Im Vogtland auf Abwegen

Schon lange hatte ich mich auf den TUJA Grenzland Radmarathon gefreut. Schon vor zwei Jahren bin ich (damals noch mit meinem normalen Treckingrad) die 55 km gefahren und wollte mich dieses Jahr eigentlich an die 90 km wagen. Doch nach meiner etwas besonderen Rennradtour vergangenen Dienstag stand mir der Sinn irgendwie mehr nach Wald. Nach querfeldein. Aber der TUJA Grenzland Radmarathon wird ab Grünheide (bei Auerbach) als RTF auf der Landstraße geführt. Andererseits wollte ich auch mal wieder ins Vogtland.

Also habe ich mich entschieden (was absolut nicht an der TUJA Veranstaltung liegt!), mit dem MTB zu fahren und nach dem Start von der offiziellen TUJA-Strecke runter in den Naturpark Vogtland einzutauchen. Es gibt in Eibenstock eine große Talsperre, in der die Zwickauer Mulde gestaut wird. Da wollte ich hin. Auf dem Rückweg komme ich dann wieder auf die RTF-Strecke und gelange schön brav auf dem offiziellen Weg wieder ins Ziel. 😉

Mal wieder war es ein sehr frühes Erwachen an einem Sonntag. Um 6.30 Uhr saß ich schon im Auto Richtung Vogtland. Aber einen Vorteil hat diese frühe Stunde. Auf der Autobahn ist echt nichts los. Das Wetter sah super aus. Hoffentlich bleibt es so. Als ich gegen 8.30 Uhr auf dem Gelände des Waldparks Grünheide ankam, starteten gerade die Fahrer für die 125 km – Strecke. Und ich glaubte meinen Augen nicht zu trauen! Ein großer Pulk. Alle voll sportlich auf Rennrädern und mit durchtrainierten Waden. Wild entschlossen, die Höhenmeter quasi im Flug zu erklimmen. Und am Ende fuhr eine Radlerin auf ihrem Treckingrad, in Freizeithose und mit Fahrradseitentasche mit. Wow! Mein Respekt. Ich kann mich noch sehr deutlich erinnern, wie ich vor zwei Jahren, mit meinem schweren Treckingrad über die 55 km gekrochen bin (auch wenn es eine wunderbare Tour war).

Ich wünschte der Radlerin in Gedanken viel Erfolg und machte mich auf die Suche nach einem Parkplatz. Uff … da war echt ganz schön was los. Kaum ein Parkplatz zu finden. Aber die Veranstalter legen sich auch ganz schön ins Zeug. Das Start- und Zielgelände ist schon toll und für die Ankunft nach der Tour gab es ein Verpflegungszelt und sogar Massageangebote. Und (soweit ich mich an vor zwei Jahren erinnere) sind die Verpflegungspunkte auch total gut aufgestellt.

Inzwischen war ich etwas spät dran. Um 9 Uhr wollte ich mit den Startern der 90km auf die Strecke gehen, auch wenn ich sehr schnell in den Wald abzweigen würde. Also hieß es, mich beeilen. Die Startgebühr entrichten (denn Ordnung muss sein!) und rein in die Startaufstellung.

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Mit einem Pistolenschuss wurde die Gruppe auf die Reise geschickt. Und ich ging mit ihnen auf die Reise. Doch nur kurze Zeit, denn für mich ging es auf den Vogtland-Panorama-Weg.

Vogtland-Panorama-Weg (VPW)

Vogtland-Panorama-Weg (VPW)

Das ist eigentlich ein sehr viel längerer Rundwanderweg durch das Naturpark Vogtland, aber ein Stück weit würde er mich heute zu meinem nördlichen Routenziel, der Talsperre Eibenstock, führen. Der Weg hat wirklich Spaß gemacht. Teilweise breiter Forstweg, dann wieder schmaler Wanderpfad (fast trailig) und ein andermal wiederum eine von Forstmaschinen fast unfahrbar kaputt gemachte Schneise.

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Aber das ging alles ganz gut zu fahren. Ich war ja mit dem MTB unterwegs 😉 … und wenn ich mich mal traute die Bremse zu lösen, konnte ich auch richtig gut rollen … trotz einiger Hindernisse auf dem Weg.

Der Himmel war leider etwas bewölkt, aber wenn die Sonne raus kam, war es ein herrlicher Morgen. Und in dieser Stimmung erreichte ich auch meinen ersten Stausee des Tages. Der war so klein, dass er auf der Karte nicht mal einen Namen hat. Der hieß einfach Stausee, aber da war um diese Morgenstunde schon echt was los. Überall badende Frühaufsteher und Wanderer, die für ein entspanntes Frühstück rasteten.

Ein Stausee namens "Stausee" ;-)

Ein Stausee namens „Stausee“ 😉

Mir hat der echt gefallen, aber ich konnte nicht lange bleiben, denn ich hatte noch ein bisschen Weg vor mir. Auch wenn ich irgendwann den Vogtland-Panorama-Weg verlassen musste, war es eine schöne Strecke. Und neben den Wegen durch den Wald habe ich zwischendrin die freien Ausblicke sehr genossen. Sanfte Hügel, die – sofern man sie rauf fahren will – ganz sicher nicht mehr so „sanft“ daherkommen 😉

Freier Blick über das Vogtland

Freier Blick über das Vogtland

Nach einer herrlichen Abfahrt war ich nach etwa 20 km endlich an der Talsperre Eibenstock. Leider hatte die Sonne keine so richtige Lust mehr auf Sonntagsdienst und sich hinter den Wolken versteckt. 🙁 Trotzdem war der Blick auf die in die umliegenden bewaldeten Hänge eingebettete Talsperre ein schöner Moment. Klar, dass ich anhalten und ein bisschen knipsen musste!

Talsperre Eibenstock

Talsperre Eibenstock

Auf der westlichen Seite der Talsperre führt ein super ausgebauter Radweg bis zum südlichen Zipfel der Talsperre, den ich natürlich genommen habe. Ich gestehe, dass ich ganz schön überrascht war, wie hügelig es um die Talsperre drumrum ging. Als ich die Tour geplant hatte, dachte ich noch „… ach das ist ja herrlich. Da kann ich schön flach unten am Wasser ein paar Kilometer entlangradeln“ … Na ja, das war ein Irrtum. Es ging immer schön rauf (und zum Glück auch zum Erholen wieder runter 🙂 ) .

Den schönsten, wenn auch sehr trüben Überblick über die Talsperre hatte ich fast am südlichsten Ende. Quasi zum Verabschieden von der Talsperre:

Blick über die Talsperre Eibenstock

Blick über die Talsperre Eibenstock

Inzwischen war ich etwas besorgt, denn es sah am Himmel echt doll nach Regen aus, und ich bin nun mal eine Schönwetterfahrerin. Nass werden ist echt nicht so meins 😮 .

Da ich für meinen weiteren Weg auf die andere Seite der Talsperre wollte, habe ich mir im Vorfeld einen schöne Weg durch den Wald zusammengeklickt. Sah auf der Karte echt gut aus … Na ja, bis ich auf dem Weg stand! Da gab es diesen sehr bedeutungsvollen Hinweis:

Betreten auf eigene Gefahr!

Betreten auf eigene Gefahr!

Wo war ich den hier schon wieder hingeraten?! 😮 … Da hatte ich beim Planen den WasserlehrPFAD erwischt. Na gut, dachte ich, dann eben den Pfad lang. Ich bin doch sowieso schon den ganzen Tag auf eigene Gefahr unterwegs. … Allerdings musste ich schnell feststellen, dass ich da wohl auf der, auf jeder meiner MTB-Touren inzwischen „üblichen“ Schiebestrecke gelandet bin.  Ich hatte es fast „vermisst“ 😉

Hier ist für mich nur Schieben angesagt!

Hier ist für mich nur Schieben angesagt!

Andere mögen diese Strecke ja super interessant zum Fahren finden, aber ich nicht … vielleicht wenn ich mal groß bin 😉 Und diese in der Gegend rumstehenden Felsmurmeln kamen mir irgendwie bekannt vor. In der Sächsischen Schweiz gibts die dann in Groß.

Auch hier gibts Felsmurmeln

Auch hier gibts Felsmurmeln

Irgendwann hatte ich diese Abwärtskletterei hinter mir und über die Staumauer gings rüber auf die andere Seite der Talsperre (und natürlich wieder bergauf … irgendwas ist ja immer 😉

Auf der anderen Seite angekommen, sollte es nach 30 km nun den Rest der Strecke nur noch auf asphaltiertem Radweg oder (wenn ich dann wieder auf der offiziellen RTF Strecke bin) auf der Landstraße weitergehen. Was mich noch mal richtig geschafft hat, war der Radweg von der Talsperre bis fast nach Morgenröthe-Rautenkranz. Bevor ich da schön bergab fahren konnte, ging es gefühlt „unendlich“ nur bergauf. Und dann fing es auch noch an zu regnen. 🙁 … da musste also doch die Schutzkleidung her.

Zum Glück alles dabei ;-)

Zum Glück alles dabei 😉

Abgesehen davon, dass ich einfach nicht gern im Regen fahre, tat es mir auch für die Veranstalter leid, denn wenn es länger regnete, würden die Radler nach der Tour nicht so lange bleiben und entspannt feiern.

Leider war der Regen kein kurzes Intermezzo und ich war froh, als ich dann endlich wieder im Start-/Zielbereich im Waldpark Grünheide war. Die letzten Anstiege hatte ich dann irgendwie auch keine Lust mehr. Kurz bevor ich wieder im Ziel war, hörte der Regen auf und es gab wenigstens ein trockenes Zielfoto. 🙂

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Ich hab mich dann auch ziemlich schnell (nicht ohne vorher noch eine der leckeren Bratwürstchen zu verdrücken 😉 ) auf den Heimweg gemacht. Es schüttete wie aus Eimern. Doch kaum hatte ich den Waldpark verlassen, war Madame „Sonne“ der Meinung, nun doch wieder etwas arbeiten zu wollen. Vielleicht blieben ja die restlichen Radler noch ein bisschen im Waldpark und feierten mit dem Veranstalter diese wunderbare Tour.

Verrücktes Wetter

Verrücktes Wetter

Auch wenn ich diesmal nicht die Originalstrecke mitgefahren bin, ist der TUJA Grenzland Radmarathon echt eine tolle Sache. Das Vogtland bietet mit seiner bergigen Landschaft ganz reizvolle Strecken. Und ich bin mir sicher, ich war nicht das letzte Mal am Start.

Und hier ist nun meine TUJA Strecke 2016:

Download

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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2 Antworten

  1. Marco sagt:

    Das klingt sehr abenteuerlich und spannend.
    Macht Lust, da auch mal tu fahren. Danke für die Route.

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