Panoramaradeln durch die Sächsische Schweiz

Anfang Juni habe Radelfreunde zu einer entspannten Panoramatour durch die Sächsische Schweiz eingeladen (und wer nicht radeln will, kann wandern). Aber da macht es natürlich Sinn, die Strecken auch selbst mal zu fahren. Ich hatte mir (zugegeben) die Strecke vorher nur als „Idee“ angesehen 😉

Neben der Wandertour durch die Kirnitzschklamm (die ich ja schon vorab gewandert bin) soll es für die Radler eine entspannte 50km und eine sportive, reichlich 100km lange Strecke geben. Wobei die „kleine“ Runde“ ein Teil der großen Tour ist.


Da ich auf keinen Fall die ganze Strecke mit einem Mal schaffe (immerhin sind dabei fast 2000 Höhenmeter zu bewältigen), habe ich mich entschieden, zwei Previewtouren daraus zu machen. Zuerst die 50er Tour von Hinterhermsdorf über Sebnitz nach Bad Schandau und durch das Kirnitzschtal wieder zurück. Die zweite Tour startet dann in Bad Schandau und führt mich über Cunnersdorf, Bielatal nach Bahra, Markersbach, Rosenthal, Krippen zurück nach Bad Schandau. Jetzt, nachdem ich beide Touren gefahren bin, haben alle die die 100er Strecke in Angriff nehmen wollen, meinen größten Respekt. Die Höhenmeter haben mich durchaus mal an den Rand einer Schnappatmung gebracht … insbesondere die zweite Tour 😉

Aber der Reihe nach.

 

Previewtour 1 (rechte Elbseite durch das Kirnitzschtal)

Vergangenen Sonntag habe ich mich mit Doreen getroffen, um unsere 50 km Tour ab der Buchenparkhalle in Hinterhermsdorf zu starten. Dort gibt es zwei große Parkplätze, so dass die Anreise entspannt ist (auch wenn für die Tagesparkkarte 4 Euro zu zahlen sind).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Das Wetter ist ja derzeit so eine Sache; von Unwetter bis zu strahlendem Sonnenschein ist alles dabei. Und als es für uns losging, konnte sich der Himmel noch nicht so richtig entscheiden. Ein bisschen Sonne, Wolken, aber zumindest schön warm. Die Strecken durch die Sächsische Schweiz sind ja mit „Panoramatouren“ überschrieben und schon vom Parkplatz aus hatten wir einen herrlichen Blick in das weite Gelände.

Panoramablick von der Buchenparkhalle aus ins Hinterland

Panoramablick von der Buchenparkhalle aus ins Hinterland

Nach etwas (mädelstypischem) Gewusel 😉 ging es dann auf Rennrädern los Richtung Saupsdorf und Sebnitz. Und gleich bergauf! So ganz ohne Aufwärmen treibt das den Puls gleich mal in die Höhe. Und wenn dann auch noch ein großes Schild auftaucht, auf dem meine geplante Strecke als Sackgasse ausgewiesen wird 😮 , dann schlägt mein Puls gleich noch mal etwas rascher. Aber wir haben mutig das Sackgassenschild ignoriert und sind auf der Landstraße weitergefahren (und problemlos durchgekommen!). Hinter Saupsdorf, nach den ersten Anstiegen, war klar, warum die Tour Panoramatour heißt – und ich bekam meinen ersten Fotostopp 🙂 . Wir hatten einen wunderbaren Fernblick (wenn auch etwas diesig) über das Nationalparkgebiet Sächsische Schweiz.

Fernblick über die Sächsische Schweiz

Fernblick über die Sächsische Schweiz

Und dann durften sich unsere Beine und Lungen erholen. Über fast 4 km ging es in rasanter Fahrt talwärts Richtung Sebnitz und fast hätten wir die Abzweigung verpasst. Denn statt in den Kreisverkehr nach Sebnitz (Zentrum) zu fahren, mussten wir scharf links Richtung Lichtenhain (was leider nicht ausgeschrieben war; aber zum Glück hatte ich ein Navi) und wieder einen Berg hinauf 😉 Inzwischen hatten wir uns aber warm gefahren, so dass dieser Berg für uns schon viel besser zu fahren war, als die ersten Anstiege. Und wenn es eben nicht mehr ging (ich habe das immer „Oh sieh mal; was für ein herrlicher Ausblick … den muss ich fotografieren!“ genannt 🙂 ), wurde einfach Pause gemacht. So wie z.B. hier

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

Panorama in der Sächsischen Schweiz mit Blick auf die Felskette in der Kernzone

Panorama in der Sächsischen Schweiz mit Blick auf die Felskette in der Kernzone

Die nördlichstes Strecke der Tour ist tatsächlich Panorama pur und ein Genuss! Hier ohne Anhalten einfach vorbei zu fahren wäre Frevel.

Und dann – wieder schön auf einer Abfahrt – hätten wir erneut fast den Abzweig Richtung Kohlmühle verpasst. Und das wäre echt schade gewesen, denn plötzlich war da eine völlig andere Welt. Hinab in ein Waldtal (Kohllichtgraben) mit einer munter vor sich hin plätschernden Sebnitz – was für eine herrliche Abwechslung für das Auge.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Hälfte der Tour hatten wir nun schon geschafft und waren in Bad Schandau. Unser Rückweg nach Hinterhermsdorf sollte uns mitten durch das Kirnitzschtal führen (ja, das ist genau die Strecke, die aktuell durch die starken Regenfälle immer wieder durch Schlammlawinen unpassierbar gemacht wird 🙁 ). Auf den ersten etwa 8 km ist erhöhte Vorsicht geboten. Dort laufen die Schienen der Kirnitzschtalbahn mit auf der Fahrbahn und im Verkehr der Autos besteht die Gefahr, in die Schienen einzufädeln. Also: Augen auf und konzentriert fahren! Diese Strecke bin ich mit Radelfreunden vom Hallzig Express bereits im letzten Jahr zur Indian Summer-Tour in entgegengesetzter Richtung gefahren. Schöne Erinnerungen!

Hat man den Lichtenhainer Wasserfall passiert, sind auch die Straßenbahnschienen weg und der Weg wird entspannter. Vorbei an diversen Mühlen, die auch zur Einkehr einladen und ein idealer Ort sind, um so wie wir das mussten, einen Platten zu reparieren. Zum Glück hatten wir alles dabei und haben hilfsbereite Mitmenschen gefunden. Sonst hätten wir bestimmt noch ein ganzes Stück länger gefummelt. Danke den beiden selbstlosen Helfern 😉

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Sanft steigt die Kirnitzschtalstraße an, während nebenher die Kirnitzsch leise vor sich hin murmelt. Nach den vielen Panoramaeindrücken der ersten Teilstrecke war das eine schöne Abwechslung … fast ein bisschen wie Meditation (auch wenn die Aufmerksamkeit immer noch zuerst dem Straßenverkehr gilt)

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Lediglich so etwa 3 km vor Hinterhermsdorf fordert die Strecke noch einmal alles und wird zu einem ordentlichen Anstieg. Ich gestehe, dass ich da etwas entnervt war, da mir nach 900 Höhenmetern ein wenig die Kraft ausging. Aber irgendwann waren wir oben und wurden mit einem letzten herrlichen Ausblick, wenn auch schon mit dunklen Regenwolken, belohnt.

Der letzte Anstieg nach Hinterhermsdorf ist geschafft und wird mit einem tollen Ausblick belohnt!

Der letzte Anstieg nach Hinterhermsdorf ist geschafft und wird mit einem tollen Ausblick belohnt!

Auf die Minute passend, waren wir wieder an der Buchenparkhalle und im Auto, denn dann fing der Regen an. Die 53 km haben uns ganz schön geschafft, aber wir waren sehr zufrieden . Heute habe ich mir mal wieder gewünscht, dass mein Rennrad ein paar mehr Gänge für die Bergfahrten hat. Ich bin ziemlich oft quasi auf dem „letzten Ritzel“ gefahren. 🙂 Eine schöne und gut fahrbare, wenn auch durchaus mit Anstiegen gespickte Asphaltrunde durch die Sächsische Schweiz war geschafft, die es hier zum „Nachfliegen“ gibt:

Download

 

Previewtour 2 (linke Elbseite über Bielatal-Rosenthal)

Nachdem ich am Sonntag den ersten Teil der Panoramatour als Preview gefahren bin, stand das natürlich noch für den zweiten Tourteil auf dem Plan. Diese Strecke auf der linken Elbseite war mir, anders als das Kirnitzschtal, völlig unbekannt. Ich war echt gespannt. Schon das Höhenprofil sah beeindruckend aus: vier ordentliche Anstiege und dazu noch die wetterbedingte Herausforderung. Seit Tagen regnet es und auch für heute (Mittwoch) war der eine oder andere Regenguss gemeldet. Aber es nutzte ja nichts. Ich kann ja nicht zu einer Tour einladen und die Strecke nicht kennen. Also habe ich mein Auto am Bahnhof in Bad Schandau abgestellt und (diesmal) das MTB „gesattelt“. Ich habe mich heute für mein Mountainbike entschieden, da ich da ein paar mehr Gänge für die Anstiege habe und nicht weil der Weg quer durch das Gelände geht. Die gesamte Tour führt jedoch über Asphalt und ist für Rennräder gedacht.

Und gleich ging es los! Runter von der B172 Richtung Gohrisch und der erste durchgehende Anstieg von knapp 300 Hm musste bewältigt werden. Wieder hatte ich so meine Probleme, da ich noch nicht warmgefahren war (gerade aus dem Auto gestiegen) und mein Puls und meine Atmung ganz schön ihre Frequenz erhöhten.

Die Strecke war gleich so völlig anders als bei der ersten Previewtour. Die Landstraße war gesäumt von tiefem, dichten Wald. Es war, als würde mich eine grüne weiche Hülle umfangen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und nach dem fordernden Anstieg, gab es zur Belohnung eine schöne Abfahrt, bei der ich mich herrlich rollen lassen und erholen konnte.

Heute ging mein Blick immer häufiger zum Himmel, denn es waren eigentlich seit dem Morgen Regenschauer gemeldet. Wenn es regnen sollte, ist es zwar nicht zu ändern, aber lieber wäre es mir, wenn ich nicht nass werden würde. 😉 Und als ich in Cunnersdorf war, sah der Himmel irgendwie schon sehr nach „Nass von oben“ aus, aber ich hatte wieder echtes Glück. Bis zum Ende meiner heutigen Tour gab es kein Tröpfchen Regen und sogar noch etwas Sonne 😉

in Cunnersdorf sieht der Himmel sehr nach Regen aus

in Cunnersdorf sieht der Himmel sehr nach Regen aus

Immer höher führte mich mein Weg auf der Landstraße, die meistens von herrlichem Wald gesäumt war. Neben der Straße begleitete mich auch immer irgendein Bach und murmelte vor sich hin.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Da ich heute allein unterwegs war, habe ich natürlich ständig angehalten und die Momente festgehalten. Es war fast wie eine Sucht … so als ob etwas verloren gehen würde, wenn ich es nicht einfange.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Wie wichtig so eine Preview-Tour ist, hat sich dann in Bielatal gezeigt. Wenn es nach meinem Navi (also meinem Track) gegangen wäre, hätte ich schön rechts Richtung Bahratal gemusst. Doch leider war der Weg gesperrt und wäre es auch zur offiziellen Tour am kommenden Sonntag gewesen.

... kommt vor ;-)

… kommt vor 😉

So konnte ich mich auf die Suche nach einem Alternativweg machen, der hier – recht einfach 😉 – erstmal schlicht die ausgeschilderte Umleitung war. Manches geht ganz einfach. Und dann war ich raus aus dem Wald. Auf dem Weg von Raum (Bielatal) nach Bahra gab es plötzlich freie Sicht. Nach der Enge des Waldes musste sich mein Auge erst einmal an die Weite gewöhnen. Na klar ist das ein Grund für mich mal wieder anzuhalten.

zur Abwechslung mal wieder weiter Blick

zur Abwechslung mal wieder weiter Blick

Auch wenn ich jetzt fast die Hälfte des Weges geschafft hatte, bedeutete das aber immer noch, dass mindestens zwei ordentliche Anstiege vor mir lagen. Ich merkte, dass diese Tour heute einen ganz anderen Charakter hat, als die vom vergangenen Sonntag durch das Kirnitzschtal. Die lang angezogenen Anstiege mit den ordentlichen Höhenmetern forderten mich viel mehr. Da ich mit dem MTB unterwegs war, musste ich ab und an auf den Abfahrten auch treten, da ich wegen des großen Rollwiderstands manchmal wie eine Schnecke auf der Straße klebte. Aber das ist wohl der Preis: entweder mit dem MTB mehr Gänge für Anstiege oder härteres Kurbeln mit dem Rennrad und dafür rasante Abfahrten.  😉

Und dann landete ich – auf dem Rückweg von Markersbach – vorbei an einem „Steinernen Apachen“ 🙂 an der Schweizermühle

Diese Diashow benötigt JavaScript.

… in Rosenthal an Rosis Hütte auf einem Abzweig in einen Radweg der nach Bad Schandau führt 😮

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Da ist ja prinzipiell nichts verkehrtes dran, aber ich hatte ernsthafte Bedenken, ob das so richtig ist. Die Strecke folgt (zwar in umgekehrter Richtung) der jährlich im August stattfindenden und für Rennräder ausgeschriebenen Sparkassen Panoramatour, doch als ich mir den Bodenbelag ansah, hatte ich da so meine Zweifel. Das war zwar grob asphaltierter Radweg, aber die losen Steinchen machten mir schon Sorgen.

hier sollen Rennräder langfahren?

hier sollen Rennräder langfahren?

Aber wenn hier jedes Jahr die offizielle Sparkassentour (für Rennräder) langgeht, dann wird das schon passen. Ich werde einfach die Mitradler zu besonderer Vorsicht mahnen. Und im Nachhinein muss ich sagen: bloss keine andere Strecke fahren, wenn es irgendwie geht! Dieses Teilstück auf diesem Radweg von Rostenthal bis Cunnersdorf ist für mich der schönste Abschnitt der Tour. Nun mag das sehr subjektiv sein (zumal gerade jetzt auch die Sonne raus kam), aber es war einfach herrlich:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Ein bisschen hat mich dieses Stückchen Strecke an eine RTF im Voigtland erinnert. Ich bin 2014 noch mit dem Treckingrad den TUJA Grenzlandmarathon gefahren, und da war die Landschaft auch irgendwie so … 😉 Aber so langsam hat es mir dann auch gereicht. Auf relativ freier Strecke ging es dann noch von Kleingießhübel nach Krippen. Und nach 54 km war ich (trockenen Fußes 😉 ) wieder an der Elbe und in Bad Schandau.

Zurück in Bad Schandau

Zurück in Bad Schandau

Auch für diese Tour gibt es die ganze Strecke zum Nachfliegen oder Nachfahren.

Download

 

Die Panoramatour verdient ganz einfach ihren Namen. Egal ob man die 100 km am Stück oder in zwei Etappen fährt. Jede Teilstrecke für sich bringt herrliche Ausblicke mit sich und ich bin mir sicher, dass jeder seinen persönlichen Favoriten entdecken wird. Ich selbst kann mich einfach nicht entscheiden. Da werde ich wohl die Runden noch einmal fahren müssen 😉

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

Das könnte Dich auch interessieren …

1 Antwort

  1. Pit sagt:

    Hallo Anja, eine wunderschöne Tour und ganz herrliche Fotos!! Ich hätte sicherlich auch überall angehalten und fotografiert. Der Panoramablick von der Buchenparkhalle geht in Richtung Weifberg. Auf dem Weifberg befindet sich ein 36 Meter hoher Aussichtsturm (im Jahre 2000 gebaut). Von dort aus hast Du einen herrlichen Blick in Richtung Tschechien und Zittauer Gebirge. Bei klarem Wetter ist sogar das Riesengebirge zu sehen. Es lohnt sich, wenn Du dort mal raufkletterst. Wahrscheinlich ist das mit dem Mountainbike gut zu schaffen.
    Du machst wirklich schöne Fotos!!
    VG – Pit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.
Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung!

Schließen