Sieben

…Radler waren mal wieder an einem Sonntag der Meinung nichts besseres vor zu haben, als zeitig aufzustehen (ok, da waren die sechs Jungs von den Hallzigern sehr viel früher dran als ich 😉 ) , ihre Räder ins Auto zu packen und nach Dresden zu fahren, um mit mir einen Ausflug in die Sächsische Schweiz zu machen. Auch wenn ich schon ganz schön locken musste, um die (zugegeben) nicht so ganz kurze Anreise schmackhaft zu machen. Da muss dann schon mal ein kleines zweites Frühstück vor der Tour her 😉

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Das Wetter ließ am Morgen noch ganz schön zu wünschen übrig. Ziemlich kühl und grau. Doch der Wetterbericht versprach ab Mittag schönsten Sonnenschein. Nach dem üblichen Vorbereitungswuseln und dem ‚Bunkern‘ von Kohlehydraten, ging es dann auch schon los. Und das war die illustre Runde für heute: Maik, Thomas, Jens, Andreas, Jens, David und ich.

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Ich hatte eine schöne Runde von knapp 100 km geplant. Start war in Dresden (Weißer Hirsch) mit einer Abfahrt zum Eingewöhnen, bevor es Richtung Radeberg durch die Dresdner Heide weiter zur Burg Stolpen ging. Und ich musste ziemlich grinsen. Was wurde da vor der Tour zur Sicherheit gewarnt! Man solle doch bitte Rücksicht nehmen. Berge sind ja nicht so gewohnte Strecke. Also alles gaaaanz langsam. Und was war? Sobald der erste Anstieg in Sichtweite war … ging es los. Frei nach dem Motto: ‚Der Berg ruft!‘ … Herrlich! Als hätten alle nur darauf gewartet, losgelassen zu werden. Wer hier wen ‚abkochte‘ war dann mal die Frage. Ich jedenfalls war es nicht. … 😉 Das Feld zog sich dann schnell etwas auseinander; ich glaube da musste durchaus mal getestet werden, wer es kann 🙂 Ich liebe die Strecke durch die Dresdner Heide; Wald zu beiden Seiten. Bin ja auch oft mit dem MTB direkt in der Heide unterwegs. Und auch wenn ich eher in SloMo die Straße entlanggekrochen bin, war auch ich irgendwann in Radeberg … wo meine Mitradler schön brav warten (mussten. Ich hatte ja den Streckenplan 😉 ).  Weiter gings über Arnsdorf Richtung Burg Stolpen. Ich habe die Gelegenheit genutzt mal wieder ein bisschen Windschatten- und Gruppenfahren zu üben. Geht eigentlich ganz gut … wenn man jemanden vor sich findet, der die gleiche Geschwindigkeit fährt, wie man selbst (danke Ratze 😉 ) … und manchmal auch jemanden der einem zuruft: ‚Na los! Ran ans Hinterrad und nicht mehr loslassen! (auch wenns leichter gesagt als getan ist: danke Jens 🙂 ). Und ein kleines bisschen war ich dann auch beruhigt, dass nicht nur ich so meine eine oder andere Not hatte, mit kontinuierlichem bergauf fahren! Und wenn ich doch mal zu sehr abreißen lassen musste, war Andreas plötzlich vor mir und hat mich wieder an die Gruppe rangezogen. War toll!  😉

fast da ... Anfahrt zur Burg Stolpen IMG_9189

Und dann waren wir oben auf der Burg Stolpen. Ja ich gestehe … ein paar Meter habe ich geschoben. Die Auffahrt war mir einfach zu heftig. Geht auch mal so … Oben gab es erst einmal eine Pause zum Gucken oder auch einfach nur ein wenig rumlaufen.Der Himmel und die Sonne waren sich noch immer unschlüssig, was das heute noch geben soll.

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Drin auf dem Burggelände waren wir nicht. Der Eintritt von 6 Euro mag durchaus berechtigt sein, wenn man sich auch drin die Ausstellung ansehen mag, aber nur um von der Burgmauer mal kurz in die Runde zu sehen, war es dann doch etwas viel. Hier zur Entschädigung daher einen ‚Insiderblick‘ von meiner Tour 2014

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Und um die Pause perfekt zu machen, wurde der ‚Eisladen um die Ecke‘ angesteuert. Der hatte tatsächlich 365 Eissorten im Angebot … da waren sogar welche mit Knoblauch dabei 😮
Aber geschmeckt hats.

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Doch irgendwann hat auch die schönste Trödelei ein Ende und es ging weiter. Allerdings ging das „weiter“ etwas sehr daneben. Der Plan sah vor, etwa 500 m abwärts zu rollen und dann links abzubiegen. Passiert ist, dass 6 Radler ihrem Gefährt die Sporen gaben und die richtig schön abfallende Straße hinunterpesten was das Zeug hielt … ich war die letzte und nicht ganz so schnell (ich traue ja der Geschwindigkeit bergab noch nicht so sehr 🙂 ) … Bis ich irgendwie in Rufweite war, dauerte es ein paar Meter (mehr). Nun hätten wir den Berg wieder hochfahren können (wäre eine schön kleine Strafe für „nicht dem Tourguide folgen“ gewesen) oder eine Alternativroute fahren. 😉 Natürlich gabs keine Strafe, sondern wir haben uns dem nächsten Ziel, der Burg Hohnstein ein wenig anders genähert. Ging auch. Auf dem Weg zur Burg gibt es so eine Stelle, an der man einen wunderbaren Blick auf den Lilienstein, die Bastei und insgesamt das Elbsandsteingebirge bekommt. Und das war dann mein Moment der Genugtuung:

Fototime ... geht doch ;-)

Was durfte ich mir vorher anhören! Anja und ihre Fotostopps! Und dann … ja dann standen alle da und knippsten. Ich habe in mich rein gegrinst wie ein Honigkuchenpferd. 😉 Es war aber auch ein schöner Blick. Etwas diesig …. aber schön.

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Jemand hat dann das Hinweisschild „Radweg zur Bastei“ entdeckt und kurzzeitig drohte mein ganzer Tourplan aus den Fugen zu geraten, da die Jungs dahin radeln wollten. Warum auch nicht … Flexibilität ist ja nicht das Schlechteste. Bis … ja bis ein „schöner“ Schotterweg (und die berechtigte Angst vor einem Platten) den Plan zunichte machte. Also alles wieder zurück auf LOS und auf zur Burg Hohnstein. Und damit es es dann so richtig schön hoch geht, führte unser Weg in einer rasanten Abfahrt erst einmal richtig runter durch das Polenztal. Und was soll ich sagen … mal wieder haben die Jungs unten auf mich gewartet 🙁 … die sind da in einem Affentempo runter … ich glaube meine Bremsen waren die einzigen, die überhaupt benutzt wurden.

Und dann hieß es arbeiten! Aus dem Polenztal etwa 140 Hm wieder hoch auf reichlich 300 Hm … aber (zumindest für mich) mit relativ steilem Anstieg. Ich hätte gut und gerne noch ein paar Gänge gebraucht. Und ich bin Ratze so dankbar, dass er mir strickt verboten hat anzuhalten! Ich wollte nämlich … und er hat mir deutlich zu verstehen gegeben, dass das eine denkbar doofe Idee ist … er hatte recht! Und ich bin (übrigens das erste mal) tatsächlich den Anstieg durchgefahren. Im Schneckentempo; geschnauft wie ein altes Mofa … aber ich bin! 😉 Einen sehr männlich klingenden und von oben locker und lustig schallenden Zwischenruf ala „Zieh durch Anja!„, durfte ich auch vernehmen, aber das gehört wohl dazu. 😉

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Zur Belohnung gab es kurz vor der Burg eine kleine Verschnaufpause mit herrlicher Aussicht:

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Ein kleines Stückchen mussten wir aber noch, um endlich die zweite Burg und Tourhalbzeit geschafft zu haben – Burg Hohnstein. Das perfekte Motiv für unser heutigen Teamfoto und wie unschwer zu erkennen, hatte nun auch die Sonne ihren Dienst angetreten:

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Doch damit war noch nicht genug. Hatten wir doch gerade erst mal die Hälfte der Strecke geschafft! Also abwärts ins Elbtal und mitten durch den Nationalpark der Sächsischen Schweiz. Das Farbenspiel der Blätter in der Sonne war toll. Nur hatte ich nicht sooooo viel Zeit, mich daran zu ergötzen; war ich doch sehr damit beschäftigt, die Geschwindigkeit bergab zu kontrollieren. Aber schön war die Abfahrt.

Am Elberadweg ging es dann gemütlich und ohne nennenswerte Erhöhungen  weiter bis Königstein, wo es (deutlich zu sehen) mit der Festung Königstein wieder ein lohnendes Fotomotiv gab 🙂 .

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Wir mussten mit der der Fähre über die Elbe übersetzen; doch nicht, bevor wir uns ein lauschiges Plätzen in der Sonne, ein kühles Getränk und etwas zu Essen organisiert hatten.

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Das Elbtal ist einfach herrlich anzusehen. Und wenn dann noch die Sonne so scheint und er blaue Himmel strahlt, dann kann man nicht anders, als den Tag genießen. Vorbei an der Bastei (die wir dann doch zumindest unten von der Elbe aus gesehen haben)

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ging es schön entspannt Richtung Dresden weiter. Und dabei habe ich etwas erlebt, das ich nicht glauben würde, wenn ich es nur gehört hätte. Wir radeln also auf dem Elberadweg entlang und genießen das Panorama, als ich plötzlich mitbekomme, wie der eine um den anderen aus seiner Trikotasche Handy oder Fotoapparat rausholen. Ich dachte erst: „Hä? Werden jetzt alle gleichzeitig angerufen?“ Aber nein! Das ist wohl die Art der Rennradler Erinnerungsfotos zu machen. Beim Fahren! 😮 … Ich hab fast ’nen Herzkasper gekriegt, weil ich ständig jemanden hinpurzeln sah. Aus Prinzip bin ich dann stehengeblieben und habe mein Foto gemacht 😉

Eigentlich wollte ich ja mit den Jungs den Elberadweg bis Dresden fahren. Er ist die schönste Art das Elbtal zu genießen. Aber das war einfach nicht möglich. Der Elberadweg ist einfach zu beliebt und damit auch völlig überfüllt, dass es wirklich keinen richtigen Spaß macht, zwischen Spaziergängern, anderen Radlern, Skatern, Joggern sich nun auch noch mit dem Rennrad und in Gruppe da durchzuschlängeln. Gar keine Frage … alle haben ein gutes Recht genau dort zu sein; aber der Weg ist einfach zu schmal für alle. Daher haben wir in Pirna die Elbseite gewechselt, den Elberadweg verlassen und sind rechtselbisch Landstraße bis Dresden gefahren. Auf Grund der dann doch schon recht fortgeschrittenen Zeit sind wir zwar am Schloss Pillnitz vorbeigekommen, hatten aber keine Zeit mehr für einen Besuch. Das machen wir dann beim nächsten Mal! Und hier einfach noch ein paar Impressionen vom Weg (Danke Andreas und Thomas für die tollen Schnappschüsse)

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So schön ebenerdig zu fahren ist natürlich super angenehm, aber da wir bei 200 Hm gestartet sind, mussten wir am Ende der Tour auch wieder hoch ‚auf’n Berg‘. Ich hatte nach reichlich 90 km einfach keine Lust mehr und bin mit der Standseilbahn wieder hoch zum Weißen Hirsch gefahren. Das ist immer mein Notfallplan, wenn ich keine Lust mehr auf Höhenmeter habe. War aber schwer beeindruckt, dass die Jungs den Berg auch noch hoch sind. Chapeau!

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Und dann war sie rum, meine Genießerrunde mit ein paar Höhenmeters durch die Sächsische Schweiz und das Elbtal. Und es war schön, dass sich alle so wunderbar auf diese Mischung aus Landschaft entdecken – Tag genießen – ein bisschen sportlich Radeln eingelassen habe. Danke Jungs, für diesen tollen Tag. Und wer weiß, vielleicht habt ihr ja Lust die restlichen Berge auch noch mal zu erkunden 😉

Und hier gibt es (fast) die ganze Strecke noch mal zum Nachfahren. Es fehlen lediglich die letzten Höhenmeter, die ich ja nicht mit dem Rad zurückgelegt habe.

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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