Auf nach Moritzburg … mit dicken Reifen

Nachdem ich am Donnerstag eine schöne, aber doch ziemlich anstrengende Rennradtour an der Elbe gefahren bin, brauchte ich einen Tag Erholung (OK … meine Oberschenkel haben etwas gezickt). Heute wollte ich wieder raus. War in der Vor-Osterwoche und an Ostern das Wetter echt mies, hat sich das in der letzten Woche ja komplett gedreht. Sonne pur … Wärme! Ja! Ich muss einfach raus. Aber heute hatte ich wieder Lust auf eine Waldstrecke, d.h. die dicken Reifen vom MTB müssen her. Und ich will nach Moritzburg, zum Schloss Moritzburg (das Jagd- und Lustschloss von August dem Starken). Nördlich von Dresden – nur knapp 25 km von daheim entfernt – habe ich es bisher noch nicht geschafft, mit dem Rad hin zu fahren. Wird also langsam mal Zeit.

In nördlicher Richtung gings mit dem MTB durch die Dresdner Heide bis nach Langebrück und dann weiter nach Weixdorf. Keine Straße. Nur Waldweg. Herrlich. Diese Strecke bin ich schon so oft gefahren, dass es da keine Überraschungen gab. Aber dann kam ich langsam in unbekannte Gefilde … wenn auch immer noch die Dresdner Heide im obersten Zipfel. Schöne kleine Wege. Es ist wirklich erstaunlich, wie lange die Vegetation in der Heide doch braucht, bis die braunen Herbstfarben endlich dem zarten Grün des Frühlings weichen… so richtig sieht es hier immer noch nicht nach Frühling aus. 😉


Und eine Rieseneiche habe ich hier auch noch gefunden. Sie hat bereits 700 Jahre auf dem Buckel (oder der Rinde 🙂 ). Es beeindruckt mich zu wissen, dass genau hier schon viele Generationen von Menschen gestanden oder an der diesem Baum (der auch mal klein und jung war 🙂 ) vorbei spaziert sind. Wobei die ja gar nicht so riesig war. Ich habe in der Dresdner Heide schon größere Bäume gesehen. Aber vielleicht war sie auch mal größer… und das erstaunliche ist für mich ohnehin das Alter…


Doch allzu lange konnte ich nicht verweilen. War ja gerade mal die Hälfte der Hinstrecke geschafft. Leider begann jetzt der öde Teil der Tour. Landstraße, ziemlich starker Wind … 10 km … und mit den dicken Reifen hatte ich echt das Gefühl, wie eine Schnecke auf der Straße zu kleben. 🙁 Echt frustrierend. Na wenigstens stimmte die Richtung 😉

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Zwischendrin gabs zur Motivation auch ein wenig Dorfidylle … in Bärnsdorf 😉

Dorfidylle in Bärnsdorf

Aber irgendwann hatte ich es geschafft. Zwar noch nicht bis zum Schloss Moritzburg. Aber das wollte ich ja auch gar nicht. Ich wollte erst mal eine kleine Runde entlang der Waldteiche durch den Friedewald bis zum Schloss Moritzburg drehen. Seit ich ein MTB habe, will ich irgendwie immer über jeden Wald- und Wanderweg fahren. Nicht immer die neste Idee 🙂 .

Und der Frauenteich war der erste Teich im Friedewald, dessen Wasser herrlich vor mir glitzerte. Der Wind erzeugte leichte Wellen … ein perfekter Ort, nach der Schneckentour auf der Landstraße, mal eine Pause einzulegen.

Also los, ein wenig quer durch die Gegend zu den anderen Teichen radeln. Auf dem Navi waren da ja auch eindeutig Wege … ok; zumindest gestrichelte Linien, die ich als Wege interpretiert habe 😉 Ich war dann wieder mal froh, mit dicken Reifen unterwegs zu sein. Mitten auf dem Feld(weg?) … aber ich werde immer sicherer. Macht Spaß .. besonders wenn dann neben dem Weg der eine oder andere See auftaucht.

Und dann war ich endlich am Schloss. Habe mich langsam „von hinten“ genähert. Die viele Wuselei der Touristen ist immer vor dem Schloss und das ist mir echt zu viel.

Ich bin immer wieder fasziniert, wie majestätisch das Schloss und seine Parkanlage in die Teichanlage eingebettet sind. Schon soooo oft gesehen, aber doch immer wieder schön. Leider wurde am Schloss und auf dem Schlossgelände gebaut, so dass ich nicht ganz drumrumradeln konnte  Aber ausgiebig auf einer Bank die Sonne genießen und Mensch und Tier beobachten, das musste einfach sein…

Schloss Moritzburg

Irgendwann musste ich dann aber zurück. Und ich hatte so gar keine Lust, wieder diese für MTB-Reifen schreckliche Landstraßenstrecke zu nehmen. Gibt es vielleicht doch eine Alternative zurück zur Heide? Zum Glück hatte ich tatsächlich eine echte Landkarte dabei (das Handynetz war mal wieder katastrophal. Mit meinem Handy-Navi wäre ich aufgeschmissen gewesen 🙁 ). Und es gab eine Alternative! Fast überhaupt keine Landstraße bis nach Weixdorf! Manchmal ist ‚analog‘ eben doch noch gut 😉

Und dann, in der Dresdner Heide habe ich noch eine tolle Strecke entdeckt. Die „Alte 3“ führt direkt vom Norden der Dresdner Heide bis fast vor meine Haustür. Ein mit Single-Trail-Abschnitten und kleinen Hügeln gespickter, ziemlich abseits und quer durch den Wald führender Weg. So richtig schön zum ‚Laufen lassen‘ … auch für mich als MTB-Anfängerin.

Danke dem Routenplaner. Während ich den Hinweg selbst geplant hatte, gab ich der Planungssoftware beim Rückweg freie Hand … sieht so aus, als sollte ich öfter mal auf die Software hören 😉

Nach knapp 60 km war ich ziemlich geschafft, aber zufrieden wieder daheim.

Download

Nachdem mein Urlaub in der ersten Woche quasi in’s Wasser gefallen ist, hat die zweite (vergangene) Woche dann doch alles wieder rausgerissen. Endlich ist der Frühling da und ich habe wieder einmal festgestellt, in was für einer schönen Gegend ich wohne. Es gibt noch so viel zu entdecken.

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Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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