Wien

Da steht es nun, dieses kleine Wörtchen: Wien. Irgendwie unscheinbar. So als wäre es nicht weiter wichtig.

Doch bedeutet es, dass wir unsere Himmelfahrtstour 2017 geschafft haben. Wieder einmal viele viele Kilometer auf dem Rad zurückgelegt. Wenn der Hintern schmerzte… das Rad verflucht. Das Rad geliebt, wenn wir wunderbare Gegenden bewundern durften, die wir ohne das Rad nicht gesehen hätten…

Aber der Reihe nach. Denn vor unserem Einritt in Wien mussten wir von Tulln zumindest noch gemächliche 45km auf unserer letzten Etappe zurücklegen. Und der Morgen versprach einen strahlenden Tag. Das letzte morgendliche Wuseln 2017 lief in zwischen völlig routiniert und mit dem einen oder anderen Scherz ab 🙂

Die Sonne strahlte beim letzten morgendlichen Wuseln

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Und dann hieß es einfach gemächlich kurbeln. Die Strecke verlangte auch heute von uns wieder keine Glanzleistungen. Der Donauradweg blieb auch heute eine flache asphaltierte Schlange, die mehr oder weniger schnurgerade Richtung Wien führte. Meter für Meter für Meter.

es bleibt bis zum Schluss flach

Auch wenn es heute nur so eine kurze Etappe war, haben wir etwa 8 km vor Wien noch einmal in Korneuburg ein Päuschen eingelegt und ausgiebig vor uns hingetrödelt. Warum mit einer lieb gewonnen Tradition brechen? 😉

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Und dann waren wir in Wien. OK … wie immer bei Großstädten mussten wir uns erstmal durch die Vororte und das ist meinst nervig, aber der Radweg führte diesmal bis fast in das Zentrum getrennt vom restlichen Straßenverkehr und war daher recht entspannt und vor allem auch interessant. Ich hatte mir Wien so als „alte Tante vorgestellt“, also hauptsächlich alte Bausubstand mit relativ niedrigen Gebäuden. Aber am Rand von Wien ragten uns super interessante und modernen Bauten entgegen. Ich mag das sehr, auch wenn man sich nie wirklich die Frage stellen darf, wie diese Glasfassaden von außen gereinigt werden 😉

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Aber am meisten hat mich die doppelstöckige Reichsbrücke fasziniert. Wir haben erst die falsche „Auffahrt“ vom Radweg genommen und waren ziemlich frustriert, weil wir dachten, wir müssten uns jetzt mit den ganzen Autos, die Richtung Innenstand die Brücke erheblich frequentierte, die Straße teilen (kein erquicklicher Gedanke! 😮 ). Doch dann hat einer von uns die zweite Ebene für Fußgänger und Radfahrer entdeckt und wir sind schnurstracks runter und rauf auf die entspannte zweite Ebene. Die derzeitige Reichsbrücke ist bereits die dritte Version. Eingeweiht wurde sie 1876. Nach einem kompletten Neubau 1933-1937 stürzte sie allerdings am 01.08.1976 ein und wurde dann in der heutigen Form 1980 eröffnet.

doppelstöckige Reichsbrücke Wien

 

Unser Weg führte uns ziemlich schnell nach der Brücke (zugegeben irgendwann im Schiebemodus) quer durch die Wiener Innenstadt über den Stephansplatz (der war so voll … da hätte man noch nicht mal umfallen können, geschweige denn radeln 😉 ) und vorbei am Stephansdom. Genau wie im letzten Jahr, bei unserer Ankunft in Regensburg war es auch hier in Wien etwas schwierig, einen würdigen Platz für unser Abschlussritual zu finden. 😉 Wo soll unsere Tour enden? Es gibt ja keine Flussmündung, die uns sonst immer bei unseren Flußradtouren ein Fleckchen vorgab. Hinzu kam noch, dass wir uns auch noch irgendwie mit Dietrich treffen mussten, der sich mit dem Transporter samt Hänger schon bis zum Hotel durchgekämpft hatte. Für ein Abschlussfoto müssen einfach alle zusammen sein! Am Ende wurde es ein Eiscafe auf der Kärtnerstraße, einer ziemlich lebhaften Einkaufsmeile in Wien. 😉

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Und dann war es endlich Zeit für unser Abschlussfoto der Himmelfahrts-Finisher 2017: Dietrich, Bernd, Rolf, Manfred, Bärbel, Thorsten, Anja, Asmus, Klaus und Sigrid. Und auch wenn uns Gabi und Fred schon am Freitag verlassen mussten, so waren Sie doch bei uns 😉  … Es war wunderbar mit euch!

Finisher Himmelfahrtstour 2017 in Wien

Ich weiß, das Foto besticht nicht gerade durch seine Schärfe. 🙁 Der Kellner, dem wir die Kamera anvertraut hatten, war wohl doch etwas sehr unruhig … aber was soll’s: wir sind ja noch erkennbar 🙂

An Aufbrechen und zum Hotel fahren war jetzt erstmal nicht zu denken. Nach knapp 490 km (zumindest sagte das mein Navi) hatten wir uns diese Auszeit für ein erstes Reflektieren oder auch einfach nur vor sich hin zu träumen, mehr als verdient! 🙂

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Irgendwann konnten wir uns dann doch alle aufraffen und haben uns durch die Innenstadt auf den Weg zu unserem Wiener Quartier gemacht. Für uns war es in Wien das A&O Hostel gleich hinter dem Hauptbahnhof. Natürlich war das nach dem knuffigen Hotel gestern in Tulln schon etwas anders, aber die Preisvorstellungen der Hotels in Wien erforderten dann doch einige Kompromisse 😉

Wie in jedem Jahr ging es bei Ankunft am letzten Tourhotel auch diesmal gleich an das Verladen der Räder. Denn auch wenn wir (anders als sonst) in diesem Jahr noch einen Tag länger in Wien geblieben sind, um die Stadt zu erobern, müssen die Räder trotz allem verstaut werden. Und da wir alle noch in unseren Radklamotten waren, hieß es für alle an- und einpacken … auch wenn das immer recht unromantisch ist, so kurz nach der ersten Ankunftsfeier 😉

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Den Abend haben wir dann im Biergarten Klein Steiermark im Schweizergarten ausklingen lassen. Eine herrliche Oase zwischen all dem trubeligen lauten Treiben in Wien. Einfach nur empfehlenswert!

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Und das war unsere letzte Radeletappe, die wir alle irgendwie auch mit einem wehmütigen Auge absolvierten. Wie schnell doch die Zeit verfliegt… schon wieder ist eine Tourwoche zu Ende. Hoffentlich ist bald wieder Himmelfahrt!

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Normalerweise fahren wir ja am Sonntag gleich nach dem Frühstück wieder nach Hause. Aber da wir in diesem Jahr die Tour in Wien beendet haben, wäre es Frevel gewesen, wenn wir uns nicht wenigstens noch einen Tag Zeit für die Stadt genommen hätten. Da sich die Interessen eines jeden Einzelnen an der Stadt doch recht verschieden gestalteten, haben wir uns am Sonntag aufgeteilt und jeder hat die Stadt auf seine Weise erobert. Normalerweise laufe ich in Städten einfach los und sehe, wohin mich der Tag führt. Hier in Wien habe ich mal eine andere Strategie ausprobiert. Zuerst ging es mit so einem Hop-On-Hop-Off-Bus rund um die Wiener Innenstadt um einen ersten Eindruck zu bekommen. An einer strategisch günstigen Stelle sind wir dann ausgestiegen und mit vielen Pausen und immer nach Parks Ausschau haltend, durch die Stadt gebummelt.

Es gab so viel zu sehen!  Auch wenn Wien zum Ende des zweiten Weltkrieges durch Luftangriffe zu fast einem Fünftel zerstört wurde, ist doch immer noch so viel alte Bausubstanz erhalten geblieben, dass der Charme und Charakter der Stadt wunderbar erkennbar ist. Hier einfach mal ein paar wenige Impressionen beim Stadtbummel nach der Donautour 2017:

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Und dann haben wir noch etwas super nettes in Wien entdeckt … individuelle Ampelmännchen! Ich dachte immer, dass unsere aus dem Osten stammenden Ampelmännchen schon recht knuffig sind, aber die in Wien waren eindeutig besser. Außerdem haben die Wiener nicht nur eine rote oder eine grüne Version. Nein!… Es gibt ganz unterschiedliche. Einfach zum Schmunzeln:

 

Der guten Ordnung halber gibt es auch für die Sightseeingtour durch Wien die Streckenaufzeichnung, auch wenn wir natürlich nicht die ganzen 30km gelaufen sind. Ich denke, mindestens die Hälfte der Strecke wurde im Hop-On-Hop-Off-Bus zurückgelegt.

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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