Mitten durch das Polenztal … zu Fuß und mal nicht mit dem Rad

Eigentlich habe ich ja immer gedacht, dass ich nie im Leben wandern werde, oder wenn dann überhaupt als Rentnerin, weil man da ja so gemütlich durch die Gegend trödelt; was ja irgendwie nichts so richtig mit sportlicher Aktivität zu tun hat. … Wie gesagt; so habe ich gedacht. Doch seit ein paar Monaten merke ich, dass sich meine Einstellung dazu geändert hat. Zwischen Weihnachten und Silvester bin ich das erste mal in der Sächsischen Schweiz rund um die Schrammsteine gewandert … und was soll ich sagen! Es war herrlich. 🙂 Ich habe es sehr genossen. Und weil im Wetterbericht das erste Mal seit langem etwas von Sonne stand und mir die Temperaturen für’s Radfahren bisher noch zu kalt sind, habe ich mich heute Morgen kurzerhand in das Auto gesetzt und bin nach Hohnstein gefahren, um von dort eine Runde zur Brandaussicht und durch das Polenztal zu wandern. Ein freier Tag im Kalender machts möglich 🙂

Ich war schön früh dran und konnte meine Tour bei Sonnenschein starten. Hohnstein ist ja wirklich ein kleiner süßer Ort (wenn auch um diese Jahreszeit noch sehr verwaist 😉 )

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Ich bin mit dem (Renn)Rad schon ein paarmal hier gewesen und es war heute schön, den Ort mal etwas langsamer zu erleben. Also rein in den Wald. Ich musste nur ein paar Meter laufen, und schon war es einfach still. Kein Autolärm. Kein Geplauder. Einfach Stille … ok, ein paar Vögel haben vor sich hin gezwitschert, aber das war nun alles andere als störend.

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Auf einem prima ausgeschilderten Wanderpfad (natürlich hatte ich auch mein Navi für den Notfall dabei 😉 ) ging es zuerst zur Gautschgrotte. Ein bisschen abseits vom Wanderpfad liegt dieses Felsformation, die sich wie eine Muschel öffnet und in der Mitte einen Wasserfall hat, der die ganze Zeit leise vor sich hin rieselt. Es war eine merkwürdige Stimmung. Ich kam gerade aus der Sonne (zumindest von einem sonnenüberfluteten Weg) und in der Grotte war es irgendwie dunkel und noch viel stiller als ohnehin schon im Wald.

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Ich habe diese Atmosphäre eine Weile auf mich wirken lassen und weiter ging es dann immer dem grünen Symbol nach. Leider hält sich das Farbspektrum im Wald doch noch sehr in Grenzen. Wenn ich mir die Fotos meiner Radel-Geschichten aus dem vergangenen Herbst so ansehe, dann könnten meine heutigen Bilder doch glatt aus der Konserve „Herbst 2015“ stammen. Der Frühling hält sich noch sehr zurück, aber das wird bestimmt auch noch. Das Jahr ist ja noch sehr jung. Es ging einfach immer quer durch den Wald. Ich war die ganze Zeit allein. Nur das Zwitschern der Vögel und so allmählich kam ich auch runter. Einfach nur im Wald sein und einen Fuß vor den anderen setzen. Mehr war gar nicht wichtig. Mehr brauchte ich aber auch nicht. Und dann hatte ich die Hälfte meines geplanten Weges geschafft. Nach etwa 8 km war ich an der Brand-Aussicht und es war Zeit für eine kleine Pause. Leider war es etwas diesig, aber trotzdem gab es eine herrliche Aussicht. Wie muss das erst sein, wenn ganz klares Wetter ist? Vielleicht habe ich ja Glück und ich sehe das irgendwann einmal.

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Doch mein Ziel war ja das Polenztal und an der Polenz entlang zu laufen. Also musste ich irgendwann ja auch mal runter IN das Tal. Und genau das war jetzt der Plan, nachdem ich die Brand-Aussicht ausreichend genossen habe. Und es ging echt ziemlich steil bergab. Ein relativ schmaler Pfad; teilweise auf glatten Felsstufen … und ich war sehr froh, richtig gutes Profil an meinen Schuhen zu haben. 🙂

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So mitten beim Abstieg hab ich mal gedacht: „… hmmm, das musst du ja irgendwann auch wieder rauf! 😮 “ … aber egal, denn das gehört einfach dazu. Unten an der Polenz und an der Walthersdorfer Mühle (die sich den sehr morbiden Charme der DDR ‚bewahrt‘ hat) angekommen, war es dann vorbei mit verwunschenen schmalen Pfaden, denn es ging auf dem Polenztalweg (einer mehr oder weniger breiten „Forstautobahn“) parallel zur Polenz weiter. Hier bin ich dann ab und an ein paar anderen Wanderern begegnet, aber die konnte ich an einer Hand abzählen. Und ich habe die erste Wiese voller Märzenbecher gesehen … aber leider auf der anderen Seite der Polenz 🙁 … das war so ein toller Anblick … aber viel zu weit weg zum Fotografieren. Und vielleicht auch ein Glück für die Märzenbecher, denn ansonsten würden bestimmt die ganzen fotografierwütigen Wanderer über die Wiese latschen … so hat alles auch sein Gutes. Entlang am rauschenden Bach ging es dann noch eine ganze Weile weiter,

Polenztalwächter

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… bis es Zeit wurde, wieder an den Aufstieg nach Hohnstein zu denken. Eigentlich hatte ich einen schönen Weg am Hang hinauf und weit weg von einer Straße und Lärm geplant, doch dann war mein Weg einfach versperrt und mein schöner Plan dahin 🙁 …

und nun??? :-o

Ich habe dann zwar einen alternativen Weg gefunden, aber der ging relativ nah an der Hauptstraße entlang. Der Übergang von der Stille im Wald zu Zivilisationsgeräuschen war schon etwas hart, aber irgendwann musste es ja sein. Nach vier Stunden entspannter Wanderung war ich wieder in Hohnstein und wollte mir einen herrlich leckeren Cappuccino auf der Terrasse eines Cafe’s gönnen, aber da war ich wohl noch zu früh dran. Alles noch geschlossen. Also musste ich mit meinem Tee aus der Thermoskanne und einem sonnigen Plätzchen am Auto vorlieb nehmen. War aber auch schön.

Was für eine schöne Tour und ich freue mich schon auf eine Wiederholung, wenn der Frühling sich durchsetzt und alles sprießt und blüht. Das muss wunderbar sein…

Und hier gibt es wie immer die ganze Tour zum Nachlaufen:

Download

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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