Meine erste MTB Tour – große Begeisterung und eine kleine Kapitulation

Ja tatsächlich. Ich habe es getan! Nach Jahren von Touren mit meinem Treckingrad, habe ich es endlich gewagt! Meine erste Tour mit dem Mountainbike … also eine Tour berghoch! Ich gebe zu, nicht gerade meine Stärke.

Wir sind gerade im Urlaub, hier in Hinterthiersee und da kann man nicht viel mehr machen, als Löcher in die Luft gucken, wandern, oder eben Rad fahren… Mountainbike. Hinterthiersee liegt auf etwa 900 Höhenmeter und rundherum sind lauter schicke Berge, die alle mehr als 1200 m hoch sind. Na ja, und nachdem mich Thorsten (selbst MTB Fahrer und Mitradler der Mai-Tour), mit seinen Erzählungen über seine MTB-Touren neugierig gemacht hat, dachte ich, ich probier das auch mal. Kann ja nun auch nicht soooo schwer sein. Und da unser Hotel Mountainbikes verleiht und das Wetter gut ist…

Der Himmer lacht... ein schöner Tag beginnt

…habe ich mir heute eins ausgeliehen und wollte auf Tour.

Mein MTB ... ok, nur geliehen, aber heute: meins

Aber natürlich nicht einfach so. Ich hatte einen Plan. Da gab es eine Tour – 18 km – mittelschwer – ganz hier in der Nähe. Die Beschreibung hörte sich doch gut an… und ich bin zwar kein Profi, aber „mittelschwer“ werde ich doch wohl hinkriegen! Das ist doch perfekt (dachte ich) so für den Anfang! Was sind denn 18 km?

Sonnberg-Runde (mittelschwer!)

Na ja – vielleicht hätte ich mir ein paar mehr Gedanken über die Höhenmeter machen sollen, aber wer wird denn schon so kleinlich sein… 😉

Los ging’s – ja ich gestehe – erst gegen Mittag, aber es ist doch Urlaub, und da darf man auch mal ein bisschen trödeln. Und nach den ersten paar hundert Metern, kamen mir kurz Zweifel. Am Straßenrand stand so ein Warnschild mit dem Hinweis „12% Steigung“ – bergab! Uff – das ganze muss ich ja wieder zurück; also hoch! Am Tourende! Doch bevor ich diesen Gedanken zu Ende gedacht hatte, war ich schon weiter gerollt und auf der Hälfte der Strecke – von Hinterthiersee (900 m) nach Landl (670 m) 🙂 Ein Zurück war damit ohnehin nicht mehr wirklich möglich. Nach einer Abfahrt von 2,5 km war ich in Landl denn hier fing die eigentliche Tour ja erst an.

Es ging natürlich gleich von Beginn an stetig bergauf… Ich musste ja von 670 m auf 1250 m kommen!!! Na ja, auf der Straße zwar anstrengend, aber irgendwie in Ordnung. Nach etwa 3 weiteren Kilometern ging es dann von der Straße weg auf einen Forstweg… und nun wurde es steiler! Und ich kam das erste mal an meine Grenzen. Da hieß es Pause machen und verschnaufen.

Pause

Die Zeit habe ich dann gleich genutzt, um – wie immer – Fotos zu machen. Da ging es ganz schön rauf und seitlich auch runter…

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Der Weg zur höchsten Stelle sollte insgesamt 7 km dauern … und ich habe dafür schlappe 2 Stunden gebraucht! Das ist doch mal eine echte Stundengeschwindigkeit! Gefühlt, habe ich nach jeden 100 m Pause gemacht, und versucht Luft zu bekommen. Meine Oberschenkel waren zwischendrin schon ganz schön sauer.

Ausblick - und Pause Pause

Aber ich habe etwas gelernt: NIE nach vorn sehen, sondern nur nach unten! Sieht man – zumindest bergauf – nach vorn, ist das wahnsinnig nervenaufreibend! Es geht nämlich immer noch weiter bergauf! Nicht hilfreich! 🙂

Der Vollständigkeit halber muss ich zugeben, dass ich vermutlich die Hälfte vom Berg geschoben habe (ich hoffe ja, dass es in Wirklichkeit etwas weniger war, aber ich weiß es nicht 😉 ) Aber der Lohn für diese ganze Plackerei waren phantastische Ausblicke über die Berge und das Tal. Hier einfach mal ein paar Bilder:

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IMG_1737 IMG_1739

Und auch das gab es:

Natur - ganz nah Natur ganz nah

Und dann war ich endlich oben. Von 670 m auf 1250 m! Und völlig fertig, aber glücklich 😉 – mein erster echter Anstieg. Geschafft! Nun ging es also nur noch bergab! Richtung Vorderthiersee. Herrlich!

Geschafft! 1250m am Sonnenberg Geschafft! 1250m am Sonnenberg

Das Problem ist allerdings, dass ich eigentlich ziemlichen Respekt vor der Geschwindigkeit habe und gar nicht so schnell fahren will (schon gar nicht auf Schotterwegen). Nun ist es aber ein ziemlich einfaches physikalisches Gesetzt, dass ‚Masse auf dem Weg nach unten beschleunigt‘ – so auch ich und mein Rad. Ich habe also praktisch fast dauernd die Bremse betätigt. Ich weiß inzwischen, dass das auch suboptimal für die Bremse ist … für mich war es sehr optimal. Und dann stand ich einfach auch mal im Wasser. Nein, ich bin nicht vom Weg abgekommen, sonder der Weg war dem Wasser einfach ‚im Weg‘ 🙂 …

und plötzlich war da Wasser

Und dann war ich wieder unten. Im Gegensatz zum reichlich 2stündigen Anstieg, war die Abfahrt in 30 Minuten erledigt. Und auch unten in Landl, auf dem Weg nach Vorderthiersee war das Panorama atemberaubend. Vielleicht bin ich als ‚Flachlandtiroler‘ viel zu sentimental, wenn ich die Berge sehe, aber ich finde die Aussicht toll.

Tolles Panorama am Fuße des Sonnenberges

Also; bis hierher ziemlich viel Begeisterung, auch wenn ich zwischen drin auch mal ganz andere Gedanken hatte.

Doch dann hieß es noch zurück zum Hotel kommen. Inzwischen war ich ja wieder auf niedlichen 650 Höhenmetern angekommen und mein Hotel in Hinterthiersee (www.juffing.at) liegt bei 900m! Und um nicht den ziemlich steilen Anstiegt wieder nehmen zu müssen, den ich zu Beginn der Tour abwärts gefahren bin, wollte ich ganz clever sein, und über eine etwas längere Strecke (5km) die etwa 250 Höhenmetern von Thierseee hinauf bewältigen. So war der Plan! Aber wie das mit Plänen so ist… nach 20 km rumgekraxel am Berg konnte ich einfach nicht mehr. In Thiersee habe ich noch versucht einen Berg (11% Steigung) zu schaffen… und kapituliert 🙁 . Es ging nicht mehr. Und vielleicht spielte es auch eine Rolle, dass ich am Fuße dieses Anstiegs direkt an einer Bushaltestelle vorbeigekommen bin, deren Buse nach Hinterthiersee fahren. Was auch immer der Grund war … ja ich gestehe: ich bin die letzten 5 km zurück zum Hotel mit dem Bus gefahren…

Kapitulation ;-) - mit dem Bus zurück zum Hotel

Ich musste zwar den Busfahrer überreden mich UND mein Rad mitzunehmen, aber mit etwas Charme ist es mir dann gelungen und es ging bequem zurück ins Hotel.

Jetzt, so mit einigen Stunden Abstand – bin ich ziemlich stolz, dass ich durchgehalten habe. Es war meine erste MTB Tour. Und ich denke; nicht die Letzte, auch wenn ich künftig mehr auf solche Ausschreibungen wie ‚leicht‘ oder ‚auch für Anfänger geeignet‘ achten werde.

Und wie immer gibt es die gesamte Tour hier zum nachfahren (ach ja; meine Durchschnittsgeschwindigkeit war letztlich 9 km/h – und das auch nur, weil es einige Kilometer ziemlich schnell bergab ging 😉 ):

Download

Anja Keller

Draußen sein, Radfahren oder Wandern ist ein guter Ausgleich zur Schnelligkeit des Alltags.

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