Ein perfekter erster Tag (von Donaueschingen nach Inzigkofen)

Was wurde spekuliert. Das liebe Wetter. Jede App sagte etwas anderes. Von eisigem Regen über Sonnenschein war alles vertreten. Nehme ich die Winterradelklamotten, oder doch lieber Kurz/Kurz?! Es war wie Kaffeesatzlesen. Und dann war er da, der erste Tag unserer Donautour 2016. Nach einer entspannten Nacht (und einer leider kalten Dusche am Morgen 🙁 ) im Hotel „Zum Hirschen“ in Donaueschingen

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… musste ich – kaum wach – sofort einen Blick aus dem Fenster riskieren … und habe tief aufgeatmet. Da war sie, die Sonne. Zwar noch recht zaghaft, aber sie war da! Was für ein Glück!

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Und dann war es wieder da, dieses lange vermisste morgendliche Wuseln. Fertig machen für den Tag. Räder bereitstellen. Klamotten verstauen. Diese Rituale sind einfach herrlich vertraut – auch nach einem Jahr Pause.

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Endlich ging es los. Wie immer führte uns unser Weg zunächst an die Quelle, wobei das bei der Donau etwas schwierig ist, denn in Donaueschingen vereinigen sich die Flüsse Breg und Brigach zur Donau, so dass es eigentlich keine richtige Quelle gibt. Und doch ist in Donaueschingen im Stadtpark eine Quelle – irgendwie müssen die Touristen ja befriedigt werden 😉 Also gab es für uns gar keine Frage; wir musste da hin.

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Ein bisschen durch Donaueschingen und dann direkt zum Schlosspark geradelt. Eins muss man den Donaueschingern ja lassen: die eigentlich nicht vorhandene Quelle wurde eindrucksvoll in Szene gesetzt:

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Aber natürlich war es Pflicht, zum Ort der Vereinigung von Breg und Brigach zu fahren und die „Geburt“ der Donau zu sehen. Denn nur dann ist das Motto der Tour vollzogen: „Von der Quelle bis zur Mündung“ (auch wenn wir in diesem Jahr die Mündung der knapp 3000 km langen Donau nicht erreichen werden 🙂 ) Hier entsteht sie also, die Donau:

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Und nun war der Donauradweg unser Spielfeld. Wie immer ein paar obligatorische Verfahrer zum Eingewöhnen 🙂 , und dann waren wir auf der richtigen Spur. Die Knochen waren noch nicht warm, aber die sanft geschwungenen Hügel, die von Beginn an unseren Weg begleiteten, haben die Eingewöhnungsphase sehr angenehm gemacht. Lief die Strecke doch erst einmal schön flach und vor allem immer ganz nah an der Donau entlang. Diese Flussnähe habe ich bei den von mir mitgefahrenen Touren bisher so noch nicht erlebt.

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Nach 28 km hatten wir in Immendingen unsere erste Rast. Fred – unsere treuer Fahrer – hat wie immer die gesamte Verpflegung im Hänger zum Treffpunkt transportiert … wie immer einfach purer Luxus.

Gestärkt konnte die zweite Etappe in Angriff genommen werden. Die Sonne kam immer mehr hervor und das verbreitete beste Laune, auch wenn meine Beine noch immer nicht so richtig in Gang kommen wollten. Zum „Erholen“ gab es reichlich (Foto)Gelegenheit. Ich liebe ja überdachte Brücken und kurz hinter Immendingen gab es dieses herrliche Exemplar an einem Wehr zu bestaunen (dass ich da einen Fotostopp einlegen musste, ist klar 😉 )

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Die Donau hat eine Besonderheit. Zwischen Immendingen und Möhringen verschwindet die Donau in den Sommermonaten einfach im Erdboden. Fachmännisch wird dieses Phänomen Donauversickerung genannt. Dann kann man den Fluss trockenen Fußes durchqueren, da das Flussbett ausgetrocknet ist. Wir hatten leider dieses Glück nicht. Im Gegenteil; die Donau führt sehr viel Wasser und hat sich überhaupt nicht um ihre Versickerung gekümmert; ist stattdessen munter vor sich hin geflossen. Aber angehalten, ein wenig informiert und dem Fluss zugeschaut haben wir trotzdem.

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Die Landschaft wurde immer malerischer. Sicher spielte dabei eine Rolle, dass die Sonne immer beständiger schien und die Temperaturen auf herrliche 15 Grad stiegen. Unter diesen Bedingungen (Anfang Mai) nehme zumindest ich die durchradelte Gegend noch viel intensiver wahr.

Unsere zweite Rast nach etwa 50 km führte uns nach Mühlheim, das eine wunderbare historische Altstadt mit vielen Fachwerkhäusern hat. Zugegeben, hier zu wohnen, oder mit einem romantischen Auge im Urlaub den Ort zu besuchen sind ganz sicher zwei verschiedene paar Schuhe, aber schön anzusehen war es allemal. Und um dort hinzugelangen galt es ein paar Höhenmeter zu erklimmen und ich war zum ersten mal froh, mit dem MTB unterwegs zu sein (auch wenn das für die Strecke nicht wirklich nötig ist), denn die Schaltung hat für „Hügel hoch“ doch noch den einen oder anderen Gang mehr 🙂 .

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Und dann begann der für mich schönste Abschnitt der heutigen Tour. Das Donautal hinter Tuttlingen bis Beuron wird von Kalkfelsen so eingeengt, dass neben der Donau nur noch die Bahn und der Radweg wirklich Platz haben. Fast 20 km lang ragen die weißen Kalkfelsen empor und haben uns auf unserem Weg begleitet. Ja es war durchaus anstrengend, denn es musste der eine oder andere Anstieg bewältigt werden. Aber die Bilder, die sich boten, haben mich für so einige schwere Beine entschädigt. Beschreiben lassen sich die Eindrücke nur sehr schwer. Daher werde ich es lassen. Ich habe unzählige Fotostopps gemacht und lasse einfach Bilder sprechen:

Donautal

 

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Auch wenn die Sonne nicht dauerhaft schien, hat das der Stimmung keinen Abbruch getan. Es herrschten immer noch angenehme Temperaturen und am Nachmittag war mir dann tatsächlich fast zu warm in meiner „wintergeeigneten Kluft“. Aber lieber so als gefroren!

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Einfach herrlich! Aber so langsam ging mir die Kraft aus und ich sehnte mich zu unserer Unterkunft. Die Hügel auf dem Weg forderten ihren Tribut. Eine letzte Pause. Kräfte mobilisieren, denn auf der letzten Etappe galt es kurz vor dem Ziel in Inzigkofen noch einmal einen ziemlichen Anstieg zu nehmen. Im Höhenprofil des Tagestracks (unten) ist das ganz gut zu sehen.

Und dann war es geschafft! Nach 94 km waren wir alle heil, ziemlich kaputt (also ich auf jeden Fall), aber zufrieden an unserer heutigen Unterkunft, der Pension Kreuz, angekommen.

zufrieden am Ziel

Es reichte für heute. Und nach einem leckeren Abendessen trödelte der Tag in aller Ruhe aus.

Klostermauern Inzigkofen

Klostermauern Inzigkofen

Es war für mich eine anstrengende erste Tagesetappe, bei der ich gemerkt habe, dass meine Kondition gerade nicht die Beste ist. Und doch war es ein Tag voller toller Bilder und Eindrücke, die Lust machen auf die folgenden Etappen und eine wunderbare Donauradtour bis zum Ziel in Regensburg.

Wie immer gibt es hier die gesamte Tagesetappe, einschließlich aller Verfahrer. Die Strecke war sehr gut zu fahren. Die Ausschilderung ist ausreichend und wir sind etwa zur Hälfte auf aspahltiertem Radweg und die andere Hälfte auf festen Schotteruntergrund gefahren. Der Radweg war immer so gelegt, dass wir (bis auf ganz wenige Ausnahmen) fern von jeglicher Straße oder Verkehr unterwegs waren.

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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3 Antworten

  1. Thomas sagt:

    Sehr schöne Beschreibung der ersten Etappe mit tollen Bildern. Das Lesen ist fast wie selbst mitfahren nur mit dem Vorteil, dass einem die Beine nicht schwer werden ?. Fast 100 km gleich am ersten Tag sind schon eine Leistung – Respekt an die ganze Radlergruppe! Ich hoffe, die Woche geht so schön weiter und drücke euch die Daumen, dass die Sonne mitspielt.

  2. Anja Keller sagt:

    Am Ende waren es doch tatsächlich über 800 Höhenmeter … reicht für den ersten Tag ?

  3. Bea sagt:

    Danke für die „Morgenzeitung“! Und mir ging wie dir, Thomas, bin ein ganz kleines bisschen mit gewuselt und auch mit gefahren. Eine gute Tour heute für euch und den Daheimgebliebenen wünsche ich schöne Bilder in der nächsten „Morgenzeitung“.

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