Die (Radel)Welt ist blau! (Von Ehingen nach Gundelfingen)

… und manchmal sind die Bilder des Tages einfach nur voller satter intensiver blauer Farbe, so dass es fast schon kitschig wirkt. Aber das muss dann einfach so sein … eben eine (Radel)Welt in Blau 😉 . Der heutige Tag hatte tatsächlich die Farbe Blau den ganzen Tag im Gepäck. Blauer Himmel schon am Morgen (und der hielt sogar den ganzen Tag)

IMG_9810

… dann der Blautopf in Blaubeuren, die Fahrt durch das Blautal und am Abend hatte die Donau im sanften Abendlicht ebenfalls diesen blauen Schimmer. Doch der Reihe nach.

Unsere heutige Etappe führte uns von Ehingen nach Gundelfingen, und damit haben wir auch Baden-Württemberg verlassen und sind nach Bayern gewechselt.

Auch wenn es um 9 Uhr bei Start am Hotel Rose (Ehingen) noch recht frisch war, begrüßte uns der Tage von seiner besten sonnigen (zugegeben mit 8 Grad recht frischen) Seite.

Hotel Rose in Ehingen

Hotel Rose in Ehingen

Und wir haben beschlossen, nicht den direkten Donauradweg zu fahren, sondern die Alternativroute zum Blautopf. Blautopf? Was bitte ist das denn? Ein besonderer Topf voller Farbe? 😮 Ich gestehe, ich habe beim ersten Mal, als ich dieses Wort gehört habe, ziemlich ratlos dreingeschaut. Aber da der Reiseführer diesen „Geheimtipp“ in den höchsten Tönen lobte wollten wir hin … nach Blaubeuren. Also Gepäck verstaut, die etwas müden Knochen auf das Rad geschwungen und der ausgeschilderten Alternativroute zum Blautopf in Blaubeuren gefolgt.

Der Blautopf ist eine Karstquelle aus der die Blau entspringt, die später in die Donau mündet. Das Wasser aus dieser Quelle sammelt sich in einem tiefen Wasserloch und hat eine intensive blaue Farbe, die durch einen physikalischen Effekt der Lichtstreuung an den im Wasser enthaltenen Kalkpartikeln entsteht. Das Ganze wird „Topf“ genannt, da die Quelle ein tiefer trichterförmiges Loch ist. Doch so ein bisschen ist es mir (heute) eigentlich auch grad nicht so wichtig, warum das Wasser so blau ist. 😉 Der Effekt hat mich einfach nur umgehauen. Und so sieht der Blautopf aus:

Blautopf in Blaubeuren

Blautopf in Blaubeuren

In meiner kindlichen (Urlaubs)Naivität hab ich irgendwie gedacht, dass sich diese Quelle still und leise; versteckt irgendwo im Wald befindet, und  natürlich niemand außer uns gerade da ist 😉 . Aber selbstredend hat die Stadt alles schön säuberlich hergerichtet und gemeinsam mit dem Kloster Blaubeuren zieht es die Touristen (wie uns 🙂 ) an. Die Anlage hat mich völlig gefangen genommen … d.h. eigentlich gar nicht mal die Anlage selbst, sondern die Farbe Blau! Ein Erlebnis. Gerade heute bei diesem herrlichen Sonnenschein – war toll.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Die Farbeindrücke haben wir bei einer Cappucino-Pause erst einmal verarbeiten müssen. Doch dann ging es weiter durch das Blautal nach Ulm. Während der Weg zum Blautopf relativ unspektakulär war (dafür aber herrlich flach … es rollte einfach), war der Weg nach Ulm durch das Blautal um so mehr ein Fest für das Auge. Ein relativ breites Tal mit sanften Hügeln an beiden Seiten. Die Bundesstraße sehr weit weg vom Donauradweg … herrlich! Nur der Wind hat mal wieder seine Spielchen gespielt 🙁 , aber davon lasse ich mir nicht die Laune verderben. Dann dauert die Etappe eben fünf Minuten länger 😉

Blautal

Blautal

Dann waren wir in Ulm. Uff … nach dieser stillen Tour durch das Blautal und mit den Bildern der Blautopf-Quelle im Kopf, war das für mich erstmal ganz schön entnervend, in Ulm einzufahren. Aber das war schnell vorbei, als wir unser Ziel, das Ulmer Münster erreicht haben. DA wollten wir hinauf:

Ulmer Münster

Ulmer Münster

Das im gotischen Baustil errichtet Ulmer Münster ist reichlich 161 Meter hoch und damit ist der Turm der höchste Kirchturm der Welt. Also schnell „hinein“ und ein bisschen Kultur mitgenommen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Doch das „Drinnen“ war nicht unser Ziel. Wir wollten nach oben … über 768 Stufen!!! Da weiß  man oben tatsächlich was man gemacht hat (bzw. was nicht 😉 ). Der Weg nach oben hatte viele kleine Details und wunderbar gestaltete Ornamente zu bieten. Diese zu fotografieren war mir eine willkommene Gelegenheit beim Aufstieg eine Pause einzulegen und Luft zu holen. Der Aufstieg war echt anstrengend! 😮

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Oben angekommen, hatte ich einen fantastischen Blick über Ulm. Der Umlauf auf der obersten Plattform war leider nur unglaublich eng, so dass schnell ein Stau entsteht, wenn man mal ein Foto machen und dafür stehen bleiben will. Und daher sind wir auch ziemlich schnell wieder hinabgestiegen.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

In Ulm hatten wir erst knapp 50 km der anstehenden reichlich 90 km geschafft. Zwar viele tolle Eindrücke gewonnen, aber trotzdem hieß es jetzt „Beine ausschütteln“ und weiter radeln. Es war bereits 15.30 Uhr und es lag ja noch ein gutes Stück Weg vor uns. Der Weg zu unserem heutigen Hotel „Zur Sonne“ in Gundelfingen war super ausgebaut. Viel Asphalt und fester Schotter. Mit großen Herausforderungen war da nicht zu rechnen. Die Strecke musste „einfach“ nur überwunden werden 🙂 … am Besten mit einer Pause auf dem Marktplatz in Günzburg

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Anschließend ging es entspannt entlang der Donau (wir haben den offiziellen Radweg verlassen und lieber einen alternativen Radweg an der Donau gewählt) und hinein in die Abendstimmung. Und da war sie wieder, die Farbe Blau. Das Abendlicht war einfach so weich und sanft, dass sich das Wasser der Donau in tiefem Blau zeigte, was gemeinsam mit dem blauen Himmel unschlagbar aussah:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Gegen 19.30 Uhr waren wir dann endlich alle geschafft, aber glücklich im Hotel. Insgesamt galt es 95 km zu fahren. Zusammen mit den fast 800 Stufen im Ulmer Münster ist das doch ganz ordentlich. Da ist es auch kein Wunder, dass der Abend heute nicht sehr lang wurde 😉

Hier wie immer die gesamte Strecke zum „Nachfliegen“

Download

Übrigens ist die Spitze im Höhenprofil kein Berg, der eben mal 160 m aus dem Nichts in die Höhe ragt, sondern einfach nur das Ulmer Münster. Ich Dussel hab bei der Turmbesteigung den Track einfach weiterlaufen lassen 😉

Und ganz nebenbei war heute auch noch Bergfest. Wie schnell doch die Zeit vergeht. Nun bin ich schon drei Tage geradelt. Der Körper hat sich an die ungewohnte Aktivität gewöhnt … etwa 260 km sind schon bewältigt. Und ein bisschen bin ich schon wehmütig, dass die Zeit so schnell vergeht. Aber so ist es ja jedesmal … einfach weil es so schön ist.

 

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.
Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung!

Schließen