Goitzsche … Was? Wo?

… ja, genau! Das war meine erste Reaktion, als ich vor einigen Wochen von der 29. CTF (Country Touren Fahrt) Goitzsche + Heide am 15.02.2015 erfahren habe. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, wo das sein sollte. Na ja… ganz so schwierig war’s dann doch nicht 😉 Der Veranstalterverein ESV Bitterfeld hatte ja quasi den Tourenort im Namen. Es sollte nach Bitterfeld gehen. Ich gebe zu, dass ich mich nicht erinnern kann, wann ich das letzte mal dort war. Die Ausschreibung verkündete eine Quer-Feldein-Tour. Und der Blick auf die Karte zeigte eine Gegend mit ziemlich vielen Seen (gefluteter Braunkohletagebau) und der größte ist der ‚Große Goitzschesee‚. Also auf nach Bitterfeld und um rum um den See  … dachte ich 🙂

Aber der Reihe nach. Der Tag begann grandios. Ein herrlicher Sonnenaufgang. Ich bin ja nicht wirklich so ein Frühaufsteher, aber wenn ich denn mal an einem Sonntag so früh unterwegs bin, fasziniert mich so ein Sonnenaufgang immer wieder. Ich musste einfach anhalten und diesen Moment fotografieren.

Sonnenaufgang

So konnte es von mir aus gern den ganzen Tag weitergehen. Im Sportpark Süd in Bitterfeld (direkt am Großen Goitzschesee) angekommen, überraschte mich der erste Blick auf die Tourenkarte dann doch etwas (es gab keine gps-Vorabdatei. Ungewohnt 🙂 ). Nichts mit ‚Rum um den See‘, sondern quer durch die Gegend. Durch die Goitzsche – Nein nicht durch den See! Die Goitzsche ist ein altes Braunkohletagebaurevier und eben nicht nur ein See. Auch nicht schlecht! (und so ganz nebenbei hatte ich eine Geographiestunde erhalten. Danke Oli). ‚Rund um den See‘ hätte wohl auch kaum einer CTF Tour entsprochen. Da gibt es einen asphaltierten Weg, aber nicht’s mit ‚über Stock und Stein‘.

Rundenplan

Kurz nach 10 Uhr ging es für uns los. Ja richtig: uns. Ich war nämlich heute nicht allein unterwegs. Thorsten (von der Himmelfahrtstour) ist aus Goslar angereist, um mit auf die Sonntagstour zu gehen. Wie (fast) immer war die große Masse der Radler schon weg, bevor ich mich fertig sortiert hatte. Mit Oli (ein Hallziger) ging es zu dritt auf die große Runde (ausgeschrieben mit 23 km). Und ziemlich bald stand – mitten im Wald – DAS. Der Bitterfelder Bogen:

Bitterfelder Aussichtsbogen

Ich gebe zu, ich musste zweimal hinsehen. Dieses (auf mich etwas monströs wirkende) Objekt stand da so unerwartet, dass ich eigentlich erst richtig realisiert habe, was es ist, als Oli meinte ‚Hey Anja, da kann man hochfahren. Vielleicht gibts da ein paar Fotomotive!‘. Tatsächlich. Es handelte sich um einen Aussichtsbogen, um einen Blick über das Seengebiet und Bitterfeld werfen zu können. Klar mussten wir da hoch. Die Rampe bis zum höchsten Punkt machte es möglich  (Oli ist derweil mal weitergefahren. Er kannte das schon 🙂 ). Leider war es etwas diesig, aber ein wenig konnte man oben doch erkennen.

IMG_8394 IMG_8387

IMG_8392 IMG_8391

Wieder unten ging es mitten rein in den Wald. An den gefrorenen Waldboden musste ich mich erst mal gewöhnen. Das war mal was anderes als die Tour de Matsch vor zwei Wochen. In den gefrorenen Spurrinnen machte das Vorderrad durchaus nicht immer das, was ich wollte. Aber nach einiger Zeit ging’s besser. Und so sah die Strecke aus:

IMG_8398 IMG_8406IMG_8401

Und dann kam der Holzweißiger Ost-See. Wirklich schön. Am Rand mit einer leichten Eisschicht überzogen, spiegelte sich die Sonne in tausend Facetten. Was soll ich sagen – fototime 🙂

IMG_8408

IMG_8409 IMG_8411

Weiter ging’s durch den Wald, mit einigen Anstiegen und Abfahrten. War ganz nett, mal nicht nur auf der ‚Forstautobahn‘ zu fahren. Auch wenn da das eine oder andere ‚Ups‘ oder ‚Ach je‘ dazwischen war. Es ist echt nicht einfach, am etwas steileren Berg anhalten zu müssen, weil da so ein Holzgeländer quer über den Weg steht, und dann wieder anzufahren. Sieht leichter aus, als es ist! 🙂

Und dann kamen Sie, die ersten Radler, die uns überrundeten. Zugegeben – Thorsten und ich waren recht gemächlich unterwegs, wobei das eher an mir lag. Wenn dann von hinten so ein Rauschen zu vernehmen ist, dann stellt man sich am Besten an die Seite und wartet, bis der Trupp vorbei ist 😉 Oder besser noch, man nutzt die Zeit für eine Fotopause, wie hier bei den ‚Wächtern der Goitzsche‚. Die 10 Eisenkerlchen sollen über die Neuformung der Tagebaulandschaft wachen. Sah irgendwie wie Stonehenge aus. Witzig.

IMG_8436

IMG_8440 IMG_8442

‚Postradler‘ der uns auch überrundete und hier mit auf dem Bild ist, hatte sich entschieden die zweite Hälfte der Runde gemächlich mit uns zu fahren (nein, ich verwende hier keinen Geheimcode; aber ich kenne ihn als Hallziger echt nur unter seinem Nickname … ein Fluch der SocialNetwork-Zeit 🙂 ).

Jetzt ging es eigentlich nur noch über asphaltierte Strecke. War nicht mehr ganz so spannend, und mit den dicken Reifen des MTB klebt man da auch ein bisschen auf dem Weg. Die Sonne hatte schon eine ganze Zeit lang ihren Dienst eingestellt und es wurde kühler. Meine Lust auf noch eine Runde hat sich so ganz langsam verflüchtigt. Ich gebe es zu. War wohl heute doch nicht so mein Radeltag. Zurück im Sportlerhaus (dem Tourstart) haben Thorsten und ich dann auch beschlossen, nicht noch eine Runde zu fahren. Die Tour war so konzipiert, dass man die Runden bis zu viermal fahren konnte. Da ich eher der Guck- statt der Sportradler bin, hat mir die eine Runde gereicht. Hatte ja alles gesehen 😉 Wir wollten da lieber noch ein Stück die Seepromenade entlang fahren.

Sandkunst an der Strandpromenade

Weit sind wir aber nicht gekommen. War irgendwie die Luft raus. Das Kuchenbuffet und ein heißer Kaffee hatten dann doch zu große Anziehungskraft 🙂 und wir haben unsere relativ kurze Sonntagstour beendet. Hier die Runde im Ganzen:

Download

Die Gegend hat ein paar wirklich schöne Ecken (besonders in der ersten Hälfte), ist aber insgesamt nicht so spannend. Es ist und bleibt eben ein Tagebaugebiet, das gerade erst am Anfang der Renaturierung steht. Allerdings haben die Organisatoren eine durchaus anspurchsvolle Strecke rausgesucht, die mich als Geländeanfängerin das eine oder andere Mal ganz schön gefordert hat. Das hat Spaß gemacht.

Ein großes Danke geht an all die fleißigen Helfer, die eine solche Tour überhaupt erst möglich machen. Die Strecke ist zu planen und zu markieren. Die Verpflegung zu organisieren. Leckere Kuchen, belegte Brötchen und heiße Getränke werden da kredenzt – und alles in der Freizeit. Absolut nicht selbstverständlich.

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

Das könnte Dich auch interessieren …

1 Antwort

  1. Albert Ulbricht sagt:

    Hallo Anja, Ein sehr schöner Bericht mit tollen Fotos.Das machst Du richtig,keine Hektik ,die Landschaft geniessen.Das muß ich noch lernen,oder ist es schon zu spät,oder ergibt sich bei mir von selbst (Alter).ich bin Sonntag in Hamburg gefahren,wenn es Dich interessiert ich habe einen Bericht auf- Helmut`s Fahrradseiten-verfaßt
    viele grüße
    Albert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.
Weitere Informationen findest du in der Datenschutzerklärung!

Schließen