4 Seen und weihnachtliche Einsiedelei

Zugegeben, diese Weihnachtswanderung, von der ich hier berichten will, ist schon eine Weile her, und erst heute (fast einen Monat später) komme ich dazu, meinen Tourbericht zu schreiben. Und doch will ich sie nicht unterschlagen … einfach weil sie mein Weihnachstfest 2016 mit Stille und schönen Momenten bereichert hat.

Zum ersten Mal seit vielen Jahren verbringe ich Weihnachten nicht daheim, sondern im einem wirklich liebevoll geführten Hotel Juffing, in Hinterthiersee, im Kufsteinerland. Wie die zwei Tage davor, wollte ich auch heute raus und wandern gehen. Schon der Morgen hat mich in seinen schönsten Farben begrüßt und ich hoffte, dass dies den ganzen Tag so bleiben würde.

Irgendwie hatte ich das tiefe Bedürfnis, eine Tour zu finden, die mich etwas auf den heutigen Weihnachtsabend einstimmen würde. Da kam mir die Tourempfehlung vom Hotel, die ich am Morgen auf meinem Frühstückstisch liegen hatte, genau richtig. Ein Besuch der Gnadenkapelle, eine derzeit von Bruder Konrad geführte Einsiedelei auf dem 721m hohen Thierberg. Sie wird allgemein auch Thierbergkapelle genannt. Es ist die letzte Einsiedelei Tirols.

Also habe ich mir schnell die Tour auf meiner Navi-App geplant. Wenn ich schon mal da war, konnte ich ja gleich noch eine Tour rund um vier Thierbergseen (Hechtsee, Egelsee, Längsee und Pfrillsee) machen und dann zum Abschluss und Einstimmung auf den Weihnachtsabend die Thierbergkapelle besuchen. Schnell meinen Rucksack geschnappt und auf gings mit dem Auto zum Hechtsee am Thierberg in Kufstein.

Der Parkplatz war verwaist und das versprach eine relativ einsame Wanderung. Zuerst war ich etwas irritiert, da auf den ersten Metern der Hechtsee gar nicht zugänglich war. Dort ist ein Freibad und das Gelände war eingezäunt, doch zum Glück hörte das bald auf und ich konnte direkt am Hechtsee ohne Absperrung entlang wandern.

am Hechtsee entlang

Anders als in den letzten Tagen war hier kein Schnee mehr und der See lag in fast herbstlichen Farben da. Obwohl sich die Sonne eine Pause gönnte, war der Anblick der Berge, deren Spiegelung im absolut ruhigen See und die traumhafte Stille einfach ein Genuss für die Seele. Auszeit … friedlich.

Am hinteren rechten Ende des Hechtsees habe ich einen Pfad entlang des Hechtbaches abwärts zum Kieferbach genommen, um dann den Egelsee, den zweiten See meiner heutigen Tour, anzusteuern. Erst habe ich den gar nicht so richtig gesehen, da er von einer ziemlich dichten Vegetation umgeben war und auch gar nicht so groß war. Hinzu kam, dass er (anders als der Hechtsee) zugefroren und mit einer Schneeschicht überzogen war. Ich habe meinen kurzen Weg um den See ein bisschen für Nahaufnahmen genutzt und mal probiert, was mein Handy so kann. Ich finds ganz gut (für ein Handy 😉 ):

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Zurück am Hechtsee habe ich noch einmal die herrliche Spiegelung des Kaisergebirges in der absolut stillen Seeoberfläche genossen.

Spiegelung

Und dann führte mich mein Weg schön bequemen aber sonst recht unspektakulär zum ebenfalls zugefrorenen Längsee.

Längsee

Nach den herblichen Farben am Hechtsee und den kleinen Schneefelder auf dem Weg zum Längsee habe ich doch tatsächlich diesen wunderbaren Farbtupfer am Wegrand hervorblitzen sehen. So als wollte die Natur sagen, „Hey sieh her… egal wie grau es gerade ist, da ist immer noch Freude und Farbe. Du musst sie nur sehen!“ Das war schön.

bring(t) Farbe ins Leben 😉

Bevor es nun endlich zum Thierberg ging, machte ich kurze Rast am Pfrillsee. Zum Glück hatte ich heißen Tee dabei, denn es war dann doch recht frisch im Wald.

Pfrillsee

Bisher war ich fast allein auf meinem Weg und ich habe das sehr genossen, doch jetzt, als ich auf den offiziellen Weg zur Thierbergkapelle gelangte, änderte sich das schlagartig 😮 … und mir kam erstmals (!!!) der Gedanke, dass ich vielleicht doch nicht die Einzige war, die heute ein bisschen weihnachtliche Romantik in der Thierbergkapelle suchen könnte 😮 🙂

Egal, ich wollte auch hinauf und schon auf dem Weg bekam ich einen Vorgeschmack auf den Aussicht, die mich oben erwarten würde. Erst einmal hieß es aber mal ganz schön Höhe erklimmen. Aber das hat sich wirklich gelohnt. Oben waren natürlich eine Menge Leute und als ich ankam, spielten ein paar Einheimische weihnachtliche Lieder, was eine schöne Einstimmung war. Und die Aussicht war herrlich … auch ohne strahlend blauen Sonnenhimmel!

Aussicht vom Thierberg

Ich bin erstmal auf den Aussichtsturm gestiegen. Die Sonne bahnte sich zaghaft ihren Weg durch die Wolkendecke und das wollte ich von oben genießen. Und es hat sich echt gelohnt!

Panorama vom Aussichtsturm auf dem Thierberg

Ich habe mich oben auf die Bank gesetzt und eine ganze Zeit lang einfach nur in die Ferne geschaut. Weit über der Hektik des Alltags. Das hat mir ein sehr friedliches Gefühl gegeben.

Doch irgendwann war es mir oben auf dem Turm zu kalt und ich bin wieder hinabgestiegen und wollte in die Kapelle. Das war dann eher unromantisch, da unheimlich viele Menschen vor dem Eingang standen 🙁 … Ich habe erstmal den Seiteneingang hinauf zum Kapellenturm genommen. Dort steht an Weihnachten eine sehr schöne Krippe, die liebevoll gestaltet ist. Auch wenn ich nicht wirklich spirituell bin, erwärmt mich (wie vermutlich jeden Menschen an Weihnachten) so etwas sehr.

Weihnachtskrippe im Thierbergturm

Dann war ich endlich drin in der Kapelle und habe mir ein Plätzchen gesucht, um den Raum mit seinen Farben und weihnachtlichen Elementen auf mich wirken zu lassen. Natürlich wäre es wunderbar gewesen, hier allein zu sein, aber auch so war es schön. Das auf dem folgenden Foto keine Menschen zu sehen sind, war ein Glücksfall, weil gerade mal niemand die Bank besetzen wollte.

Weihnachtliche Einsiedelei

Ich merkte, wie ich immer mehr in diese weihnachtliche Stimmung eintauchen konnte. Das flackernde Licht der vielen Kerzen haben ihren Anteil dazu beigetragen. Ja, jetzt war ich bereit, mich auf den Weihnachtsabend einzulassen. Einfach in aller Ruhe und in Frieden zu genießen.

Lichter in der Thierbergkapelle

Mit dieser Stimmung in mir habe mich auf den Rückweg zum Auto gemacht und bin zurück ins Hotel gefahren. Es war schön, heute noch einmal eine so ganz entspannte Tour wandern zu können, auch wenn die Sonne heute eher einen sparsamen Dienst geleistet hat.

Download

 

Das Jahr neigt sich dem Ende und nach all der intensiven anstrengenden Zeit des Jahres waren die letzten Tage eine Wohltat für Körper und Seele. Ich glaube ich bin nun bereit für eine neues Jahr mit hoffentlich vielen schönen Momenten beim Wandern, Radeln und allem, was es für mich bereithält …

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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