Ich wollte doch nur mit dem MTB im Harz radeln!

Da ich nun schon mal für das Fahrtechniktraining im Harz war, ist es doch sinnvoll das ganze Wochenende „im Wald“ zu verbringen. Und wenn man (ich) nicht weiß, wo man am besten mit dem MTB fahren kann, dann sucht man sich einfach jemanden der es weiß. Und das habe ich getan. Dachte ich wäre besonders clever 😉 … Am 26.04.2015 fand nämlich in Bad Harzburg die Auftaktveranstaltung des Harzer MTB- Cup statt. NEIN … ich war natürlich nicht so übergeschnappt, in der Wertung mitfahren zu wollen. Aber da in der Ausschreibung etwas von ‚Schnupperrunde‘ und ‚für jeden Mountainbikefahrer etwas dabei‘ stand, hab ich das mal für mich passend interpretiert und gedacht … „Warum nicht? Bin doch eh schon da … ’schnuppere‘ ich eben mal eine Runde mit! Eine Runde sind doch ’nur‘ 19 km. Das kriege ich doch hin!“ Manchmal sollte man (OK: … ich) einfach ein bisschen länger nachdenken 🙂  Aber der Reihe nach!

Zunächst mal war ich nicht allein. Ich habe Thorsten von der Himmelfahrtstour (der praktischerweise ganz in der Nähe von Bad Harzburg wohnt) überredet, mit mir den Berg zu ‚erobern‘. Er fährt schon länger MTB und ich dachte mir, dass ich auf diese Weise auch gleich noch ein paar Tipps abstauben kann.

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Übrigens war Thorsten von Beginn an skeptisch, ob meine Idee wirklich so toll ist. Eine ‚Schnupperrunde‘ mitten in einem Rennen mitfahren? Aber ich habe das irgendwie überhört. Und wer nicht hören will… Na ja, das Sprichwort ist ja hinlänglich bekannt 😉

Gegen 9.45 Uhr waren wir an der Rennbahn in Bad Harzburg, wo der Start- und Zielbereich der Veranstaltung ist. Da war ganz schön was los. Trotz des etwas kühlen Wetters…

10.30 Uhr kriegten dann auch die Kurzstreckenfahrer das Startsignal. Also auch wir. Als letztes auf den Kurs. Und gleich mal so richtig in die Vollen. Klar berghoch. Was sonst? Zunächst etwa 2 km auf einem schönen breiten Forstweg. Und dann … kam eine Treppe! Was grundsätzlich ja nicht so ungewöhnlich ist, aber da ging der Weg drüber! Uff! Und dahinter gings einen Single Trail ziemlich steil bergauf! Den würde ich – wenn ich mal viel besser fahren kann – auf dem Weg nach unten nehmen. Aber doch nicht nach oben!!! Das war der Moment an dem ich begriffen habe, warum Thorsten’s Skepsis nicht so ganz unbegründet war 😉 Aber ein Zurück gab es nicht. Da musste ich jetzt wohl durch.

aufwärts ... im Schiebegang

Was soll ich sagen! Ich bin abgestiegen und habe geschoben … ziemlich lange. Nicht besonders rühmlich, aber ich bin da auf keinen Fall kurbelnd hoch gekommen. Zum Glück war ich da wohl nicht die Einzige. Selbst die Profis sind da nicht alle hochgekommen.

So ziemlich auf dem vorläufig höchsten Punkte haben wir am Aussichtspunkt Elfenstein (Harz, Bad Harzburg) erst mal Pause gemacht. Ich weiß … das ist nicht gerade die perfekte Art eine MTB-Cup-Runde zu fahren, bei der es eigentlich um die schnellste Zeit geht, aber was soll’s? Ich war ja auf der ‚Schnupperrunde‘ und ich war ein wenig am Limit 😉

  • Aussichtspunkt Elfenstein
  • Aussichtspunkt Elfenstein


Herrlicher Blick in's Harzvorland

Aber hier konnten wir nicht bleiben. Abgesehen davon, dass wir da vielleicht gerade mal 5-6 km geschafft hatten, wurde es auch langsam kalt. Also weiter! Das Problem war, dass nun die erste Überrundungen anfingen. Jetzt hieß es eine Lücke finden, um die ‚Profis‘ nicht zu sehr zu behindern. Das hat mich echt gestresst.

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Im Schneckentempo ging es für mich weiter. Zum Glück hat Thorsten immer auf mich gewartet (auch wenn er das eine oder andere mal echt einen Suchtrupp losschicken wollte 😉 ). Irgendwann ging es dann endlich mal bergab, bzw. wenigstens nicht bergauf. Was ja auch schon mal ein Fortschritt war. Die Herausforderung bestand darin, auf den SingleTrails, die teilweise ziemlich verschlammt und mit Wurzeln durchzogen waren, vorwärts zu kommen; nicht auf dem Hintern zu landen und keinen zu behindern. Nein … das war eindeutig oberhalb meiner Leistungsklasse. Da war dann zwischendrin immer mal wieder Schiebemann & Co. angesagt … und selbst dabei bin ich ausgerutscht. Echt peinlich 🙁

Aber den einen oder anderen SingleTrail bin ich natürlich runter gefahren. Langsam; aber gefahren! Ich habe die ganze Zeit nur gedacht: „Hoffentlich kommt jetzt keiner von hinten und will an mir vorbei! Ich habe keine Ahnung wohin ich ausweichen soll!“ 😉  Ganz fies war ja dann der letzte Anstieg. Gefühlt war ich inzwischen schon 30 km gefahren und es konnte nur noch abwärts gehen. Aber denkste … schön steil hoch! Nicht zu fassen. Und diese Runde sind einige 5 mal hintereinander gefahren??? HILFE!

Zum Glück gab es zwischen drin auch immer wieder herrliche Ausblicke. Das entschädigte immer wieder für die Anstrengung.

Und doch hat es Spaß gemacht. Es war unglaublich anstrengend und es wäre für mich als Anfängerin einfach besser gewesen, die Strecke auf Forstwegen hinauf zu kurbeln. Und dann in aller Ruhe allein und nicht im Pulk; immer auf der Suche nach einer Lücke; runter zu fahren. Da war ich schon ein wenig naiv. Auch wenn es eine ‚Schnupperrunde war‘, so war es letztlich doch die gleiche Strecke, die die Profis gefahren sind. Was denn auch sonst 😉

Aber was soll’s? Ich hab’s geschafft (auch wenn es drei Stunden gedauert hat, weil ich mindestens eine Stunde Pause gemacht habe)! Und ja; ich habe Lust auf mehr! Vielleicht nicht gleich von Null auf 180 … aber mehr!

Das Wetter war ziemlich launig. War am Anfang noch ein bewölkter Himmel, gab es zwischendrin richtig Regen. Im Ziel angekommen, hat es noch einmal richtig wie aus Eimern geschüttet und ich war froh, als ich im schützenden Auto saß.

Und hier ist wie immer die ganze Strecke. In voller Kürze und Höhe 😉

Download

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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1 Antwort

  1. Thorsten sagt:

    Das hat doch eigentlich ganz gut geklappt. Aber du hattest am Vortag ja auch sehr fleißig geübt!
    Beim nächsten Mal solltees dann aber doch eine normale Tour ohne Rennen sein 😉
    Danke, dass ich mit dir fahren durfte!

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