nur mit dem Wettergott los? 🙁

Zumindest sind die Radklamotten farbenfroh 😉

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Wenn man so mit der Fähre auf dem Rhein übersetzt, merkt man erstmal, wie breit dieser Fluss mitunter ist. Da ist die Elbe in Dresden echt ein kleines Flüsschen dagegen.

Auf dem Rhein (Mittelheim nach Ingelheim)

Und dann war es endlich soweit. Wir radelten in das Obere Rheintal. Endlich Abwechslung für das Auge! Dieses Landschaftsgebiet, dass sich etwa ab Bingen bis Koblenz über 67 km Länge erstreckt, ist Weltkulturerbe. Rechts und links vom Rhein rückten die Felsen immer näher. Ich freute mich auf eine spannende Gegend.

Die Felsen rücken näher – Rheintal bei Bingen

Die folgenden Bilder geben einfach ein paar Impressionen der etwa 25 km langen Strecke von Bingen bis fast nach St. Goar, unserem heutigen Tagesziel. Wie toll muss es hier sein, wenn die Sonne scheint?! Obwohl … die tief hängenden Wolken und der Nebel haben dem Tal auch irgendwie etwas mystisches verliehen. Auf eine gewisse Weise fand ich es doch schön 😉

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Wir hatten erst ein bisschen Sorge, dass das Miteinander von Straße, Bahnstrecke und Radweg das Radeln durch das Obere Rheintal eher zu einer Quälerei als zu einem Vergnügen machen würde. Aber das ging wirklich gut. Ich jedenfalls fand das Nebeneinander der Verkehrsadern nicht wirklich störend.

Und dann hatten wir sie endlich erreicht: die Loreley!

Loreley

Ich gebe zu, dass ich fast vorbei gefahren wäre. 😉 Keine Ahnung, was ich erwartet hatte, aber diese auf den ersten Blick für mich eher unspektakuläre Felserhebung hätte ich echt nicht mit der legendären Loreley in Verbindung gebracht. Da sind ja meine Hügel in der Sächsischen Schweiz höher! 😉 😉

Loreley

Es gibt mehrere Versionen der Sage rund um das Mädchen Loreley, das oben auf dem Felsen gesessen haben soll. Die bekannteste ist wohl die Version, wonach ein blondes langhaariges Mädchen namens Loreley auf dem Felsen am Rhein saß, ihr goldenes Haar kämmte und dabei eine liebliche Melodie sang. Ihr Aussehen und der Gesang waren so bezaubernd, dass die Schiffer auf dem Rhein zur Loreley hinaufsahen und auf die gefährlichen Riffe, Felsen und Untiefen des Rhein fuhren. Dabei kamen viele Schiffer ums Leben.

Die Loreley-Sage

Na ja, ich jedenfalls habe oben auf dem Felsen niemanden sitzen sehen oder singen hören 😉 … Aber ich bin ja auch kein Schiffer 🙂

Jetzt waren es nur noch ein paar Meter und eine Fährüberfahrt in Sankt Goar und wir erreichten unser heutiges Domizil, das Hotel Adler.

Fährüberfahrt in St. Goar

Rheinhotel Adler in St. Goar

Nach einer ordentlich heißen Dusche sah die Welt schon wieder etwas besser aus. 😉

Am Abend sind wir noch einmal losgezogen, um der Loreley ein wenig näher zu kommen. Wir hatten im Hotel Loreleyblick reserviert und vom Lokal einen schönen Blick auf den Loreleyfelsen im Abendlicht …

Loreleyfelsen in der Abendsonne

… ansonsten aber leider den Charme einer Bahnhofsmitropa „zu genießen“. Na ja, es kann ja nicht immer klappen. Auf dem Rückweg zum Hotel gab’s noch einmal eine Fährfahrt mit der der Tag eigentlich hätte ausgeklingen sollen.

Nächtliche Fährfahrt in Sankt Goar

Sollte. Eigentlich“ … 😉 Auf dem Weg zum Hotel hörten wir aus einiger Entfernung noch Musik vom örtlichen Feuerwehr-Himmelfahrtsfest. Und natürlich sind wir hin. Wir waren den ganzen Tag auf der Suche nach einer Vatertagsparty und hier endlich hatten wir Glück! Waren ein paar lustige Stunden und auf jeden Fall ein kurzweiliger Tagesabschluss 😉

Und hier ist unsere Strecke durch das Obere Rheintal zum Nachfliegen.

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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