Kalt, kälter … Fototime

Heute wollte ich mal wieder raus und wandern. Es ist schon erstaunlich, wie sich manchmal die Dinge entwickeln. Bin ich in den vergangenen Jahren viel mit dem Rad auf Entdeckungstour unterwegs gewesen, hat sich das in den letzten Monaten verändert. Ich habe mehr Lust auf Wanderungen. Entschleunigt die Natur erleben. Langsam die Gegend erkunden und Zeit rieseln lassen. Aber vielleicht ist das so, dass sich immer mal wieder Veränderungen ergeben, ohne dass man dies bewusst steuert. Einfach an die persönlichen Bedürfnisse angepasst … unbewusst. Aber ich bin mir sicher, dass ich bald wieder mein Mountainbike abstauben und auf breiten Reifen durch die Gegend streifen werde. Warten wir mal auf die warmen Tage, wenn Natur mit aller Macht neues Leben hervorbringt und die Sonne auf die Nase scheint 🙂

Doch heute, an einem eisigen Samstag im Januar fehlt mir gerade jede Fantasie für eine Radtour. Statt dessen bin ich eingepackt wie ein dickes rundes Michelinmännchen und bereit für eine Fotowanderung durch die Sächsische Schweiz. Das Fotofestival Sandstein hatte zu einer Tour durch das Schmilkaer Gebiet eingeladen. Thomas Mix, ein Nationalparkführer stand uns mit ganz viel Wissen rund um die Sächsische Schweiz zur Verfügung und Thomas Eichberg, ein erfahrener Fotograf und Kameramann, half uns mit professionellem Rat dabei, unsere Fotoideen umzusetzen.

Um 10 Uhr war Treff in Bad Schandau. Leider war das Wetter in den letzten Tagen nicht ziemlich launig und warme Phasen wechselten sich mit frostigen Temperaturen ab, so dass die Wanderwege so vereist waren, dass ein gefahrloses Wandern und Fotografieren auf der geplanten Route nicht möglich war. So wurde der Plan kurzfristig geändert und unser Weg sollte uns nun auf die linke Elbseite über den Kleinhennersdorfer Stein zum Papststein führen.

Also hieß es erstmal die Elbseite mit der Fähre wechseln…

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… hinein in den verschneiten Wald stapfen und zum Warm werden gleich mal einen ordentlichen Anstieg bewältigen.

Und noch bevor wie unseren ersten Fotohotspot erreichten, trafen wir auf ein Wildschwein (wer da wohl mehr Angst vor wem hatte? 😉 ) und Thomas zeigte uns einen dieser kleinen versteckten und längst still gelegten Sandsteinbrüche, die es früher im Nationalpart zu Hauf gab und in durch einzelne Familien betrieben wurden. Das war damals ganz sicher ein harter Job.

stillgelegter Sandsteinbruch

Die Sonne war noch nicht wirklich willens ihre wärmenden Strahlen durch den wolkenverhangenen Himmel zu senden. Aber es gab Hoffnung. So ganz zaghaft lugte blauer Himmel hervor.

zaghaftes Blau

Ich war immer heilfroh, wenn wir in Bewegung waren. Der Wind hat die eisigen Temperaturen noch einmal verstärkt.

Auf der Kleinhennersdorfer Höhe war dann der erste Platz, an dem wir ausgiebig die Kameras zücken und experimentieren konnten. Ich hatte mal wieder so meine Probleme einen Anfang zu finden. Es fällt mir echt schwer beim Wandern die Ruhe zu finden, mit der Kamera so zu arbeiten, dass die Bilder ein anderes Aussehen bekommen, als meine Knipserei mit der Handykamera. Zum Glück war Thomas Eichberg in der Nähe und hat mich ein bisschen „an die Hand genommen“. Mir reichlich Tipps gegeben und so konnte ich mit eisigen Händen und Ohren zumindest ein paar Bilder einfangen.

eisiges Licht …

Aber irgendwann habe ich für mich entschieden, dass ich Wandern und Fotografie, so wie ich mir Landschaftsbilder vorstelle, nicht wirklich zusammenkriege. Doch das ist gar nicht wirklich schlimm, denn als ich dies erkannt hatte, konnte ich mich nur noch auf die Wanderung konzentrieren und habe die Gegend und den eisigen Wind, der um meine Nase wehte, einfach genossen.

Vorbei am Wildgehege …

Wildgehege

… mussten wir einen ziemlich vereisten Weg hinauf zum Kleinhennersdorfer Stein meistern, um uns oben dann die Höhle anzusehen.

Kleinhennersdorfer Stein mit Höhle

Dort übernachten (boofen) häufig Wanderer. Bei dem Gedanken wird mir immer ganz anders. Ich habe ja echt kein Problem damit, allein im Wald rumzulaufen, aber nachts draußen allein zu sein, übersteigt meine romantische Vorstellungskraft 😉 … Da guck ich mir das doch lieber bei Licht an.

In gemütlichem Tempo führte uns unser Weg auf breitem Forstweg zum Papststein hinauf. Ich war ja schon mehrmals dort und war jetzt nicht mehr so von dem Ausblick überrascht… auch wenn er immer wieder imposant ist. Selbst bei diesigen Wetterverhältnissen.

Blick vom Papststein hin zur Schrammsteinkette

Und dann kam mein Aha-Moment. Bei all meinen Besuchen auf dem Papststein hatte ich angenommen, dass die erste Aussicht, auf die man quasi mit der Nase stößt, wenn man den breiten Aufstieg vom Parkplatz nimmt, irgendwie die Einzige ist. Doch das ist völlig Falsch. Hinten, vom Gasthaus führt eine Treppe aufwärts (die im Übrigen absolut nicht zu übersehen ist! 😮 ), zum Aussichtspunkt „Feuerwachturm„, der einen fantastischen Blick in das südliche Hinterland bietet.

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Die eisig kalte Luft verursachte heute eine ganz wunderbare Stimmung, die selbst meine Handykamera irgendwie einfangen konnte! Einfach toll. Und da sind doch tatsächlich bei dieser Kälte Kletterer auf dem Felsen gewesen!!! Verrückt!

Nach einer Rast zum Aufwärmen ging es wieder auf den Rückweg. Diesmal haben wir den hinteren Malerweg für den Abstieg genommen. Den musste ich sogar ein Stück auf dem Hosenboden hinunter rutzschen, weil die ersten Meter so vereinst waren, dass dies die einzige Möglichkeit war, irgendwie heil hinunter zu kommen. Da ich ganz gut gepolstert war, war das aber überhaupt kein Problem 😉

Inzwischen tauchte die Sonne den Himmel in weiches Abendlicht. Die Wolken waren fast völlig verschwunden waren. Und es war schön zu sehen, wie sich die Landschaft völlig anders präsentierte, als beim Hinweg. Gleiches Motiv… und doch so anders.

Stimmungsvoll

Auch wenn ich letztlich doch wieder mehr Bilder mit der Handykamera gemacht habe, als mit der Spiegelreflexkamera und ich noch nicht so richtig meinen Rythmus für das Fotografieren statt Knipsen beim Wandern gefunden habe, habe ich die Wanderung sehr genossen. Und das Sehen von Motiven (eines meiner größten Problem) kann ich auch mit bloßem Auge und Handykamera trainieren 😉

Thomas und Thomas haben uns eine wunderbare, eisig kalte Fotowanderung beschert. Ich habe mal wieder neue Wege und viel über den Naturpark erfahren. Und Fotos gabs ja auch … 😉 … also alles richtig gemacht! Gerne wieder.

Und das war unsere kleine Rundwanderung über eisige Höhen:

Download

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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3 Antworten

  1. Markus sagt:

    das sind wunderschöne Bilder!
    Mein persönliches Highlight ist das 6 Bild von oben! “ eisiges Licht …“
    find ich wirklich mehr als wunderschön!

  2. Pit sagt:

    Hallo Anja,

    ich schließe mich dem Markus an: auch mir gefällt Bild 6 „eisiges Licht“ am besten. Liegt sicherlich an der schönen Gegenlichtstimmung. Bild 5 ist aber auch sehr schön.
    Viele Grüße aus Dresden – Pit

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