Kette links! … Montag von Zell (Fichtelgebirge) nach Blankenberg

Eigentlich habe ich ja heute Urlaub, und da sollte man meinen, da wird lange ausgeschlafen; man lässt Zeit verrieseln und trödelt in den Tag hinein. Aber denkste … ich stehe um 4.30 Uhr auf, um rechtzeitig zum Tourstart in Zell (Fichtelgebirge) zu sein. Denn dort geht es mit der ersten Etappe der diesjährigen Radelwoche entlang der Saale pünktlich los (dem Reiseleiter sei Dank). Aber es hat gut funktioniert und ich war richtig los.

Nach einem kleinen Frühstück im Gasthof ‚Rotes Ross‚ fing sofort das morgendliche (und fast schon vermisste) Wuseln an. So lange her, doch gleich am ersten Morgen wieder vertraut.


Hatte jeder seine Sachen im Bus, oder im Rucksack verstaut, hieß es um 9 Uhr sofort kräftig in die Pedale treten, denn es ging zu Saalequelle. Das war schon so eine Sache!  Gerade mal frisch losgefahren ging es gleich heftig berauf. Erst ein bisschen asphaltierte Straße und dann schlicht Wald- bzw. Schotterweg. Ich wünschte mir schon nach wenigen Meter mein Moutainbike herbei. Da hätte ich mehr Grip gehabt und die Übersetzung an der Schaltung  hätte noch ein bisschen mehr Spielraum hergegeben. Der Weg wäre echt nichts für Rennräder. Und das ging den ganzen Tag so weiter. Viele Schotterpisten mit groben Steinen und der eine oder andere Miniwaldpfad war auch dabei. Aber was soll’s?! Jammern hilft nichts. Da hieß es eigentlich nur ‚Kette links‘ und kurbeln. Höhenmeter um Höhenmeter. So kommt der Kreislauf gleich am Morgen richtig in Schwung. 😉

Doch dann hatten wir die Quelle der Saale erreicht und der obligatorische Fototermin stand an. Während wir dort verweilten, kam eine Gruppe MTBer von etwas weiter oben runter geradelt und da hatte ich dann schon etwas Sehnsucht, selbst mit dem MTB den Wald zu erkunden. Aber jetzt war Treckingradzeit!  🙂

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Nachdem wir alle wieder ordentlich Luft geschöpft hatten, ging es relativ entspannt weiter. Der Wettergott war glänzender Laune und wir konnten in perfektem Sonnenschein durch die Gegend radeln. Und was das für Gegend war! So schön … friedlich und im Sonnenlicht lag die Landschaft da wie gemalt. Sanfte Täler und Hügel. Und einen kleinen Abstecher abseits vom Radweg haben wir auch gemacht. Kurz hinter Oberkotzau gings zum Untreusee. Das ist echt ein lauschiges Plätzchen…

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… zumindest waren die Hügel solange ’sanft‘, solange wir nicht drüber radeln mussten. Am Vormittag ging das ja alles noch relativ entspannt. Da waren die Beine noch frisch. Aber ab der Mittagszeit fingen mich die Hügel echt an zu nerven. Man sollte ja meinen, dass bei so einem Flussradweg – hat man einmal die Queller erklommen – der weitere Weg schön stetig sinkt. Aber Pustekuchen 🙁 Nicht beim Saaleradweg. Nach jedem Hügel kam immer noch einer. Und fuhr man mal so richtig schön bergab, konnte man sicher sein, dass ziemlich schnell danach der nächste Anstieg kam. Oder – was noch fieser ist – man denkt ‚… dort um die Ecke, da ist der Anstieg vorbei. Ganz sicher!‘ Und fährt man dann um die Ecke rum, dann stellt  man fest, dass der Weg einfach gepflegt weiter ansteigt (‚Und wenn du denkst da kommt nix mehr; kommt irgendwo der nächste Anstieg her 🙁 ‚ ).

Da half nur noch: ‚Kette ganz links setzen‘ und weiter!!!

Das da der eine oder andere Flucher fällig war, wird wohl jeder verstehen. Insgesamt haben wir heute reichlich 900 Hm überwunden. In der Streckengrafik sieht man die kleinen fiesen Hügelchen ziemlich deutlich. Auch wenn es heute ’nur‘ 67 km waren. Ich hatte ganz schön zu kämpfen (zumal ich ja mit dem schweren Treckingrad unterwegs bin) und meine Oberschenkel brennen immer noch ganz schön 😉

Download

Ich mag noch gar nicht so richtig an morgen denken, denn da geht es mit der ‚Berg- und Talfahrt‘ munter weiter. Zum Glück gab es zwischendrin immer wieder schöne Fotomotive, so dass ich einen Grund zum Anhalten hatte. Solche Motive lohnen sich einfach:

Doch irgendwann hatte ich es mit den anderen geschafft, und dank Handynavi hielten sich die Verfahrer auch in Grenzen. Unser heutiges Doizil ist der ‚Gasthof Blankenburg‚ in Blankenburg. Erst einmal setzen und ausruhen, war jetzt die Devise. Und danach? Ein schönes Abendessen! Das hatten wir uns verdient! Die Gruppe hatte sich ganz schön auseinander gezogen, aber so nach und nach trudelten alle ein. Eigentlich war die Strecke ganz gut ausgeschildert, aber der eine oder andere hatte sich dann doch verfahren. Gerade wenn es so viele Auf und Ab’s gibt, ist jeder Extrakilometer ziemlich ärgerlich 😉 . Dank Navi gings bei mir eigentlich glatt.

Vom hinteren Bereich des Hotels aus, hatte man einen wunderbare Blick auf die Umgebung.

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Das war heute ein wunderbarer erster Tourtag; wenn auch sehr anstrengend. Unser Weg führte uns von Zell (im Fichtelgebirge) zur Quelle der Saale, nach Oberkotzau zum Untreusee und weiter nach Hof. Danach gings durch ziemlich ruhige Gegend und viel Wald über Hirschberg nach Blankenberg. Unserem heutigen Etappenziel.

Jetzt heißt es erst mal ‚Augen zu und schlafen‘. Ich bin echt hundemüde. War ja doch ein langer Tag. Und die Kraft werde ich brauchen, denn am Dienstag (morgen) geht es mit der ‚Hügelei‘ weiter und an einigen Stellen wird es sogar noch viel mehr. Hoffen wir doch mal, dass bei so einer Aussicht wenigstens die Sonne keine Dummheiten macht 😉

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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