Schwarzer Wald – und fiese Hügel

Ja, so könnte man den heutigen Tourentag durchaus treffend beschreiben! Meine Oberschenkel wissen davon ein Liedchen zu singen.

Doch wie immer fängt der Tag ja am Morgen an 😉 und da geht natürlich der erste Blick zum Himmel. Und der sah heute morgen noch etwas optimierungsbedürftig aus. Aber es war ja auch noch (relativ 🙂 ) früh – 9 Uhr. Da ging also noch etwas. Und schon eine Stunde später, war alles auf dem besten Weg

Schon viel besser!

…und ich konnte mich für eine Tour quer durch den Schwarzwald fertig präparieren. Heute hatte ich sogar eine Karte und eine Wegbeschreibung, damit ich auch ja nur auf Forstwegen bleibe und nicht wieder mitten im Wald im Nirgendwo lande und mein Rad tragen muss 🙂

Perfekt vorbereitet! startklar

Schnurstracks ging es geradeaus in den Wald. Also fast… denn erst mal habe ich an der Wittlisberger Kapelle angehalten.

Wittlisberger Kapelle Wittlisberger Kapelle

Und um die Wahrheit zu sagen, nicht nur, weil die Kapelle so idyllisch am Rad des Blasiwaldes liegt, sondern auch weil mir nach den paar (Höhen)Metern (das war noch nicht mal 1 km vom Hotel weg!)  ziemlich die Kraft in den Oberschenkeln wegblieb! Nicht zu fassen. Da habe ich sogar einen Tag Pause gehabt… und jetzt gleich so was 😉

Und damit nicht genug. Hatte ich doch meine Trinkflasche im Hotel vergessen! Und das hieß… alles wieder zurück und den Hügel noch mal hoch! Uff! Das fing gut an… und ging auch gut weiter. Nachdem ich es dann ein zweites mal bis zur Kapelle geschafft hatte, ging es tief in den Blasiwald rein. Und auf einem richtig breiten Forstweg! Ha, das hatte ich doch gut geplant! Wenn … ja wenn ich nicht zielstrebig den steilsten der beiden zur Verfügung stehenden Wege genommen hätte. Es war zum Verzweifeln. Gleich am frühen Morgen und ich war mal wieder am Schieben – gefühlte 20% Steigung 🙁

und mal wieder eine Schiebestrecke steil... aber in schönen Herbstfarben

Aber irgendwann ging es auch wieder mit dem Fahren und ich konnte – wie es sich gehört – durch Pedaltreten meinen Weg durch den Schwarzwald fortsetzen.

Und der Weg war einfach schön. Ruhig. Friedlich. Zwar nass (es hatte in der Nacht geregnet) … aber wirklich etwas zum runter kommen.

zum runter kommen...

friedlich

Mein Weg führte mich nach der Schiebestrecke vorbei am Abzweig Althütte und zur Wittemle Hütte, wo ich am Montag (auf meiner ersten Erkundungstour durch den Blasiswald) schon vorbei geradelt bin. Zu diesem Zeitpunkt machten sich meine Oberschenken schon ziemlich bemerkbar. Sie waren offensichtlich nicht wirklich mit der Tagesplanung einverstanden. Und immer, wenn es mal entspannt ein paar Meter abwärts ging (rollen lassen! – in den schönsten Herbstfarben) … kam garantiert der nächste fiese Hügel um die Ecke. Und das sollte den ganzen Tag so weiter gehen.

Herbstfarben

Herbst ... wohin das Auge reicht

Aber gut … so ist das nun mal in den Bergen 🙂 Aber der Lohn für dieses langsame bergauf kraxeln, mit vielen Pausen zum Luft holen, sind dann Ausblicke wie dieser hier, in Muchenland.

Muchenland

Auch wenn die Sonne leider ihren Dienst eingestellt hatte, war dieser Platz ideal für eine Rast… zumindest kurz. Denn ich hatte noch nicht mal die Hälfte des Weges geschafft und war bereits 2,5 Stunden unterwegs (wohlgemerkt: die ganze Strecke sollte ja ’nur‘ 24 km lang sein! 😉 )

Weiter ging es zur Kummenkreuz Hütte auf 1150 m

Krummenkreuz-Hütte auf 1150m

Kreummenkreuz Brunnen

… wo ich doch tatsächlich ein paar Wanderer getroffen habe. Es ist wirklich erstaunlich, wie wenigen Leuten ich begegnet bin. Bestimmt 95% der Strecke bin ich völlig allein unterwegs gewesen und habe während des ganzen Tages vielleicht 5 oder 6 Wanderer getroffen.

Und einige fiese Hügelchen weiter, war er dann da … ein grandioser Blick über den Schluchsee. Noch am Sonntag bin ich drumherum geradelt, und jetzt sehe ich ihn in voller Größe von oben. Einfach toll (wenn auch leider ohne Sonne 🙁 )!

Schluchsee .... von oben

Schluchsee von oben

Und wie man unschwer erkennen kann, war dies eine Stelle, an der ich mal jemanden getroffen … und gleich für ein Foto angesprochen habe 🙂 . Doch all zu lange verweilen konnte ich nicht. Der Weg war noch lang … quer durch den Schwarzwald.

Quer durch den Schwarzwald

Und gerade bei dem heutigen Wetter (die Sonne war inzwischen völlig verschwunden) ist gut erkennbar, warum der schwarze Wald eben genau so heißt. Die Waldflächen bilden irgendwie immer eine dunkle Fläche. Es ist unglaublich schwer ein Bild zu bekommen, dass nicht einfach nur aus einem schwarzen Etwas besteht. Schwarzwald eben!

quer durch den schwarzen Wald

schwarzer Wald

Und dann kam mein Lieblingsplatz des heutigen Tages. Die Tierlachen Hütte – mit einem unglaublichen Blick in die Ferne.

Grandioser Blick in die Ferne

Alpenblick an der Tierlachenhütte

Tierlachenhütte

Und auch wenn die Sonne nicht scheint … bei genauem Hinsehen kann man tatsächlich die Alpen im Hintergrund erkennen. Mein Highlight heute …und das war das erste mal, dass ich mir gewünscht hätte, mit einer anderen Kamera als nur einer Handykamera unterwegs zu sein. Aber man  kann ja nicht alles haben 😉

Alpenblick

Doch so langsam wollte ich dann doch wieder zurück ins Hotel. So schön, wie die Ausblicke waren … allmählich ging mir die Kraft aus. Und lt. Routenplanung sollte es eigentlich nur noch bergab gehen. Eigentlich! Immer wenn ich dachte, ‚So, das muss jetzt aber der letzte Hügel gewesen sein. Jetzt lass ich nur noch rollen!‘ kam garantiert um die nächste Ecke wieder so ein fieser Hügel daher! Und aus der Kilomterangabe ‚Häusern 5 km‘ wurde dann auch eben mal einige Zeit später ‚Häusern 6,5 km‘ 🙁 Ja, dass kann etwas demotivieren – ein klitzekleines Bisschen 😉

Zum Schluss ist mir doch tatsächlich das erste mal bei meinem MTB noch die Kette runter gehüpft! Halb so schlimm … ich kann zwar nicht viel am Rad reparieren, aber eine Kette neu auflegen kann ich 🙂

kleine Reparatur ... schnell erledigt ;-)

Doch bei all dieser Allein-Fahrt durch den Schwarzwald habe ich dann zwischendrin doch mal die eine oder andere Bitte losgeschickt, dass nichts passiert. Keine (größere) Panne mit dem Rad ist, und das ich wieder heil im Hotel ankomme. Teilweise gab es ja noch nicht mal Handynetz. Und da habe ich beschlossen, ziemlich bald, mal so die Notfallmaßnahmen bei einer Radpanne ‚aufzufrischen‘ (OK – zu erlernen 😉 )

Aber letztlich bin ich dann doch nach 29 km im Hotel angekommen (wo auch immer die Mehrkilometer über der Planroute liegen geblieben sind 😉 ).  Wenn ich auch ganz schön erledigt war; so war ich dann doch auch wieder ziemlich stolz, diese schöne Tour gefahren zu sein und geschafft zu haben. Zugegeben in 6 Stunden … Da war offensichtlich eine Menge Pause im Spiel! 😉

Selbstverständlich gibt es auch heute die gesamte Tour zum Nachfliegen:

Download

Und zum Schluss noch ein paar Herbstimpressionen, die mich heute auch auf meinem Weg durch den Schwarzwald begleitet haben:

Herbstimpressionen Herbstimpressionen

 

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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