Radeln, einfach nur radeln! … Donnerstag: von Jena nach Weißenfels

War das vielleicht ein grauer Morgen! Und echt kalt. Ich glaube ich hatte nach mehreren Anläufe beim Start und nach dem allmorgendlichen Wuseln vor dem „Gasthof zur Schweiz“ in Jena vier Stofflagen angelegt … und habe immer noch gefroren 🙁

Im Vergleich zu dem herrlichen Wetter vom Dienstag war das schon ein ziemlicher Kulturschock. Im Formationsflug ging es wie immer gemeinsam raus aus der Stadt. Und ich gestehe … ich habe nach ein paar Kilometern die Fingerhandschuhe aus meiner Tasche gekramt, weil meine Finger eiskalt waren. Weichei … ich weiß 😉

Der Weg aus Jena ist nicht besonders spektakulär. Erstaunt bin ich aber immer über dieses schreckliche Wohngebiet direkt an der Autobahn. Bisher bin ich ja immer nur mit dem Auto auf dem Weg von oder nach Erfurt daran vorbei gefahren und dachte dabei immer schon: „Hilfe … wer denkt sich nur solche Wohnghettos aus?“ Schön geht wirklich anders…

Und dann war da plötzlich in Kunitz wieder so eine überdachte Brücke über die Saale. Sofort dachte ich wieder an den Film „Die Brücken am Fluss“ … Ich mag diese besonderen Brücken wirklich sehr (es gab ja schon eine andere auf unserem Weg entlang der Saale). Auch wenn ich der Meinung bin, dass ein bisschen mehr Patina der Brücke mehr Flair geben würde.

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Irgendwie schlug das Wetter auf’s Gemüt. Wenn die Sonne scheint, dann brennt sie auf der Haut. Aber wenn nicht, dann ist die Luft noch echt ziemlich kühl. Das war für mich ein ziemliches Geschlotter heute Vormittag. Selbst die drei Dorndörfer Schlösser sahen ohne Sonne irgendwie traurig aus. Heute sollte ja auch wieder ein ‚Tag der Burgen werden‘, aber ich hatte irgendwie keine Lust hoch zu fahren. Ich gebe es zu. Aber für ein Foto aus der Ferne hat es dann doch gereicht 😉

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Aber irgendwann am späteren Vormittag hatte der Wettergott selber genug von seiner ‚grauen‘ Laune und schickte uns endlich ein paar Sonnenstrahlen. Und das war nötig. Waren doch heute irgendwie alle auf Feiern aus. Heute ist Christi-Himmelfahrt und traditionell auch Herrentag, an dem alle irgendwie raus wollen. Da macht sich Sonne immer gut. Auch wir wollten ein bisschen mitfeiern und habe in Kaatschen-Weichau ein richtig knuffiges Weinlokal gefunden. Es war zwar immer noch nicht viel wärmer, aber auf jeden Fall lustiger 😉

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Und diese lustigen Gestalten habe ich ganz nebenbei auch entdeckt. Radeln scheint viele Freunde zu haben … und das ist super!

Mit einem Glas Wein und einer Bratwurst gestärkt, ging es gleich viel entspannter weiter. Richtung Saaleck, wo gleich zwei Schlösser (Saaleck und Rudolphstein) oben am Hang tronen und die vorbeifahrenden Radler beobachten. Der Radweg führte direkt oben vorbei … und fast bin ich versucht zu schreiben ’nur hoch auf ein kleines Hügelchen‘ … im Vergleich zu Dienstag, aber das wäre dann doch ein bisschen anmaßend. 😉 Hab ich doch trotzdem ganz schön gejappst. Aber der Blick oben vom Plateau war einfach herrlich. Und das inzwischen bei fast blauem Himmel.

Die Landschaft hat sich in den vergangenen drei Tagen ziemlich verändert. Nur noch sanfte Hügel rechts und links der Saale. Ich gebe zu, dass mir die Berge vom Fichtelgebirge und dem Frankenwald ziemlich fehlten. Aber auch heute gab es ein paar Momente, die einfach perfekten Urlaub für die Augen geboten haben … eine tolle Landschaft.

Allerdings stand ich nach dem ausführlichen Fotostopp oben auf dem Plateau zur Burg Rudolphstein vor einer ziemlichen Herausforderung. Ich musste hier runter:

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DAS ist der Saaleradweg! Kein Witz … und ich habe kein MTB dabei 🙁 Auf keinen Fall konnte ich da mit dem Treckingrad runter. Also hieß es absteigen und schieben! Bergab! Das hatte ich auf dieser Tour auch noch nicht. Geschoben hab ich immer nur bergauf. Ich habe Thorsten so beneidet. Mit seinem MTB konnte er da mal ein bisschen Gas geben … Zum Glück musste ich nicht den ganzen Weg nach unten schieben. Relativ bald kam wieder ein Forstweg und ich konnte wieder aufs Rad.

Allerdings wurde der Radweg immer voller. Die Männertags-Feier-Ausflügler (meist ziemlich junge Kerle bei denen ich das Wort ‚Mann‘ nicht unbedingt als erstes denken würde 😉 ) bevölkerten den Radweg und gemeinsam mit den Wanderern wurde es dann durchaus etwas eng. Da hieß es einfach in Ruhe und mit Aufmerksamkeit weiter radeln. Bis Bad Kösen ging es gut voran. War nicht so weit, aber dort einfach durchzufahren wäre zu schade gewesen. Ein Stopp war einfach Pflicht. Dabei waren wir gar nicht direkt im Ort, sondern der Radweg hat uns an einem alten Wehr und dem Gradierwerk vorbeigeführt. Ich gestehe, dass ich keine Ahnung hatte, was das ist, aber ich habe es mir erklären lassen. Über ein spezielles Gestell wird die Salzkonzentration in der Luft erhöht. Basis dieser Technik bilden mineralische Quellen deren Wasser über eine Mühle zum Gradierwerk (gradieren = Salzgehalt der Luft erhöhen) gepumpt werden. Das war wirklich ein lauschiges Plätzchen.

Danach war radeln durch das Saale-Unstrut-Tal angesagt. Und wo die Unstrut in die Saale mündet, haben wir uns ein schönes kühles Glas Wein gegönnt.

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Die Gegend wurde immer flacher und so langsam wollte ich einfach nur ins Hotel. Der Männertags-Ausflugs-Feier-Verkehr auf dem Radweg hat mich irgendwann doch genervt 😉 . Zumal die Anzahl der betrunken torkelnden Gestalten erheblich anstieg. Vorbei an Naumburg ging es auf direktem Weg nach Weißenfels ins Parkhotel. Ich war wirklich froh als wir da waren. Ein schönes großes Zimmer und ein leckeres Abendessen. Herrlich. Fast schon ein bisschen Luxus. Und Vanilleeis mit karamellisiertem Spargel klingt ziemlich merkwürdig … schmeckt aber echt gut 😉

Nach den vielen Hügeln und anstrengenden Ansteigen der ersten Wochenhälfte war der heutige Tag irgendwie ’nur‘ entspanntes  … radeln, radeln … einfach nur radeln. Gar nicht so schlecht 😉

Und hier gibt’s wie immer die gesamte Strecke im Überblick:

Download

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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