Mein erster Singletrail – und immer schön die Bremse lösen!

Heute also war es soweit. Ich sollte den zweiten Teil meines Mountainbike-Fahrtechnik-Trainings mit Annette (blackforestbike.de) absolvieren. Nachdem wir am Montag hauptsächlich Balanceübungen trainiert hatten (echt nicht so einfach 😉 ), sollte es heute ins Gelände gehen. Wir waren für 10 Uhr in Titisee-Neustadt verabredet. Also hieß es relativ früh aufstehen (zumindest für Urlaub 😉 ) und als erstes mal den Himmel checken. Tja… was soll ich sagen. Mein Reflex, im Bett liegen zu bleiben war – zugegeben – groß. Der Himmel war nicht wirklich einladend. Nebel … und um 9 zur Abfahrt kam auch noch Regen dazu 🙁

Nebel und dann auch noch Regen

Aber nein … davon lasse ich mir nicht den Tag vermiesen. Ich wollte doch endlich mal so richtig mit dem MTB ‚biken‘ und nicht nur auf ‚Forstautobahnen‘ unterwegs sein! Also hab ich die Regenjacke eingepackt und war pünktlich am Treffpunkt, wo Annette schon auf mich wartete. Und der Regen? Tja… der hatte dann erst mal aufgehört! Es geht doch! 😉

Los ging’s – wie sollte es anders sein, mit einer Fahrt hoch auf den Berg. Denn wer runter will, muss vorher erst mal oben sein… simple Weisheit. Meine Oberschenkel haben erst mal kurz gemuckt, aber sich dann in ihr Schicksal ergeben. Unser Ziel war der Hochfirst in Neustadt und der Ausgangspunkt unserer Abfahrt (‚Singletrail‚ heißt übrigens so, weil auf dem Weg echt nur einer fahren kann und einfach kein Platz für mehr nebeneinander ist). Aber es war eine schöne Auffahrt.

Auffahrt zum Hochfirst Auffahrt zum Hochfirst

Klar hab ich zwischendrin auch mal ziemlich gejapst. 400 Höhenmeter wollen dann doch erst mal überwunden werden. Aber im Wald war es herrlich. Still. Friedlich. Ich habe das sehr genossen.

Und dann waren wir oben, auf dem Hochfirst, bei 1190 m. Bei klarer Sicht muss man oben eine grandiose Sicht haben. Als wir ankamen, war aber alles rundherum voller Nebel. Doch dann… mit einem mal verzog sich der Nebel und ich konnte einen Blick auf den Titisee und den Feldberg erhaschen! So toll!

Blick vom Hochfirst auf den Feldberg und Titisee

Doch dann ging es los. Als mir Annette sagte, guck mal, so ungefähr wird dann gleich der Abfahrtsweg (‚Singletrail‘) sein:

Singletrail...

…rutschte mir das Herz ein klitzekleines Bisschen in die Hose 😉 .

Aber was soll’s? Genau dafür war ich ja gerade oben auf den Berg gekommen. Also … auf in den Matsch! Ja, so wie hier auf dem Bild, sah es eine ziemlich lange Strecke aus.

Matsch... wohin das Auge reicht :-) Matsch... wohin das Auge reicht :-)

Annette hatte sichtlich Spaß, und ich auch 🙂 🙂

Und da hörte ich es zum ersten mal: ‚Bremse lösen! … mit den Beinen und Armen mitfedern und immer schön die Bremse lösen!‘ Wenn Annette nicht immer wieder mit einem Lächeln diese Worte nach hinten zu mir gerufen hätte, wäre ich vermutlich bis unten mit völlig angezogener Bremse gefahren! Kaum zu glauben, wie unterschiedlich sich das Wort ‚Geschwindigkeit‘ doch definieren lässt. Kommt immer auf die Perspektive an. Ich zumindest hatte ziemlichen Respekt. Aber es wurde langsam besser. 😉

Ja, tatsächlich … genau da ging es weiter!

... und hier gehts weiter runter!!!

Und mit der Zeit wurde der Weg auch etwas weicher … oder ich etwas sicherer 😉 Jedenfalls habe ich mich getraut, nicht permanent auf der Bremse zu stehen und auch mal das Rad laufen zu lassen. Immer schön die Pedale wagerecht und den Hintern aus dem Sattel nach hinten 😉 Es hat wirklich Spaß gemacht, wobei es so einfach aussieht, aber ganz schön anstrengend ist. Die Balance und die Kontrolle über das Rad und sich selbst zu behalten, muss man schon echt trainieren!

schon gar nicht so schlecht, der Weg... schon gar nicht so schlecht, der Weg...

Und das haben wir dann auch gemacht. Im Wald hieß es dann Abfahrt und Spitzkehre üben! Ha! Geht doch!

 

Und so ging es dann Stück für Stück die 400 Höhenmeter wieder zurück nach Neustadt. Zwischendrin immer mal wieder anhalten und etwas schwierige Passagen probieren und wiederholen. ‚Bremse lösen! Laufen lassen! Weich mitfedern! Blick nach vor!‘ Oh, ich werde das nicht mehr vergessen.

... hier war noch alles gut ;-)

Einmal habe ich beim Üben der Fahrt einer Kurve mit folgender Wurzelpassage vor lauter Denken und Konzentration so sehr die Luft angehalten, dass ich fast Schnappatmung gekriegt habe.

Hier sollte ich rum!!! Immer schön locker laufen lassen!

Aber ich hab’s geschafft … ok; um die Wahrheit zu sagen, hat mich Annette auch noch ein bissen geleitet und Anweisung gegeben (‚Bremse lösen! Blick nach vorn!‘ – 🙂 ) Und am Ende der Kurve gab es diesen schönen Platz:

Ein toller Platz zum verschnaufen

Und dann war es schon vorbei … ich hatte meinen ersten Singletrail geschafft. Bin ohne auf die Nase zu fallen bei diesen nassen Bedingungen den Berg herunter gekommen UND hatte wirklich Spaß. So niedlich kam der Weg am Ende aus dem Wald … und hatte doch für mich so große Herausforderungen parat!

So harmlos... und hat's doch so in sich ;-)

Tja, das war sie also, mein erste echte Trail-Fahrt am Berg. Es war toll, wenn auch ziemlich anstrengend (und dabei waren es insgesamt gerade mal 13 km!!!). Und ich wollte eigentlich noch gar nicht aufhören. Aber mir fehlte dann auch die Kraft, alles noch mal von vorn zu machen. So habe ich dieses Hochgefühl, die Fahrt geschafft zu haben, einfach mitgenommen und bin mir sicher, dass es nicht meine letzte Fahrt war!!! 😉 Nicht zuletzt, weil ich in Annette eine so wunderbare Trainerin hatte. Vielen Dank für diese tolle Einführung in das Biken mit dem MTB. Und wenn ich die Abfahrt heute bei diesen nassen Bedingungen geschafft habe, dann wird es auch bei normalen Bedingungen richtig Spaß machen! 🙂

Und das war die ganze Tour:

Singletrail

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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2 Antworten

  1. Stephan sagt:

    Super, das sieht so richtig nach „Spass an der Sache“ aus.
    Biken abseits des Strassenverkehrs in der Natur ist einfach schöner. Und mann kann auch viel Spass auf den „Forstautobahnen“ haben.

    Wir waren im Oktober im Berchtesgadener Land und haben das Biken dort genossen.
    Hatten aber auch Super Wetter.

    Grüße aus Kronberg

  2. Anja Eichler sagt:

    Ja, es hat echt viel Spaß gemacht, und ich freue mich wirklich drauf, bald wieder draußen zu sein.
    Viele Grüße zurück nach Kronberg!

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