Entdeckertour im Erzgebirge

Es ist echt schon eine Weile her, dass ich mit dem Rennrad mal eine Entdeckerausfahrt gemacht habe. Dies lag zum einen an mangelnden Gelegenheiten (und der Tatsache, dass ich etwas lieber im Wald radle, als auf der Straße). Und zum anderen daran, dass ich auf meinem Rennrad lange Zeit das Gefühl hatte, dass die Übersetzung nicht zu mir passt. Mir fehlten „unten“ (also an Hügeln) immer Gänge. Ich kam einfach nicht voran und das war sehr frustrierend, weil mir das mit dem Mountainbike nicht so ging! 🙁 … Aber im Rahmen des diesjährigen Frühjahrschecks haben die Mechaniker vom Collos Radsportladen mal ein bisschen gewerkelt und Ritzelpaket samt Kettenblätter angepasst. Und siehe da! Viel besser! OK, ich bin am Berg zwar immer noch langsam (was an meiner Kondition liegt), aber es fühlt sich nicht mehr so unglaublich schwer an 😉

Ich war zwar mit dem „neuen“ Rennrad am 22. April schon zum Spreewaldmarathon, aber da ich die Strecken durch meine früheren Teilnahmen schon kannte, gab es da nichts Neues zu entdecken und zu berichten. Daher habe ich sehr gern die Einladung von Hans und Heike zu einer Ausfahrt im Erzgebirge – genauer gesagt rund um die Greifensteine – angenommen. Ich bin schon an so einigen Orten in Deutschland zum Radeln oder Wandern gewesen, aber das Erzgebirge war einfach noch nie dabei. Um so mehr freute ich mich auf die sonntägliche Ausfahrt, zumal das Wetter endlich mal wieder etwas Sonne versprach.

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Um 10 Uhr war Treff auf dem Parkplatz der Naturbühne Greifensteine (in der Nähe von Ehrenfriedersdorf) und ich war froh, als es dann los ging, denn obwohl die Sonne schien, war es doch echt frisch!

Und der Start war total entspannt! 🙂 Es ging einfach nur bergab. Erst durch den Wald und vorbei am Greifenbachstauweiher. Ich liebe es, wenn die Sonne so herrlich auf der Wasseroberfläche glitzert wie tausend Diamanten.

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Ein erster kleiner Anstieg und dann ging es schon wieder abwärts Richtung Geyer. Es rollte herrlich … na ja, bis mir dann so langsam mal der Gedanke kam, dass wir ja diese ganzen Höhenmeter irgendwie auch wieder hoch müssen 😮 … also nicht, dass das etwas Neues wäre 😉 , aber so im Dahingleiten vergesse ich das schon ganz gern mal. Und in Tannenberg war dann auch erstmal Schluss mit lustig und es ging bis Herrmannsdorf ordentlich bergauf. Während Hans und Heike echt fit waren, brauchte ich so meine Zeit und es dauerte auch nicht lange, bis ich meine sorgsam an mir drapierten wärmenden Stofflagen zumindest teilweise ablegen musste, weil mir echt warm war. Mein Kreislauf war jetzt eindeutig in Schwung 😉 Zur Belohnung für diesen ersten Anstieg gab es kurz hinter Herrmannsdorf einen wunderbaren Ausblick über die sanften Hügel des Erzgebirges.

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Leider lässt sich der Blick in die Ferne mit einer einfachen Handykamera nicht so gut einfangen. In Echt sieht das viel spektakulärer aus.

Auf unserem weiteren Weg Richtung Elterlein konnten wir immer wieder die dörfliche Idylle genießen. 😉 Ich hatte ganz oft das Gefühl, als würden sich hier die Uhren langsamer drehen. Alles irgendwie beschaulicher sein. … Heute Abend ist ja Walpurgisnacht und überall in den Dörfern standen schon die „Scheiterhaufen zum Hexen verbrennen“ bereit. Die waren teilweise sogar mit richtigen Holzpuppen verziert, so wie hier in Langenberg.

Die Walpurgisnacht kann kommen …

Als ich später am Abend zurück gefahren bin, qualmte und loderte es in allen Dörfern an unzähligen Ecken … die Hexenfeuer waren entzündet und das Brauchtum wurde ordentlich gepflegt (auch wenn ich mir sicher bin, dass die Besucher der Feuer von all dem Qualm ordentlich geräuchert wurden 😉 ) Auf jeden Fall war es schön anzusehen.

Dieser Tourabschnitt führte uns über recht offene Strecken mit weiten Ausblicken und überraschenden Stellen. So wie hier vorbei an der St. Oswaldskirche (oder auch Dudelskirche),

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… oder auch vorbei an der Heimatecke, auf der die markantesten Sehenswürdigkeiten des Erzgebirges in Miniatur nachgebaut und ausgestellt wurden.

Heimateck in Waschleithe

Beides ist in Waschleithe zu finden – da gibt es echt was zu sehen! 🙂 Und als wir diesen friedlichen Ort passiert hatten, tauchten wir ein in den Natur- und Wildpark Waschleithe. Parallel zum Oswaldbach führte unser Weg durch wild-romantischen Fichtenwald Stück für Stück höher. Das Murmeln des Baches und das Rauschen der Baumwipfel ließen mich fast ein wenig meine inzwischen leicht mauligen Oberschenkel vergessen.

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Doch dann wurde es Zeit für eine Mittagspause. Mein Magen fing langsam an zu knurren (und in diesem Zustand bin ich nicht besonders spaßig 😉 ) und nach einem echt noch mal heftigen Anstieg hatten wir endlich unser Zwischenziel, die Spiegelwaldbaude in Grünhein erreicht. Doch bevor ich den Aussichtsturm erklimmen konnte, musste ich erstmal etwas essen. Manchmal muss man eben Prioritäten setzen 😉

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Aber nach dem Essen musste ich hoch zur Aussichtsplattform! Will man auf den Turm gelangen, muss man zwar 4 Euro bezahlen, aber der Unterhalt von so einem Turm will ja auch bewerkstelligt werden. Doch dafür war oben der Blick um so spektakulärer!

Spektakulärer Blick vom Spiegelwaldturm

Es war da oben hundekalt, aber ich konnte mich gar nicht satt sehen. Hans konnte sogar noch alle Hügel und Berge rundrum mit Namen benennen (ich habe die noch nicht mal mit der großen Skizze am Geländer wirklich zuordnen können 😮 ) … aber letztlich war es auch egal. Ich habe einfach nur mit großen Stauneaugen oben gestanden und war so glücklich, dass der Wettergott heute so gute Laune hatte.

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Mit diesen wunderbaren Bildner im Herzen machten wir uns dann quasi auf den Rückweg. Und diese Motivation hatte ich echt nötig. Waren doch erst reichlich 30 km geschafft und es sollten nochmal so viele werden, samt ordentlich Höhenmetern.

Doch mit Ausdauer und gutem „Zureden“ an meine Oberschenkel bin ich ganz gut durchgekommen, auch wenn ich dafür so meine Zeit brauchte … irgendwann kommt ja jeder oben an 😉 Auf der Strecke zurück zu den Greifensteinen begleiteten uns immer wieder farbenfroh geschmückte Osterbrunnen, wie hier in Zwönitz.

Osterbrunnen in Zwönitz

Ich gestehe, dass ich so meine Schwierigkeiten mit der Vorstellung habe, meinen Alltag in solch ländlicher Gegend zu verbringen. Doch wenn ich dann – wie heute auf der Entdeckertour durch das Erzgebirge – durch diese Ortschaften fahre, finde ich diese Beschaulichkeit doch ganz nett. Zum Glück ist das Erzgebirge ja nicht so weit weg, so dass ich – wenn mich die Beschaulichkeitssehnsucht packt – recht schnell mal hinpilgern kann. Das reicht sicher 😉

Ein letzter schöner Ooohhhh- Moment am Schwarzen Teich kurz vor Geyer …

Schwarzer Teich zwischen Elterlein und Geyer

… auch wenn wir da nicht angehalten haben, weil wir einfach nur noch die Höhenmeter schaffen und ankommen wollten. So langsam ging mir die Puste aus und ich war (zugegeben) froh, als ich nach 60 km und in Erwartung eines großen Stück Kuchens samt Kaffee vom Sattel steigen konnte.

Was für eine unglaublich schönen, wenn auch für mich fordernde Entdeckertour durch das Erzgebirge. Ich bin immer wieder erstaunt, wie nah vor meiner Haustür doch solche schönen Landstriche liegen und wie wenig ich davon schon gesehen habe. Warum eigentlich immer in die Ferne streifen?

Selbstverständlich haben wir zum krönenden Abschluss noch die Greifensteine besucht! Die paar Höhenmeter mussten dann auch noch zu schaffen sein! 🙂

Tourabschluss auf den Greifensteinen

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Leider war mein Navi heute beim Aufzeichnen der Route etwas „hysterisch“. Die erfassten reichlich 60 km stimmten zwar, aber die gemessenen 1.800 Hm waren dann doch etwas zu viel. Tatsächlich haben wir aber immerhin stolze 1.100 Hm bewältigt. Und ja, meine geschmeidigere Rennradübersetzung hat sich wirklich bemerkbar gemacht.

Und das war die heutige Entdeckertour durch das Erzgebirge:

Download

 

Danke, Heike und Hans für diese wunderbare Begleitung auf ruhigen Straßen durch das Erzgebirge (Und für eure Geduld an den Hügeln! 😉 ) Und falls ihr zwei euch wundert, wo denn die ganzen Fotos herkommen?! Na ja, während unserer Tour konnte ich ja nicht an jeder Ecke anhalten und knipsen. Das geht nun mal nicht, wenn man in der Gruppe unterwegs ist. Da ich aber auf dem Weg nach Hause noch Zeit hatte, bin ich einfach unsere Strecke noch mal mit dem Auto abgefahren und haben an all den Plätzen angehalten, die mir zwischendrin so sehr aufgefallen sind … und habe geknipst was das Zeug hält 😉

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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