13. Spreewaldmarathon … wenig Sonne und viel Wind(schatten)

Genau vor einem Jahr habe ich hier meine erste RTF mitgemacht. Der 12. Spreewaldmarathon war meine erste Tagestour, die ich bei einer dieser vielen Breitensportveranstaltungen mitgefahren bin. Damals noch mit meinem Treckingrad. Eigentlich wollte ich 2014 nur 45 km fahren und es wurden 70 km. Und ich war soooo stolz. 🙂 Und ein Jahr später bin ich wieder hier. Quasi Geburtstag.

Ist ganz schön viel passiert im den letzten 12 Monaten. Inzwischen fahre ich ein Rennrad und ich habe mir die 110 km vorgenommen! So richtig war mir aber bei der Anmeldung nicht klar, was ich da vor habe. Doch nun gab es kein zurück mehr. Wieder einmal hieß es ziemlich früh an einem Samstag aufstehen – 6 Uhr 🙁 … und das mir, als ausgesprochene Langschläferin. Wenigstens der Himmel machte ein freundliches Gesicht. Wenn es jetzt schon grau gewesen wäre, hätte es mich echt Überwindung gekostet. Aber es war sooo kalt. Und die Vorhersage lag bei max. 12 Grad. Brrrrr … und das, nachdem ich vor vier Tagen bei 25 Grad im Elbtal rumgeradelt bin. Was für ein April!!! Statt kurzen Hosen kam die flauschige Winterradelhose samt dreilagiger Jackenschutzschicht zum Einsatz – echt das volle Programm. Na gut – lamentieren nützt nichts. Alles einpacken und lost gehts.

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Und schon vor dem Start hatte ich ein Navigationsproblem. In Ragow war die Straße gesperrt und die Umleitung führte echt in’s Nirvana. Irgendwann, nachdem das Gewerbegebiet durchquert war, war die Umleitung einfach zu Ende … und die Straße auch. So etwas ist immer sehr amüsant. 🙁 Ich war wohl nicht die Einzige, die durch die Gegend irrte, sonst hätte ich mal wieder an meiner Straßenschilder-Lesefähigkeit gezweifelt. Hab’s dann wieder auf die normale Strecke geschafft, aber ganz schön Zeit verloren.

Nun hieß es flinke Hufe (ok… Reifen); Parkplatz suchen. Schnell in den Startbereich; Startunterlagen abholen (heute war ich mal als Nr. 8640 unterwegs)

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… und dann das Wichtigste: Noreen und Maik von den Hallzigern suchen! Nicht so ganz einfach, wenn man sich das erste mal persönlich trifft und in einer ziemlich großen Menge Radler steht, die irgendwie alle gleich aussehen. Dank Handy und ein paar ‚Wo bist du denn?‘ Anrufen … haben wir uns aber gefunden!

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Denn diesmal wollte ich nicht allein auf die Strecke gehen, sondern in der Gruppe fahren. Quasi mein erster ‚Formationsflug‘ 😉 Und dann ging’s auch schon los. Während ich mich letztes Jahr noch mit dem gesamten Hauptfeld vom Starbereich auf der Schlossinsel über diese unglaublich schmale Brücke gequetscht habe, waren wir dieses Jahr cleverer und haben uns schon mal etwas mehr in Richtung Straße postiert und konnten uns relativ entspannt in den Pulk einfädeln.


Ein bisschen Bammel hatte ich ja schon. Zum einen war ich noch nie in einer Gruppe gefahren und außerdem hatte ich keine Ahnung, ob ich das Tempo meiner beiden Mitfahrer mithalten kann. Ich mache mir ja immer vorher über alles mögliche eine Platte. Aber es ging echt gut.

Schnell hat sich das Feld auseinander gezogen und weil der Wind auf der freien Strecke schon etwas fies war, waren auch wir auf der Suche nach einer zumindest kleinen Gruppe, an die wir uns dranhängen konnten. Das war also meine erste Begegnung mit dem wunderbaren WINDSCHATTEN. Und ich würde ihn an diesem Tag noch ziemlich häufig als großen Segen empfinden 🙂 Nach ein paar Kilometern hatten wir uns einsortiert und Maik führte mit einem Radelfreund unsere Gruppe an. Was für eine Leistung! Der Wind stramm von vorn und dann die ganze Führungsarbeit leisten ist schon enorm. Das witzige war, dass sich hinter uns (Noreen und ich bildeten die zweite Reihe) eine richtig schöne lange Zweierreihe angedockt hat, die alle schön hinter uns im Windschatten fuhren. Das ging praktisch bis zum ersten Verpflegungspunkt nach 35 km so. Aber keiner der zahlreichen Jungs hinter uns kam mal auf die Idee, die beiden vorn in der ersten Reihe abzulösen. Das fand ich echt … na ja, ein bisschen faul. Ich dache ja, es wäre normal, dass sich die Starken beim ‚Formationsflug‘ in der Führungsarbeit auch mal ablösen. Scheint aber nicht so üblich zu sein. Ich jedenfalls gestehe, dass ich den Windschatten von Maik echt genossen habe. Spart unglaublich Kraft und ich war überrascht, welche Geschwindigkeit ich halten konnte (2/3 der Strecke hatten wir durchschnittlich 27 km/h). Und auch Noreen hat mich immer wieder mitgezogen und motiviert. Das hat wirklich Spaß gemacht. Ein großes Danke an beide!

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Leider hatte die Sonne zwischenzeitlich ihren Dienst eingestellt und der Himmel war voller Wolken. Es dauerte auch nicht lange und es regnete ziemlich fies. Zwar nicht lange, aber es war kalt. Ich war so froh, mit Winterradelklamotten unterwegs zu sein!

Auf der Strecke gab es insgesamt drei Verpflegungspunkte und es war ein irres Gewusel, wenn dort die Masse von Radlern einflogen. Während am ersten Verpflegungspunkt in Groß Leuthen noch nicht alle aufliefen (oder fuhren), war dann in Staupitz und Lübbenau echt die Hölle los. Es waren ja insgesamt 3000 Radler am Start und alle wollten irgendetwas von der Verpflegung abbekommen 😉 Das ist für die Veranstalter natürlich eine unglaubliche logistische Herausforderung.

Verpflegungspunkt in Groß Leuthen

Nach 80 km hatte ich dann echt einen Hänger. Die Beine wurden schwer und die Kälte machte sich irgendwie im ganzen Körper breit. Ich musste einfach etwas zurückschalten. Aber Noreen und Maik sind einfach mit mir langsamer und als Windschattengeber vor mir gefahren. So konnte ich mich ein wenig erholen. Zum Glück kam zwischendrin auch einmal die Sonne raus und wir konnten ein paar wärmende Sonnenstrahlen genießen. Leider hat sich Maik einen schleichenden Plattfuß eingefangen und musste einen Servicestopp einlegen. Das ist ja für mich so eine grausige Vorstellung … einen Platten zu haben und selbst reparieren zu müssen. Hab’s zwar inzwischen gelernt, aber sehr routiniert geht’s noch nicht. Aber Maik hatte das Problem echt fix gelöst.

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Nachdem wir 10 Uhr auf die Strecke gingen, waren wir gegen 15.45 Uhr wieder im Ziel. 114 km waren geschafft!!! Juhuuuu 😉 🙂 🙂 … Ich war fix und alle, aber glücklich! Und als Lohn für die Mühe gab es diese witzige Gurke; die in diesem Jahr für mich (und natürlich auch für Noreen und Mike) eine bronzene Hälfte hatte! Herrlich. Hab mich gefreut wie ein kleines Kind … 🙂

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Nur eines hatte ich auf dieser Tour nicht … Fotozeit! Das war so völlig ungewohnt für mich. Ich bin auf meinen Radtouren ja immer rechts und links am Wegesrand auf Fotomotivsuche. Halte an. Knipse was das Zeug hält. Ich war im übrigen auch viel zu sehr damit beschäftig den herrlichen Windschatten von Mike zu finden. Einfach mal anhalten ist da einfach nicht 😉 … Teamtour heißt eben im Team fahren. Und das ist völlig ok. Das ist aber auch der Grund, warum es keine Streckenfotos gibt … Ich tröste mich einfach damit, dass ich die Strecke ja schon vor einem Jahr gefahren bin und dort habe ich Fotos gemacht. Im übrigen ist die Strecke gar nicht überall so attraktiv. Ziemlich viel plattes Land. Lediglich in der Gegend um Burg gab es das, was man sich so im Allgemeinen unter dem ‚Spreewald-Look‘ vorstellt. Also alles gut.

Zum Schluss hat das Wetter mal wieder bewiesen, dass es eine Diva ist. Bis zum Start strahlte die Sonne. Dann hat sie mal eben Pause gemacht, bis genau zur Ankunft … dann war sie der Meinung, wieder etwas arbeiten zu können. Strahlte was das Zeug hielt. Na ja … wie heißt es doch immer: ‚Es gibt kein falsches Wetter, sondern nur die falsche Kleidung‘ 🙂

In diesem Sinne … Im nächsten Jahr bin ich auf jeden Fall wieder dabei. Und hier die gesamte 114 km – Strecke zum Nachfliegen:

Download

 

 

 

 

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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3 Antworten

  1. mzjens sagt:

    Ja manche Windschattenlutscher sind unbelehrbar! 1km Gegenwind und 9km „ausruhen“! Es könnte doch so einfach sein!!! Ich hätte wieder platzen können…

    Aber gut! Auch das war Training!
    LG

  2. Thorsten sagt:

    Respekt!
    Und ja, man wechselt sich ab – normalerweise….

  3. RRatze sagt:

    bei zwei so attraktiven Damen auf Rennrädern ist es doch kein Wunder das sich das „starke Geschlecht“ hinter euch aufreiht.

    Nächstes Jahr fahren wir die 150km und vielleicht gehts dann ja auch schon etwas schneller

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