Ohne Worte! … Dienstag: von Blankenberg nach Eichicht

… na ja, so ganz ohne Worte geht es heute doch nicht, Und ein Blick auf das Höhenprofil des heutigen Tages erklärt dann auch schon einiges. Es ging schon gleich am Morgen los. Ein Anstieg nach dem anderen! Und mit nicht zu wenigen Höhenmetern. Ich hatte da echt zu kämpfen!

IMG_1051

Wenn mir einer gesagt hätte, dass wir auf einer Flußradtour (bei der es ja normalerweise schön von einer etwas erhöhten Quelle abwärts zur Mündung geht) wie Bergziegen klettern müssen, dem hätte ich es nicht geglaubt. Doch die Saale fordert da schon einiges! Aber der Reihe nach:

Wie üblich startete der Morgen mit dem allgemeinen Gewusel. Räder fertig machen. Gepäck verstauen. Die Sonne schien schon seit dem frühen Morgen und alle waren gut drauf und sogar schon vor der Startzeit (9 Uhr) fertig.

Alles war bereit für einen entspannten Tag. Wenn … ja wenn da nicht von Beginn an diese fiesen Hügel / Berge gewesen wären. Unsere erste Tagesetappe sollte uns nach Saaldorf am Saale-Stausee führen. Eine herrliche Strecke … größtenteils mitten durch den Wald. Ruhig … wenig Verkehr. Aber auch mit viel Forst- und Schotterweg. Abwechslungsreich, aber definitiv nichts für schmale Reifen. Allerdings war der Preis dafür nicht ohne. Immer und immer wieder gab es Anstiege. Mal kleiner und dann auch wieder größer. Eine gute Kondition war da nicht gerade das Schlechteste. Das Feld zog sich ziemlich schnell auseinander. Aber das war gar nicht schlimm, denn ich habe die Zeit so allein im Wald sehr genossen – auch wenn mich die Anstiege ziemlich gestresst haben (eigentlich bin ich wieder nur mit dem kleinsten Gang, also der größten Übersetzung gefahren). Wir sind durch echt tolle Gegend gefahren. Und am meisten haben es mir heute die Stauseen angetan. Wenn die Sonne sich auf der Wasseroberfläche spiegelt, dann musste ich einfach anhalten und (natürlich) fotografieren. 😉

Nach einem ausführlichen Frühstück, was wir diesmal sogar (dank Gabi) an einem Tisch mit Blumenstrauß und Tischdecke ‚verdrücken‘ konnten, ging es weiter – wie hieß es im Tourenbuch? Ach ja: … stetig bergauf. Hier war die Strecke nicht ganz so spannend, aber nachdem die Steigung geschafft und die Abfahrt zu ordentlich Speed verleitet hat, tauchte in Burgk der Saaleturm auf. Es ist schon erstaunlich, was für Gebilde manchmal so in die Landschaft gebaut werden. Aber für einen Euro bekommt man Zugang zum Turm, kann über 192 Stufen nach oben steigen und einen herrlichen Blick über das Saaletal genießen. Da oben war es zwar ziemlich windig, aber der Blick war einmalig.

Weiter ging es – vorbei am Schloss Burgk – hinunter ins Tal zur Bleilochtalsperre, die in der Gegend um Saalburg echt groß ist. Das war ein herrlicher Blick. Ich wollte ständig anhalten, fotografieren, aber das hätte die Gruppe dann doch zu sehr aufgehalten. Aber die ‚Brücke am Fluss‘ musste sein 😉

IMG_0942 IMG_0940

Nach einigen weiteren halbwegs moderater Steigungen, kam dann urplötzlich ein Anstieg von 16%!!! Ja richtig! Das stand da wirklich auf dem Schild. Auf einer Serpentinenstraße schlängelt sich die Straße am Hang entlang. Ich habe versucht ein paar Meter den Hang hinauf zu kommen, aber es ging einfach nicht. Mein Treckingrad war einfach zu schwer und so langsam fehlte mir dann auch die Kraft in den Beinen. Also absteigen und schieben …

IMG_0957

IMG_0947 IMG_0950

 

Danach war erst mal wieder eine Pause fällig. Zum Glück haben wir einen lauschigen Biergarten gefunden. Auch wenn das Lokal selbst geschlossen hatte, durften wir uns im Garten breit machen und die Sonnenstrahlen genießen. Inzwischen hat man aber schon gemerkt, dass sich bei allen so ein kleiner Frust breit machte. Da denkt man, DAS war jetzt aber der letzte Hügel! Es muss doch endlich mal runter gehen! Und ständig kommt dann immer noch einer. Aber so viel Glück hatten wir heute nicht. Daher haben wir uns zum Schluss entschieden – nach einem zermürbendem Anstieg von Ziegenrück nach Paska – nach einer Fährfahrt in Linkenmühle über die Saale

… mit einen Shuttleservice die letzten 200 Höhenmeter zu überwinden. Bereits im Totenbuch von bikeline steht, das die nach der Fährüberfahrt bevorstehenden 3 km nach Altenbeuthen sehr sehr sehr steil sind, und man doch lieber den Shuttleservice nehmen sollte. Ich weiß, dass das nicht gerade die perfekte Art ist, sich mit dem Rad fortzubewegen, aber alle hatten keine Kraft (und auch keine Lust) mehr, diesen steilen Anstieg zu bewältigen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir ja schon reichlich 900 Höhenmeter in den Waden. 😉

IMG_0987

Den Shuttleservice zu nehmen, war eindeutig die richtige Entscheidung, denn wir musste anschließend noch 20 km radeln. Aber nicht, ohne – das erste mal auf dieser Tour – in Drognitz ein Stück Kuchen und einen Kaffee zu genießen. Endlich…. 🙂 🙂

Danach ging einfach nur noch bergab. So ungewohnt, so schnell. Und immer wieder diese herrlichen Aussichten von etwas oberhalb auf Wasser. Wirklich etwas für’s Auge und die Seele.

Am Ende haben wir noch einem kurzen Stopp an der Staumauer der Talsperre Hohenwarte gemacht, um das Wunder von Bau- und Architekturkunst zu bestaunen. Ist schon beeindruckend…

Und dann waren wir endlich in Eichicht im Hotel „Zur Grünen Eiche“ angekommen. Nach 76 km. Alle lechzten nach einem kühlen Getränke.Da bleiben die Koffer erst einmal stehen. Einräumen kann man immer noch. Manchmal muss man eben Prioritäten setzen 😉

IMG_1049

Was für ein Tag. Das ständige Auf- und Ab war so zermürbend (und auch wahnsinnig anstrengend. Und doch – wenn man es dann geschafft hat, ist man aber auch herrlich stolz darauf, nicht aufgegeben zu haben. Und eins muss man sagen. So anstrengend es war … die Gegend, durch die wir geradelt sind, war herrlich.

Hier gibt es jetzt wie immer den ganzen Weg zum Nachfliegen.

Download

Kleiner Nachtrag:
Leider gibt es den Dienstags-Bericht erst heute. Ist gar nicht so leicht von unterwegs einen vernünftigen Internetanschluss zu kriegen 😉 … ist eben doch ‚etwas abgelegen‘.

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

Das könnte Dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.
Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung!

Schließen