Osterwanderung – Malerweg (1. Etappe)

Es wurde endlich mal wieder Zeit, dass ich mich auf den Weg mache und ein bisschen auf Schusters Rappen durch die Sächsische Schweiz wandere. Und der heutige Karfreitag sollte nach so langer Zeit endlich schönes Wetter bringen. Also habe ich mir die Wanderschuhe geschnappt und bin relativ früh (für einen Feiertag 😉 ) nach Lohmen aufgebrochen.

Mein heutiger Plan war die erste Etappe des Malerwegs zu laufen. Der Malerweg ist ein 112 km langer Fernwanderweg, der sich in U-Form durch das Elbsandsteingebirge schlängelt. Ich wollte den schon seit längerem gehen, aber bisher hat es nicht geklappt. Dieses Jahr nun will ich die Strecke in wahrscheinlich 7 Etappen laufen … so zumindest der Plan 😉 . Und heute, am Karfreitag fange ich einfach mal damit an. Und wenn ich es nicht gewusst hätte, wäre ich spätestens beim Anblick dieser Grundstücksdeko in Lohmen ohne jeden Zweifel gewesen, dass Ostern ist… 😉

Ja… es IST Ostern!

Eigentlich gibt es keine wirklich festgelegten Etappen und jeder kann sich die Länge seiner einzelnen Abschnitte selbst raussuchen, aber ein bisschen ist man natürlich an die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel gebunden. Da Start- und Etappenziel nicht identisch sind, muss man ja auch immer wieder Anschluss an die Rückfahrgelegenheit finden 😉 Ich habe in der Vergangenheit festgestellt, dass ich an einem Tag so etwa 15 km bis max. 20 km wandern mag, ohne den Spaß zu verlieren. Entsprechend habe ich meine heutige Etappe von Lohmen bis zur Hocksteinschänke geplant.

Normalerweise startet der Malerweg in Liebethal, führt entlang der Wesenitz durch den Liebethaler Grund und zweigt etwa in Höhe Lohmen von der Wesenitz ab. Für mich war es logistisch (wegen der Taktung der S-Bahn) etwas besser, in Lohmen zu starten. Doch statt gleich direkt auf den Malerweg zu gehen, habe ich mich entschieden, das erste Stück meines Weges entlang der Wesenitz auf dem Wesenitztalweg zu wandern.

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Ich wollte einfach ein bisschen dem Bachlauf folgen UND noch ein wenig allein unterwegs sein. 😉 Das meine Idee, am Karfreitag das freundliche Wetter zum Wandern zu nutzen, auch andere hatten, durfte ich nämlich gleich am Morgen spätestens in der S-Bahn zur Kenntnis nehmen… rappelvoll 😮

Und mein Bild des Tages habe ich doch tatsächlich gleich zu Beginn und etwas abseits vom Malerweg gefunden, nämlich die Wasserkraftanlage Niezelgrund.

Wasserkraftanlage Niezelgrund

Schon öfter hatte ich dieses Motiv in diversen Fotoblogs gesehen, aber ich wusste nicht wirklich, wo es ist und nun purzelte es mir quasi vor die Füße. Herrlich verwunschen, durch die Moosschicht auf den Steinen. Ein schöner Tourstart.

Nach etwa 3 km kreuzte sich mein Weg entlang der Wesenitz mit dem Malerweg und – nach einem letzten Verweilen in der Lohmener Klamm …

Lohmener Klamm an der Wesenitz

… führte mein Weg nun „vorschriftsmäßig“ auf dem Malerweg weiter 😉

Auf dem richtigen Weg

Besonders spektakulär war der weitere Weg erstmal nicht. Auf einem ziemlich matschigen Feldweg ging es über freies Gelände ein Stück zurück nach Lohmen und dann weiter Richtung Uttewald.

Auch das ist der Malerweg (bei Lohmen)

Doch es dauerte nicht all zu lange und ich durfte wieder in den Wald eintauchen. Vor ein paar Monaten war ich schon einmal hier. Damals bin ich mit den Mädels bei einer Collos-Ausfahrt mit dem MTB durch die Gegend geradelt.

Ich mag diesen Moment immer wieder sehr, wenn ich in den Wald eintauche; wenn ich plötzlich umgeben bin von hohen Bäumen, der Stille des Waldes und wenn mich die hohen Felsen begrüßen.

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Im Uttewalder Grund

Auf diesem Wegabschnitt war es noch ziemlich ruhig. Noch keine Menschenmassen und daher genug Momente, um dies tollen Felsformationen zu genießen. Es war zu merken, dass ich mich langsam aber sicher dem Uttewalder Felsentor näherte. Die Felsen rückten näher an den Weg und es wurden immer größere und zusammenhängendere Felsabschnitte.

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Und dann war ich am Uttewalder Felsentor. Dabei handelt es sich um eine Felsformation, bei der sich mehrere hintereinander liegende Felsbrocken zwischen die seitlich aufsteigenden Felswände gequetscht haben. Und weil man darunter durchgehen kann, nennt man diese Stelle das Uttewalder Felsentor.

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Danach wurde die pilgernden Menschen(massen) ziemlich schnell sehr viel mehr. 😮 Dies liegt vor allem daran, dass der Weg kurz nach dem Felsentor quasi asphaltiert und somit auch mit Kind und Kegel (samt Kinderkutsche) begehbar ist. Ich brauchte eine Weile, um mich darauf einzustellen. Natürlich wusste ich, dass ich nicht allein unterwegs sein werde, aber diese teilweise sehr lauten Menschengruppen nahmen dem Wald einfach jede Ruhe. Leider nicht zu ändern! 😉

Bald hatte ich Stadt Wehlen erreicht und es war Zeit, mir an der Elbe ein sonniges Plätzen zu suchen … und die Osterpilger zu beobachten. Da war schon einiges in Bewegung 😉

Da hatten wohl noch mehr Leute die Idee von einem Osterspaziergang 😉

Bisher führte mich mein Weg von Lohmen bis nach Wehlen mehr oder weniger bergab. Damit sollte nun erstmal Schluss sein. Der Malerweg steigt von Wehlen hinauf zur Bastei ziemlich an, und das nicht gerade auf sich charmant schlängelnden Wegen, sondern mit einem ordentlichen Anstieg.

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Um sich ein wenig auszuruhen, genießt man zwischendrin dann eben diesen herrlichen Blick auf die Elbe.

Zum Genießen .. Blick auf die Elbe bei Wehlen

Normalerweise führt der Malerweg … ist man erst einmal oben auf dem Basteigebiet angekommen… über den Basteifelsen und auf einem breiten Weg hinunter nach Rathen. Allerdings habe ich mir das geschenkt. Die Menschenmassen, die sich von den Parkplätzen der Bastei hin zur Basteibrücke bzw. zurück schoben, war einfach zum Abgewöhnen. 😮  Mich hat sehr schnell der Fluchtreflex gepackt! Da ich die Bastei schon öfter besucht habe (zuletzt im Sommer 2017, auf meiner Hotspot-Tour), entschied ich mich für eine Modifizierung der Routen und ich habe mich quasi links in die Büsche Richtung Schwedenlöcher geschlagen.

Auf meinem Weg musste ich immer wieder schmunzeln. Die Wege waren teilweise echt matschig und es war zum Kichern, mit welchen Schuhchen da manche Leute (vor allem Mädels) unterwegs waren! Die konnten ihre Schuhe hinterher einfach nur wegschmeißen … schon verrückt 😉

Am Eingang zu den Schwedenlöchern war es zwar auch nicht wirklich beschaulicher…

Gewusel! Rastplatz am Eingang zu den Schwedenlöchern

… aber bevor ich mich in die Reihe derer einreihte, die die Schwedenlöcher abwärts durchqueren wollten, musste ich unbedingt noch zur Pavillonaussicht. Diesen phantastischen Blick hatte ich erst im letzten Sommer entdeckt und wollte ihn einfach noch einmal genießen (trotz des Gewusels überall 😉 )

Pavillonaussicht über den Wehlgrund zum Basteimassiv

Aber dann war es Zeit für den Abstieg. Inzwischen war nicht ein Fünkchen Wanderruhe oder „Abgeschiedenheit des Waldes“ mehr vorhanden. Ostern, der Malerweg und das Basteigebiet sind eine Kombination, die absolut keine Wanderromantik aufkommen lassen … da heißt es einfach nur „Augen zu und durch“ 😉

Die Schwedenlöcher abwärts zu durchqueren ist eine leichte Angelegenheit. Über viele Stufen geht es durch teils sehr schmale und rechts und links von Felsen flankierte Stellen, die eine wilde Romantik ausstrahlen.

Durch die Schwedenlöcher

 

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Unten im Amselgrund angekommen, habe ich mir eine Pause gegönnte und (ja ich gestehe 😎 ) Leute beobachtet. Der Hit schlechthin waren zwei MTBer, die allen ernstes mit dem E-MTB die Schwedenlöcher HOCH wollten. 😮 Auf meinen Hinweis, dass man auch über den Amselgrund und Rathewalde zur Bastei käme, zuckten beide nur mit den Schultern, warfen mir ein „passt schon“ zu, schulterten ihre E-Bikes und stiefelten die Stufen hoch. Der Erste merkte wohl schon nach etwa 20 Stufen, dass das ganze keine so gute Idee war … ist aber stur weitergestiegen. 😮 … Ich habe ja eine Menge Verständnis für Leute, die ihre Ideen unbedingt umsetzen wollen, aber ein E-Bike durch die Schwedenlöcher zu schleppen (und dann auch noch aufwärts) ist einfach doof … Leider konnte ich nicht lange genug warten, ob die beiden irgendwann wieder runter gekommen sind 😉

Es gibt schon verrückte Leute

Nach den Schwedenlöchern hatte ich meinen Weg für heute fast geschafft. Es waren zwar noch etwa 4 km bis zur Hocksteinschänke, wo ich wieder in den Bus Richtung Heimat steigen wollte, aber so richtig viel war nicht mehr zu entdecken.

Vorbei am sehr touristischen Amselfall

Amselfall

… und der Rathewalder Mühle, um die herum es aussah, als wäre die Zeit vor ziemlich langer Zeit stehen geblieben. Morbider Charme … beim Vorbeiwandern nett anzusehen, aber was das wohl für eine Arbeit ist, so eine Mühle mit Nebengebäuden wieder auf Vordermann zu bringen?! Respekt.

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Auf jeden Fall stand an der Mühle ein Schild, dass das Lokal ab 1. Mai 2018 wieder geöffnet ist. Ich wünsche den Betreibern ordentlich viel Gäste, damit sich die ganze Mühe lohnt.

Meine Karfreitagstour auf der ersten Etappe des Malerweges war damit fast zu Ende. Über freies Feld ging es bis zur Hocksteinschänke, wobei ich einen letzten tollen Blick über die Sächsische Schweiz bis hin zum Lilienstein genießen konnte.

Weiter Blick zum Lilienstein

Auch wenn ich erst knapp 20km des Weges gewandert bin, erlaube ich mir ein kleines Zwischenfazit 😉 Der Malerweg ist ein einfach zu laufender breiter Weg, bei dem es außer festem Schuhwerk kein besonderes Können braucht. Auch die Aufstiege sind gut zu bewältigen. Notfalls im Schneckenkriechgang 😉  Allein ist man an Wochenenden eher nicht, so dass man den Weg als das nehmen sollte, was er ist: eine wunderbarer Weg vorbei an den Hotspots des Elbsandsteingebirges … nur eben nicht einsam 😉 … Na dann! Auf zur zweiten Etappe!

Und das war meine Variante der ersten Etappe des Malerwegs, die nicht immer genau auf der Originalroute verlief.

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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