Rennrad fahren – ich hab’s getan!

In den vergangenen Monaten habe ich mich während meiner Touren (Fahrradfeste, RTF-Fahrten) immer wieder darüber amüsiert, wie die Rennradler im Formationsflug und meist ohne rechts und links mal auf die Landschaft zu achten, irgendwie nur am ‚Strecke machen‘ waren. Ich gebe zu – vielleicht war ich ja auch nur ein wenig neidisch, weil ich nie hinterherkam … ist möglich 🙂

Aber da man ja bekanntlich nur dann mitreden kann, wenn man es mal selbst ausprobiert, habe ich mir am vergangenen Freitag relativ spontan ein Rennrad übers Wochenende ausgeliehen. Der BikePoint in Dresden bietet diese Möglichkeit, und so konnte ich dann heute ein ‚Stevens Supreme Disc‘ testen. Besonders viel Ahnung habe ich natürlich nicht, um was für eine Art Rad es sich hierbei handelt, aber lt. Auskunft im Bikeladen, handelt es sich um ein ziemlich ordentlich ausgestattetes Rennrad, für den Hobbyfahrer. Aber letztlich ging es ja nur um das Erleben des Fahrgefühls. Hier ist das gute Stück … einmal noch auf dem Hof und dann schon ‚on tour‘:

Rennrad - zumindest ein Test muss sein Rennrad - zumindest eine Testfahrt muss sein, um mitreden zu können

Und dann bin ich am Samstag Nachmittag los. Zunächst musste ich mir ja eine passende Strecke suchen. Bin ich bisher mit meinem Treckingrad einfach los; durch die Heide, auf der Straße; mal wieder ein Forstweg… hieß es beim Fahren mit dem Rennrad ein wenig mehr überlegen, wo es langgeht. Quer feldein geht ja mit den dünnen Reifen und der gesamten Radgeometrie nicht so richtig.

Also habe ich mich entschieden, wieder über Bühlau nach Weißig und dort den ‚Alten Bahndamm‘ Radweg bis Dürröhrsdorf und dann weiter nach Hohnstein und Lohmen wieder zurück zu fahren.

Auf nach Hohenstein ... zumindest knapp dran vorbei

Das war ja die eigentliche Route meiner Spontantour vor reichlich einer Woche, aus der ja – wegen diverser Umwege und Abzweigungen – dann etwas ganz anders wurde 🙂

Nachdem ich mich ein paar Meter erst mal an die Sitzposition, den Lenker nebst Handhaltung und auch die Schaltung gewöhnen musste, ging es relativ schnell ganz ordentlich. War ganz erstaunt.

Hier die ganze Route – vollasphaltiert! Straße oder Radweg. War schon ein etwas anderes Fahren:

Download file: Rennradtest.gpx

Nach 3 Stunden und knapp 40 Minuten sowie 60 km war ich wieder zurück

Streckenstatistik

… und ich muss zugeben: mit gemischten Gefühlen!

Eindeutig nervig war das Fahren auf der Straße. Die Autos (die naturgemäß da sind und sich auch nicht in Luft auflösen können), haben nicht so viel Spaß gemacht. Allerdings gibt es eben auch nicht immer toll asphaltierte Radwege. Da bleibt eben nur die Straße. Ich mag es gern, wenn ich für mich allein und ohne viel Nebengeräusche fahren kann. Also Feld, Wald, Wiese… Die Strecke auf dem ‚Alten Bahndamm‘ war dagegen toll. Keine Autos. Nur ein paar Radler. Sehr angenehm!

Und dann ist da die Geschwindigkeit und die Leichtigkeit des Fahrens. Selbst bei Anstiegen! Das Rennrad wiegt noch nicht einmal 9 kg (im Vergleich: mein Treckingrad kommt mal eben mit schlappen 16 kg daher!) und so konnte ich einen richtig schönen Schnitt fahren, ohne wie wild in die Pedale zu treten. Ich habe die selbe Kraft aufgewandt wie sonst auch. Ging einfach nur schneller. Und dann ging es natürlich auch mal bergan … lässt sich in der Sächsischen Schweiz nicht vermeiden. Natürlich ging es nicht ‚von allein‘ … aber es ging gut. schnell 🙂

Irgendwann auf der Strecke habe ich festgestellt, dass ich irgendwie noch gar nicht angehalten hatte (mache ich ja sonst immer; um zu gucken; zu fotografieren; um wieder Luft zu kriegen 🙂 ). Ich habe also genau das gemacht, was mir bei den Touren bei den anderen Rennradlern so aufgefallen ist! Ich war ganz genau so! Bin einfach gefahren. Da musste also mal eine Pause her!

Pause ... muss auch sein IMG_2920

Na gut … zu meiner Ehrenrettung kann ich aber anführen, dass ich die Strecke schon kannte und es daher nicht so viele neue Motive gab. Die Wolkenschieber waren da wohl noch das Interessanteste:

Wolkenschieber...

Fazit nach dieser Runde ist, dass das schnelle und leichte Fahren wirklich Spaß macht und ich mir für meine RTF (RadTouristikFahrten)- Touren auf den Fahrradfesten wohl künftig ab und an mal ein Rennrad leihen werde (oder vielleicht sehr sehr sehr günstig erwerben würde…). Gerade wenn es auch einige Höhenmeter zu überwinden gilt. Aber komplett auf Rennrad umsteigen werde ich nicht. Da fehlt mir dann doch die Ruhe von ‚Querfeldein‘ zu sehr… Da kann ich mich dann schon eher für ein MTB erwährmen. Aber auch das kann man leihen und testen 🙂

Am Ende des Tages habe ich dann noch einen lässigen Rat erhalten: „… da wirst du dir wohl für alles ein eigenes Sportgerät hinstellen müssen. Rennrad für Tagestouren. Trecking für Wochentour zum langsamen Genießen und MTB für’s Rumkraxeln am Berg / im Gelände!“ Ha! Was für ein Rat! Na ich werde sehen, was die Zeit so bringt…

Ach ja, der Vollständigkeit halber sein noch erwähnt, dass ich (wie schon eine Weile nicht mehr) einen ziemlichen Muskelkater hatte!!! Das schneller Fahren beansprucht dann wohl noch mehr oder andere Muskeln, als sonst auf dem Treckingrad. Und der Rennradsattel – ja, der bedarf schon einiger Gewöhnung!!! Der hat mich ganz schön geschafft… 🙂

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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Eine Antwort

  1. Thomas Keller sagt:

    Da muss ja schon fast eine eigene Garage für die Sportgeräte her 😉

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