Das erste Mal

Wie schnell doch die Zeit vergeht. Ein Jahr ist es her, dass wir uns alle ein wenig wehmütig nach der Donautour 2017 in Wien verabschiedet haben, weil es ein Jahr dauern würde, bis wir wieder gemeinsam auf Tour gehen. Und nun ist sie da, die Himmelfahrtstour 2018, die uns diesmal den Rhein entlang von Breisach nach Bonn führen wird.

Gestern Abend sind wir – bis auf Michael und Manuela, die im Laufe der Woche noch zu uns stoßen werden – in Breisach eingetrudelt. Es ist immer schön, wenn alle wieder beieinander sitzen, das erste Bier oder den ersten Wein gemeinsam trinken und sich über die Ereignisse des vergangenen Jahres austauschen. Eben wie das so bei Freunden ist 😉 Im Hotel Bären haben wir einen entspannten Abend verbracht.

Hotel Bären in Breisach

Und ich muss immer schmunzeln, wenn jeder so ein bisschen von seinen Bedenken berichtet, wie man denn so eben mal wieder 100 km am Tag radeln solle. Wobei … so ganz stimmt das ja nicht! Manfred ist von uns allen derjenige, der das ganze Jahr radelt und total fit ist. 😉

Und dann geht es endlich los. Der erste Radelmorgen startet mit dem üblichen Gewusel. Noch ein bisschen holprig, weil sich die Routine erst wieder einstellen muss, aber bei der 15 Tour seit 2004 hat die Kernmannschaft, bestehend aus Dietrich, Bernd, Manfred und Thorsten, wirklich schon genug Routine. Wir anderen üben noch 😉

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Anders als sonst üblich, starten wir 2018 schon am Sonntag, da wir in diesem Jahr eine recht lange Tour über mehr als 550 km geplant haben. Und damit diese Strecke noch halbwegs entspannt erradelt werden kann, haben wir dieses Jahr einen zusätzlichen Tag. Über 100 km sollte unsere erste Etappe bis nach Kehl führen.

Und das sind wir … wie immer ein lustiges Grüppchen 😉

Doch zuerst galt es auf Tuchfühlung mit dem Rhein zu gehen. Auch wenn wir das erste Mal am Rhein auf Tour gehen, so starten wir dieses Jahr nicht an der Quelle (das wird wohl 2019 erst passieren). In Breisach ist der Rhein schon ein richtig breiter Fluß und so war es schon ein besonderer Moment, als wir das erste Mal oben auf dem Damm standen und der Rhein bei strahlend blauem Himmel und herrlich warmen Temperaturen so an uns vorbeizog.

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andächtiges Genießen 😉

Auf den ersten Kilometern der Strecke wurde dann auch immer wieder angehalten, um dem Fluss in aller Ruhe zuzusehen und ihn zu bewundern.

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Der Radweg war etwas gewöhnungsbedürftig. Es ging oben auf dem Damm auf ziemlich losem Kies und Schotter entlang. Ich war heilfroh, dass ich mit dem MTB unterwegs war, da mir die breiten Reifen und das Profil genügend Sicherheit gaben, um auf dem Weg voran zu kommen.

Ich habe all die Radler bewundert, die da mit relativ schmalen Reifen eines normalen Tourenrades / Stadtrades unterwegs waren … das muss eine ziemliche Plackerei sein. Mit einem Rennrad ist dieser Weg nicht zu fahren. Leider sollte dieser Zustand des Radweges erst Mitte der zweiten Etappe besser werden.

Ich war ehrlich überrascht, wie sauber der Rhein ist. An manchen Stelle konnte man richtig auf den Grund sehen. Natürlich ist mir klar, dass das ziemlich am Rand und damit schon von Haus aus  flach war. Hätte ich trotzdem so nicht erwartet.

Auch die große Flussschifffahrt war für uns heute noch nicht so präsent. Der Teil des Rheins, an dem wir heute langgeradelt sind, war der nicht schiffbare Teil, der immer wieder durch Staustufen unterbrochen ist. Die großen Passagier- und Frachtschiffe fahren auf einem anderen Teil des Rheins. Unten auf der Landkarte ist das recht gut zu erkennen.

Auf unserer ersten Etappe hatten wir heute sogar Gruppenzuwachs 😉 Unterwegs begegnete uns ein älterer Herr (82!), der auch den Rhein entlang und heute bis Kehl wollte. Am Morgen war er in Freyburg gestartet war. Mit seinem E-Bike wollte er insgesamt bis Köln radeln. Da wir den gleichen Weg hatten, sind wir irgendwie immer wieder zusammen gefahren oder uns begegnet. Allerdings hatte er heute so seine liebe Not. Wegen dem heftigem Gegenwind, der heute auf der Strecke herrschte, verbrauchte sein E-Bike wesentlich mehr Strom, als er angenommen hatte. Und ohne Strom ist so ein E-Bike echt eine Herausforderung, weil es einfach schwer zu fahren ist. Muss man dann auch noch die ganze Strecke ständig auf den Akkustand achten, weil man nicht weiß, ob es bis zum Ziel reicht, wird so ein Radeltag zur echten Nervenprobe. Hinzu kam, dass der Gegenwind nicht nur den Akku, sondern auch die eigenen Kräfte über Gebühr strapazierte. Ich habe ihn echt bewundert, mit welcher Zähigkeit er sich vorwärts gekämpft hat. Bei unserer letzten Rast in der Nähe von Meißenheim war sein Akku am E-Bike dann wirklich so aufgebraucht, dass er sein Rad bei uns in den Hänger geladen und mit Fred im Bus entspannt bis Kehl mitgefahren ist. Ich hoffe, dass ich auch so viel Glück haben werde, wenn ich mal (irgendwann in ferner Zukunft 😉 ) mit dem E-Bike unterwegs bin und mein Akku den Geist aufgibt 😉 …

Im Übrigen hat heute jedem der Wind zu schaffen gemacht. Der Radweg führt oben auf dem Damm entlang und da war der Gegenwind teilweise so unangenehm, dass es besser war, auf dem Weg neben dem Damm zu fahren … auch wenn man dann den Rhein nicht sehen konnte. Aber das war schon ok 😉

Da – wie immer – Fred unser treuer Fahrer mit dem Bus und dem Verpflegungshänger alle ca. 20 km auf uns wartete, gestaltete sich unser erste Tag ansonsten recht entspannt, auch wenn sich mein Hintern erstmal wieder an den Sattel gewöhnen musste. Ich habe schon gemerkt, dass ich längere Zeit nicht wirklich mit dem Rad unterwegs war.

Und solch eine Gräßlichkeit gab es heute auch:

Am Abend sind wir alle gut, wenn auch etwas geschafft, nach knapp 100 km in Kehl, unserem heutigen Etappenziel, angekommen. Und damit wir nach dieser Tour nicht erst noch auf die Suche nach einer „Futterquelle“ gehen mussten, hat der Wirt des Hotelrestaurants Rosengarten extra für uns geöffnet. War ein toller Service. Am Abend ist dann auch Michael zu uns gestoßen, so dass unsere Truppe wieder ein bisschen vollständiger wurde.

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Die heutige Etappe hatte eigentlich keine wirklichen Highlights, die man besonders erwähnen müsste. Aber irgendwie war das auch völlig in Ordnung so, denn jeder musste und wollte erstmal wieder ankommen und seinen Rythmus finden. Es war ein wunderbarer erster Tourtag und das Wetter hat auch mitgespielt. Hier sind einfach noch ein paar Momentaufnahmen des Tages:

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Und wie immer gibts zum Schluss den Streckenverlauf.

Download

 

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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