Suche Windschatten… Biete Gesellschaft

So, oder zumindest so ähnlich war heute zu Beginn der RTF Tour über 110 km beim Lausitzer Blütenlauf in Großenhain mein Angebot … an wen auch immer 🙂 . Nachdem ich das letzte Wochenende im Harz am Berg mit dem Mountainbike verbracht habe, hatte ich heute Lust, ein bisschen Strecke zu machen. Und der Lausitzer Blütenlauf kam da gerade recht. Und das Wetter sah doch ganz gut aus. Bis etwa 16 Uhr sollte es Sonne geben! Und nicht zu warm; 12° bis 19° … perfekt. Und schon der Morgen zeigte einen strahlenden Himmel.

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Also Rennrad in’s Auto gepackt und auf nach Großenhain, wo der Start der 110 km sein war. Also eigentlich nicht direkt nach Großenhain, sondern nach Zabeltitz. Das Problem war eigentlich nur, dass mein Navi zwar den Ort kannte, aber die passende Straße in mindestens drei umliegenden Orten existierten, nur nicht in Zabeltitz (ich muss wohl mal ein Softwareupdate machen 😉 ) Ich habe dann eben ‚Pfeile werfen‘ gespielt … und glatt daneben gelegen. Am Ende musste ich einen Einheimischen fragen … bin aber rechtzeitig da gewesen.

Aber im Startbereich war es echt ruhig. Wenn ich an das Gewusel beim ‚Gurkenmarathon vor zwei Wochen in Lübben denke, dann war das hier herrlich familiär. Anmeldung erledigen. Fertig. Am Start waren vielleicht 60 Starter. Meist Vereine in Formationsstärke. Ob ich da wohl wenigstens eine Minigruppe finde, an die ich mich andocken kann? Das war ja der erste Rat, den mir Maik und Noreen beim gemeinsamen Radeln beim Gurkenmarathon gegeben haben. Und nachdem ich einmal die Vorzüge von Windschatten genießen durfte, will ich ihn nicht mehr missen.

Um 9 Uhr ging es dann ziemlich unspektakulär los. Die Meute fuhr einfach los 😉 Und ich auch. Mal wieder hinten dran, aber doch dran! Ich wollte unbedingt versuchen im Pulk zu bleiben und mal sehen, ob ich ein paar Mitradler erkenne, die eine Geschwindigkeit fahren, bei der ich mithalten kann. Etwa 7 km habe ich mithalten können, danach war es vorbei. Der Trupp ist einen Schnitt von 35 km / h gefahren. Eindeutig nicht meine Geschwindigkeit 🙁  Ich musste abreißen lassen.

Tja, das war es also mit meinem Versuch, im Windschatten etwas entspannter über die Strecke zu kommen. Da musste ich also wieder allein gegen den Wind kämpfen. Wird schon gehen. Ein Vorteil hat das alleine Radeln allerdings; ich kann einfach anhalten, wenn ich etwas schönes sehe und es fotografieren will. Und heute war es das unglaublich intensive Bild der blühenden Rapsfelder. Die Tour ist heute wirklich ihrem Namen gerecht geworden. Überall blühte es. Aber der Raps hat mich heute schlicht umgehauen. Es schien so, als würde praktisch jeder Quadratmeter Feld mit Raps bestellt werden. Muss das wirklich sein? Das sah so sehr nach Monokultur aus. Aber echt schön anzusehen:

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Gerade als ich nach etwa 20 km das Rapsbild aufnehme (Pause mache und mir einen Windschatten herbeisehne 😉 ) radeln Dirk und Georg an mir vorbei. Und geistesgegenwärtig pfeife ich auf jedes weitere Bild, schwinge mich auf mein Rennrad und radle den beiden hinterher. Sah es doch so aus, als würden die beiden ein Tempo fahren, das ich halten könnte. Schnell aufgeholt; ganz freundlich gefragt, ob ich mich dranhängen darf … und schwups! Erledigt 🙂 Nun hatte ich meinen Windschatten. Und wirklich; von jetzt an ging es wirklich etwas einfacher weiter. Die Strecke führte relativ flach und vor allem meist über kaum befahrene kleine Landstraßen. Die Sonne strahlte und die Blüten und Bäume rechts und links vom Weg waren wirklich bezaubernd.

ABER
… anhalten und fotografieren war dann nicht mehr. In der Gruppe fahren heißt eben anpassen. Einfach mal ein fotoshooting fällt einfach aus. Ich muss mich also entscheiden. Knipsen was das Zeug hält und allein gegen den Wind kämpfen, oder den Windschatten ausnutzen und dafür sehr reduziertes Fotomaterial. Der Windschatten hat gesiegt. Ich gestehe 😉

Aber so ganz ohne geht es dann doch nicht. Bei unserer Rast nach 85 km in Lauterbach am See konnte ich nicht widerstehen. Das war ein echt lauschiges Plätzen zum entspannen. Meine Beine waren schon seit einigen Kilometern etwas ‚angesäuert‘.

Ist eben (für mich) noch keine Kleinigkeit mehr als 100 km zu radeln. Ein paar Minuten Pause tun ziemlich gut.

Kurz vor 14 Uhr hatten wir es dann geschafft. Und ich war froh. Da muss ich wohl noch einige Runden drehen, bis mir eine solche Strecke locker und flockig aus ‚den Pedalen rollt‘. Ein große Danke an Dirk und Georg, die mich so gut mitgezogen haben. Ihr habt mir meine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 25 km/h gerettet 😉 Ich war fix und alle … aber unglaublich zufrieden 🙂 Jetzt hieß es erst mal hinsetzen; Füße hoch und ein klein bisschen die Nase in die Sonne strecken.

Die Sonne hat heute wirklich ganze Arbeit geleistet. Losgeradelt bin ich ja noch mit langen Klamotten, aber schon bei der ersten Pause nach 30 km habe ich darauf verzichtet … und mir einen herrlichen Sonnenbrand an den Beinen zugezogen! Ha … und alles nur, weil ich ‚das kurze Schwarze‘ ausgeführt habe. 😉 Ich muss wohl langsam daran denken, die Sonnencreme immer parat zu haben.

Und das sind die ganzen 110 km … ok: genau genommen sind es nur 106 km. Die Strecke war wohl etwas kürzer.

Download

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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1 Antwort

  1. Thorsten sagt:

    Langsam bekomme ich angst vor unserer himmelfahrtstour.
    Ob ich da noch mit halten kann…
    Respekt!

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