Indian Summer – ein perfekter Sonn(en)tag in der Sächsischen Schweiz

Die ganze Woche hatte ich bang die Wettervorhersagen verfolgt und inständig gehofft, dass der Wetterbericht tatsächlich hält, was er verspricht, nämlich perfektes Spätherbstwetter … warm, sonnig … Indian Summer eben. Denn für das Wochenende hatte ich meine Radelfreunde vom HallzigExpress ins Kirnitzschtal in die Sächsische Schweiz eingeladen. Auf dicken Reifen (Moutainbike; Crosser) sollte es auf eine entspannte Genießer-Runde gehen. Erst sah es ja gar nicht so aus, dass sich genügend Mitstreiter finden würden. Die relativ lange Anreise aus Leipzig und Umgebung nach Ostrau (bei Bad Schandau) schien doch abzuschrecken. Aber dann war ich happy wie ein kleines Kind an Weihnachten, dass sich weitere acht Radler und sogar noch drei wanderlustige Mädels gefunden haben, um mit mir den Sonntag zu verbringen. Getroffen haben wir uns in Ostrau, also etwa 125 m oberhalb von Bad Schandau. Für den Start der Tour war das ideal, da wir relativ gemütlich starten konnten, ohne gleich zu Beginn hoch kraxeln zu müssen. Und von hier hatten man auch schon einen ersten herrlichen Blick über die Sächsische Schweiz und ich bekam eine Ahnung der Farbenvielfalt, die uns heute begleiten würde.

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Am Ende der Tour würden wir zwar wieder hier hoch müssen, aber bis dahin ist ja noch ein Stück Weg dazwischen 😉

Endlich waren alle da: Doreen, Matthias und Bärbel, Jens, Marek, Andreas und Ute, Thomas und Petra, Oli, Torsten … und ich war natürlich auch dabei 🙂 . Und wie sich das gehört, beginnt man so einen Tag am besten mit einem ordentlichen Frühstück.

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Nachdem alle eine kräftigen Portion Kohlenhydrate und Koffein verdrückt hatten, ging es endlich auf die Strecke. Während Ute, Petra und Bärbel die Gegend um Ostrau zu Fuß erkunden wollten, haben wir uns auf die dicken Reifen geschwungen und sind auf Kurs gegangen.

Doch wie das fast immer zu jeder Tour so ist, gings erstmal wild los. War ja auch toll. Es rollte locker bergab. Ich hatte die Strecke geplant, und war damit auch für die Leitung der Gruppe zuständig. Andreas, Oli, Matthias und noch ein paar Andere rauschten an mir vorbei; fragten nur im Fliegen, „ob’s immer gerade aus ginge“ … und ich habe JA gesagt. Und weg waren sie. Na ja … bis mein Handy-Navi endlich mit dem Kartenaufbau fertig war und ich merkte, dass wir irgendwie falsch waren. 😮 Ich schrie aus Leibeskräften, aber die Hälfte der Gruppe war schon den Berg runter Richtung Bad Schandau. Matthias und Marek haben mich gehört. Konnten stoppen. Und weil ich vor lauter Verzweiflung gerufen hatte „WIR sind falsch!“ sind Doreen, Jens und Torsten gleich wieder den Berg rauf! Was für ein Schlamassel. Und dabei war ja ein bisschen bergab völlig richtig. Nur nicht ganz runter. Ich konnte jetzt nur hoffen, dass irgend einer von denen, die schon fast unten in Bad Schandau waren, wenigstens sein Telefon hörte, um zu erfahren, dass sie diesen Berg wieder hinauf mussten. Ich hab mich auf den Weg nach oben zu Doreen, Jens und Torsten gemacht, um Abbitte zu leisten, dass sie umsonst wieder hochgekurbelt sind und wieder runten durften. Was für ein Durcheinander, bis alle wieder eingefangen waren und es endlich in den Einstieg auf die Nationalparkroute ging. „Immer dem gelben Ding hinterher“ 😉 … denn die Ausschilderung des Radweges ist ein gelbes Zeichen bzw. ein gelber Schriftzug (naja und ich will nicht verleugnen, dass ich heute am Anfang in einer quietsch gelben Jacke unterwegs war).

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Gemütlich ging es nun über Forstwege durch wunderbare Waldgebiete. Von Geschwindigkeitsrekorden war keine Rede, denn jeder wollte in seinem eigenen Tempo und doch immer die Gruppe im Auge, die Landschaft und den Tag genießen. Die Sonne schien, das Licht in den Bäumen und Blättern gab uns ein herrliches Farbenspiel zurück.

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Ich bin diese Strecke ja schon vor drei Wochen gefahren (zu mindestens 80 % davon) und war überrascht, wie unterschiedlich die Laubfärbung heute auf der Strecke war. Wie schnell sich das doch ändert. Und auch wenn wir alle mit unseren Mountainbike auf der Strecke waren, war es völlig ausreichend auf diesen breiten Forstwegen zu sein. Wären hier noch anspruchsvolle Waldwege gewesen, hätten viele (so wie ich auch) die grandiose Landschaft gar nicht genießen können.

Vorbei an Felsformationen (von denen ich jetzt inzwischen auch die Namen kannte 🙂 ) ging es immer weiter Richtung Hinterhermsdorf, dem höchstgelegenen Punkt unserer Reise. Das dazwischen ganz viele Fotostopps waren, ist selbstverständlich. So ein Vergnügen für das Auge kann man nicht einfach unfotografiert lassen.

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Und das Gruppenfoto war natürlich Pflicht. Hier war die ganze Radlertruppe zusammen: Oli, Doreen, Jens, Anja, Marek, Matthias, Thomas, Andreas und Torsten.

Unsere Tourtruppe ... war ein Vergnügen

Während wir auf der Preview-Tour vor drei Wochen etwa nach 80 % des Weges nach Hinterhermsdorf abgebogen sind, um den Rückweg anzutreten, sollte es diesmal tatsächlich die ganze Strecke werden. Und ich gestehe, dass dieser hintere Teil einfach unglaublich schön war. Und das ist mein Tourbild schlechthin … nein nicht von mir: DANKE Torsten! Einfach toll … genau so war’s.

Kirnitzschtal (Sächsische Schweiz)

Da hatten wir bei unserer Preview Tour wirklich etwas verpasst. Allerdings hatten wir uns damals auch einen Anstieg über 200 Hm nach Hinterhermsdorf erspart, den es jetzt zu erklimmen galt. Ich gebe zu, dass ich zwischendrin ganz schön oft Pause gemacht habe. Natürlich habe ich das dann immer als Fotostop getarnt. … Bilderflut vom Feinsten 😉

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Endlich waren wir oben auf dem höchsten Punkt in Hinterhermsdorf angekommen (inzwischen war es auch schon 14:00 Uhr) und es war Zeit für eine Pause in der Buchenparkhalle. Zumindest meine Energiespeicher waren ziemlich leer.

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Nach dieser Erholung ging es dann wieder zurück Richtung Ostrau/Bad Schandau. Irgendwie war es ein kleiner Schock, aus dem Wald rauszukommt, aus der Stille und Ruhe und plötzlich auf der asphaltierten Landstraße zu landen. Natürlich war der Verkehr nicht so schlimm, wie auf einer Bundesstraße, aber es ist eben doch eine Straße 🙁 . Wie zur Entschädigung ging es dafür aber einfach nur bergab, und wir konnten es fast 20 km rollen lassen. Natürlich kamen wir auch diesmal am Lichtenhainer Wasserfall vorbei. Ich hatte mich beim letzten Mal (Tour vor drei Wochen) nur gewundert, warum das Wasser so als Minirinnsal vor sich hin plätscherte und im Nachgang gelesen, dass die Wassermenge über ein Wehr gesteuert wird. Diesmal standen wir gerade alle am Zaun vor dem Wasserfall, als eine merkwürdige laute Musik aus dem Lautsprecher kann. Ich hab noch gedacht „Wer macht so einen unmöglichen Krach hier? Das ist ja furchtbar! 🙁 “ , als mit einem Mal ein riesen Wasserschwall die Felsen herunter kam. Wir hatten offensichtlich genau den Moment abgepasst, in dem das Wehr geöffnet wurde.

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Das wäre ganz sicher ein wunderbares Schauspiel gewesen, würde es diesen ganzen Drumherumkram nicht geben. Aber das lässt sich nicht ändern. Und wir sind ja auch ziemlich schnell weitergefahren.

Naja und dann standen wir vor der Frage, wie kommen wir hoch auf die Ostrower Scheibe. Auf jeden Fall mussten wir nach oben und das hieß 120 Höhenmeter überwinden. Dazu standen drei Optionen zur Auswahl: Die erste Option führte nördlich von Bad Schandau über eine kürzere, aber dafür sehr sehr steile Strecke hinauf. Eine weitere Strecke ging über etwa 3 km lang gezogen nach oben, wobei man dafür erst einmal quer durch Bad Schandau musste. Und die dritte Option war die Benutzung des Personenaufzug ist von Bad Schandau bis auf eine Höhe von etwa 50 Hm und dann weiter mit Rad schieben nach oben zum Treffpunkt. Für mich war völlig klar, dass ich definitiv nicht mehr die 120 Hm fahren will. Schon gar nicht die steile Strecke. Ich hatte mir den Fahrstuhl ausgesucht und wollte liebend gern den Rest der Strecke bis zum Treffpunkt (Parkplatz) mein Rad schieben. Doreen fand diesen Plan auch nicht so abschreckend und Torsten wollte uns Mädels nicht alleine fahren lassen. Die anderen haben sich für den kurzen knackigen Anstieg mit 20 % Steigung entschieden … und ich wünschte ihnen viel Glück 😉 . Doreen, ich und Torsten sind weiter nach Bad Schandau geradelt, um mit dem Aufzug locker und entspannt nach oben zu kommen.

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Zumindest war so der Plan… Bis; ja bis zu dem Moment, als wir am Fuße des Fahrstuhls standen und DAS lesen durften:

Aufzug defekt!

Das konnte doch nicht wahr sein! 😮 Ich hatte doch extra noch im Internet geschaut, ob dieses Ding auch offen hat. Wieso war das jetzt nicht der Fall? Na gut; nach einigem Grummeln und brummen und Unzufrieden sein, hieß es eine Lösung finden. Ich hatte auf der anderen Straßenseite eine Bushaltestelle entdeckt und ich wusste, dass es eine Busverbindung hoch nach Ostrau gibt. Also sind wir kurz entschlossen über die Straße drüber; waren ungefähr 10 m vor der Haltestelle … und in dem Moment fährt dieser Bus doch tatsächlich an der Haltestelle vorbei!!! Der Busfahrer hatte uns wohl mit unseren Rädern nicht als potenzielle Passagiere identifiziert. So ein Schlamassel! 😮 Und nach dem Studium des Fahrplans war ich noch frustrierter. Der nächste Bus kam genau 2 Stunden später! War das zu fassen? Die anderen waren bestimmt schon längst oben und wir hatten nur die Option die lange Strecke irgendwie hoch zu kriechen. Aber es half ja Nix.

Torsten hat schnell noch den Jungs telefonisch Bescheid gegeben (nicht das die noch eine Suchmeldung aufgeben…), dass wir nun die Straße nehmen und dann ging es los. Noch ein kleines Stück geradeaus an der Elbe (hätte fast romantisch sein können, wenn es nicht so tragisch wäre) und dann hieß es hoch auf den Berg. Torsten trat wacker in die Pedale und hatte sie schon nach ein paar Metern abgesetzt, während ich und Doreen schon nach etwa 150 m ein erstes Verschnaufen brauchten. Wir gaben uns redlich Mühe, um uns gegenseitig Mut zuzusprechen; aber es wollte nicht so richtig gelingen 🙁 Und plötzlich – wie aus dem Nichts – hielt uns gegenüber ein Auto und auch noch ein großer Kastenwagen … das Glück war mit uns! Jens hatte gehört, dass wir die Straße hinauf mussten; ist in seinen Transporter gesprungen, um uns abzuholen … Gerettet!

Gerettet!

So nahm diese Tour dann doch noch ein versöhnliches Ende 🙂 … und wir haben alle den Tag dann noch gemütlich im Bistro bei einem herrlichen Sonnenuntergang ausklingen lassen.

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Und hier die ganze Tour, bei der Anfang und Ende mal nicht zusammenfallen 😉 , noch einmal zum Nachfliegen.

Download

…und hier noch ein wunderbarer Clip zur Tour. Danke Oli 🙂

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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1 Antwort

  1. Locke sagt:

    Anja, das war für die erste Einladungsveranstaltung ins Elbtal mal echt mega! Hab keine Sekunde bereut!!!

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